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Android vs. iOS und WP7 – System der Zukunft oder bald sterbender Hype?

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

[aartikel]B0043232V0:right[/aartikel]In den letzten Tagen und heute hab ich mir mal wieder ein paar Gedanken gemacht, über die Zukunft der aktuellen Systeme und wer sich in welche Richtung entwickeln könnte. Weltweit bestimmen zwei Systeme aktiv den Markt. Android und iOS. In den USA ist das BlackBerry OS noch ganz oben dabei, zwar stehen auch bei Symbian noch große Zahlen, weiterhin aber stark sinkend da Nokia nicht wirklich begreift was man ändern muss. Android hat sich trotz der zahllosen negativen Meinungen und schlechten Geräte durchgesetzt. Google hat ein starkes und inzwischen sehr beliebtes System geschaffen welches von unzähligen Herstellern genutzt wird. Entscheidende Unterschiede zwischen den beiden größten Konkurrenten iOS und Android sind die Möglichkeiten das Google System zu konfigurieren und das intuitive und einfache Handling von iOS.

iOS ist seit Beginn an einfach zu nutzen und fast 100% der Apps von Drittanbietern sind zwangsläufig ähnlich gestaltet wie iOS selbst. Da das System nur auf einem Gerät (iPad und iPod außen vorgelassen) läuft, ist Apple auch Herr darüber, welche Leistung die Hardware und Software bringen kann.

Android ist seit Beginn an viel weiter konfigurierbar, dazu bieten sich den Entwicklern unter anderem die Möglichkeit Widgets für den Homescreen anzubieten und wichtige Informationen einer App auch in die Benachrichtigungsleiste zu packen. Die Oberfläche selbst ist auch dadurch allerdings nicht ganz so intuitiv wie iOS.

Zudem gab es ebenfalls von Beginn an Probleme mit Datenspeicher sowie Arbeitsspeicher. Bei Android Apps war selten klar ob die App sich nun per Zurück-Taste oder Home-Taste schließt, schließt sie überhaupt richtig oder läuft die App doch im Hintergrund weiter und frisst fröhlich den Akku leer? Zudem war bei den ersten Geräten trotz des intelligenten Speichermanagements auch schnell der Arbeitsspeicher voll und die Geräte wurden träge, weil eben einige Apps ungewollt weiterliefen.

Das nächste Problem war und ist immer noch der Datenspeicher bzw. der Speicher welcher dem Nutzer für Apps zur Verfügung steht. Dieser war fast prinzipiell bei den meisten Geräten zu klein. Das HTC Desire kommt beispielsweise im Auslieferungszustand mit etwas über 100MB freien Speicher für Apps. Zu wenig wenn man bedenkt das moderne Apps wie Adobe Air oder Spiele wie Angry Birds über 10MB Speicherplatz benötigen. Man kann sich nun also vorstellen das für Freaks wie mich 100MB gerade für die nötigsten Apps reichen. Das Problem hat Google nur teilweise lösen können, in dem man mit Android 2.2 eine Möglichkeit anbietet Apps auf die SD-Karte zu verschieben, das muss allerdings auch von den Entwicklern in die Apps eingebaut werden. Für mich blieb also seit meinem ersten Android Gerät nichts anderes übrig, als Auswege zu finden für diese Miesere. Stichwort Custom ROM und A2SD (Apps to SD Card), doch das kann man ja nun nicht jedem normalen Nutzer zumuten. Ich kaufe ja kein Gerät um erst tagelang daran rumzubasteln um es endlich nutzen zu können. Hingegen dann wirklich normale Nutzer mit vielen Apps darüber nachdenken müssen welche sie behalten wollen wenn der Speicher voll ist und eine neue App kommt die besonders viel Speicher benötigt und man sie aber aufgrund von Speichermangel nicht installieren kann. Ich könnte jetzt noch viel weiter ausholen, ich denke aber das Problem habe ich halbwegs verständlich erklärt.

[aartikel]B004Q3QSWQ:right[/aartikel]Und ich bin noch nicht fertig, es gibt noch weitere Probleme, ja auch ich als absoluter Android Fan gestehe Fehler ein und gebe zu, das System hat Schwächen. Folgende drei möchte ich noch erwähnen.

Das nächste Problem ist der Market. Kein großes Problem aber Google muss handeln. Es gibt einfach zu viel Schrott. Der Market ist überschwemmt mit Apps wie “Sexy Girls” oder ähnlichen Dingen. Schaut man wie ich jeden Morgen die neusten Anwendungen im Market durch, muss man sich stundenlang durch Müll graben und aufpassen das man dann wirkliches interessantes nicht übersieht. Google muss hier definitiv mehr eingreifen und wirklich ordentlich aufräumen. Apple tut das seit Beginn an, dort allerdings etwas zu viel des Guten, in den iTunes App Store haben es leider bisher auch viele Apps nicht geschafft die wirklich gut sind, um diese zu installieren benötigt man einen Jailbreak um an den Cydia Store zu kommen. Beide Unternehmen müssen hier handeln und ein gutes Mittelmaß finden.

Kommen wir zum größten Android Manko. Wieder einmal geht der Blick zu Apple. Dort gibt es aller paar Monate oder halbe Jahre eine neue iOS Version mit einigen Änderungen, meist wenig innovativ aber das ist hier nicht das Thema. Apple entscheidet im Voraus welche Geräte diese Version erhalten werden, vor allem aufgrund der möglichen fehlenden Performance. Bei Google Android gibt es das Problem, es kommt eine neue Version doch oft haben selbst die neusten Geräte eine veraltete Version im Auslieferungszustand. Bestes Beispiel ist das Sony Ericsson Xperia X10. Ein High-End Droide mit uralter Android Version 1.6 (Donut). Das X10 hätte man “damals” bereits mit Android 2.1 ausliefern können, jetzt wird es gegen Ende des Jahres das Update auf 2.1 (Eclair) bekommen, seither gibt es aber schon die Version 2.2 und zum Update-Zeitpunkt wird Google wohl bereits 3.0 offiziell vorgestellt haben. Doch nicht nur das Geräte mit alten Versionen ausgeliefert werden, auch die Zeit bis aktuelle Geräte eine neue Version erhalten, ist abartig. Der Verlauf ist im Regelfall wie folgt (aktuelles Beispiel am HTC Desire und O2): Google präsentierte gegen Ende Mai diesen Jahres die neue Android Version 2.2 (Froyo) und gab die Developers Kits für die Hersteller frei. Kurz danach gab es die ersten Gerüchte das HTC Desire wird das Update schon gegen Ende Juni erhalten. Immer wieder verschoben wurde es dann auch schon ganz schnell August. Das Update seitens HTC war fertig, in Deutschland und den meisten anderen Ländern werden die Geräte aber über Provider verteilt. So geht das Update erst noch durch die Hände der Provider, wird getestet, angepasst und mit überflüssigen Brandings versehen. Ende September gab es dann auch endlich am genannten Beispiel das Update von O2 für das Desire. Es gab da noch einige Probleme, davon aber mal abgesehen hat es fast 5 Monate gedauert bis das 500€ Gerät sein Update auf die neuste Version erhalten hat. Das Samsung Galaxy S zum Beispiel bekommt seine Aktualisierung jetzt im Oktober oder wahrscheinlich sogar erst im November, das wäre da insgesamt ein halbes Jahr Wartezeit!!!

[aartikel]B004JQPZU6:right[/aartikel]Neben all den oben genannten gibt es noch das Open Source Problem. Android kann jeder verwenden, gibt es keine Zertifizierung so ist das System zwar ohne Google Mail, Google Maps, Google Market, etc. aber ein funktionierendes und gutes System. Es gibt allerdings Hersteller und Unternehmen die damit Android mehr als nur in Dreck ziehen. Auch hier gibt es wieder ein gutes Beispiel, das 1&1 SmartPad. Groß Android anwerben, das Gerät ist dafür derart Hardwareseitig unterdimensioniert und Andorid wurde so schlecht an das Gerät angepasst, so das es kaum bedienbar ist. Ein normaler Endkunde wird sich nach so einem Gerät nie wieder ein Gerät mit Android anschauen.

 

Gut, jetzt hab ich viel negatives aufgezählt und möchte auch nach dem bisher schon langen Text ganz kurz erklären warum iOS weiterhin mindestens genauso beliebt bleibt, Android abstürzen könnte und Windows Phone 7 schnell dem Google System den Rang ablaufen kann.

Apple hat mit iOS ein beständiges und Entwickler sowie Nutzer beliebtes System geschaffen. Es kommt auf drei verschiedenen Gerätearten zum Einsatz welche äußerst beliebt sind und wohl auch in Zukunft nicht so schnell floppen werden.  Jetzt kommt Microsoft ins Spiel. Mit Windows CE / Mobile gab es neben Palm das erste System was die ersten Touchscreen Geräte Endkunden fähig gemacht hat. Zwar meist im Businessbereich für die, die viel Geld übrig hatten aber immerhin. Apple hat den Markt revolutioniert, viele sind nachgezogen aber nur Google hat es auf die selbe Stufe geschafft. Microsoft hat nun in zwei Jahren selbst ein neues System geschaffen. Windows Phone 7.

Windows Phone 7 kann nicht nur Google gefährlich werden sondern auch Apple den Rang ablaufen. Microsoft hat einen wichtigen und mutigen Schritt getan. Als Multi-Hersteller OS hat man Mindestanforderungen an Neugeräte gestellt. Es wären dabei die Hardware von mindestens einem 1GHz Prozessor, 512MB Arbeitsspeicher, 8GB Datenspeicher und eine Display Auflösung von 800×480 Pixel (korrigiert mich wenn ich falsche Angaben mache). Damit hat sich Microsoft eine Grundlage geschaffen das ein neu erscheinendes WP7 Smartphone über ausreichend Speicher verfügt und genügend Performance. Zudem gibt es eine Design-Richtlinie welche auf der Frontseite immer drei Button voraussetzt, nicht mehr und nicht weniger.

Der Vorteil von Microsofts mutigen Schritt, der Marktstart kommt mit wirklich geilen Geräten und auch danach folgen nur High-End Smartphones. Der Nachteil, es wird wohl vorerst keine Low-Budget Geräte geben. Microsoft hat es zudem geschafft mit seiner neuartigen Oberfläche die Entwickler für Apps an ein einheitliches Design zu binden, wie Apple mit iOS. Lediglich der schlechte Ruf durch das veraltete Windows Mobile eilt Microsoft noch voraus.

Was ich mit den obigen vielen Wörtern sagen will, sollte jedem klar sein. Google muss  zwingend an vielen Punkten handeln. Viele innovative Funktionen kamen mit den letzten Android Versionen, dennoch ist das nicht alles um erfolgreich zu sein und erfolgreich zu bleiben. Zwar sind mit Gingerbread eine neue grafische Oberfläche angekündigt, die Apps bleiben aber eben vorerst jeweils im eigenen Design. Auch Mindestanforderungen an die Hardware waren mal als Gerüchte in der Welt unterwegs, ich fände dies aber genau einen richtigen Schritt für die Zukunft.

Sollte Google nicht in vielen Dingen etwas ändern und handeln, sehe  ich Android in Zukunft doch hinter iOS und auch hinter Windows Phone 7. So groß die Community auch sein mag, die Gefahr besteht das auch Hersteller wieder von Android zu Windows Phone 7 wechseln. Vor allem HTC welche mit dem HD7, HTC 7 Mozart und weiteren Geräten zeigen, was geiles mit WP7 möglich ist.

Nachdem ihr jetzt Stundenlang gelesen habt, wäre ein Feedback mit eurer Meinung natürlich sehr erfreulich :).

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24 Kommentare

24 Comments

  1. kinni

    20. Oktober 2010 at 07:56

    Also ich muss sagen respekt. Die auflistung aller Fehler ist erst mal genial. Ich persönlich habe von WP7 aber nur wenig Eindrücke. Ich denke aber dennoch, dass viele Personen mit der arg gewöhnungsbedürftigen Oberfläche einfach nicht klar kommen wollen. So geht es mir zumindest. Mir gefällt es (noch) nicht und ich halte es nicht für eine ernsthafte Konkurenz. Apple wird apple bleiben und viel mehr wird mit dieser Hardware nicht möglich sein. Bei android gibt es zwar Versionsunterschiede, dafür aber auch die Freiheit zu wählen. Das hat Apple nicht und wenn google an der Updatepolitik arbeitet, bleibt android wo es ist oder höher. Das hoffe ich zumindest. Lg

  2. Chris

    20. Oktober 2010 at 10:41

    Microsoft hat zumindest den mutigen Schritt gewagt, alte Zöpfe abzuschneiden. WP7 ist nicht mehr kompatibel zu den alten Versionen.
    Dazu kommt die Tatsache, dass sie keine Herstelleraufsätze zur UI zulassen, wie Sense oder TouchWiz. Das wird allerdings bei Android ja wohl auch in einer der nächsten Versionen untersagt soweit ich informiert bin.
    Wie auch immer, ich denke, dass WP7 gute Chancen am Markt hat.
    Alleine die Businessuser werden wohl in Zukunft auch endlich wieder ein vernünftiges System bekommen. M.M nach sind weder ios noch Android so gut in eine Exchangeumgebung integrierbar wie Windows Mobile.

  3. André

    20. Oktober 2010 at 11:31

    Sehr guter Artikel! Ich hatte vor kurzem ein WP7 in der Hand. Endlich ein Schritt in die richtige Richtung! Ich hatte viele Jahre ein Windows Mobile Gerät, und war sehr davon enttäuscht.
    Was mir am neuen WP7 allerdings weniger gefällt, sind die vielen vielen Effekte. Das Bedienkonzept ist im Ansatz super, aber zieht sich nicht 100%ig durch. Und dann wirkt es durch die vielen Effekte etwas Überladen.
    Wenn ch mein erstes HandsOn des WP7 mit dem ersten HandsOn des iPhone 3GS vergleiche, liegt das iPhone klar vorn. Aber das ist ja auch die erste Version des Microsoft WP7. Von daher kann man jetzt noch nicht viel sagen. Ich bin gespannt und bleibe erst mal beim iOS. :o)

    Ach ja, Google Android ist für mich draußen. Die „Zeit des Bastelns“ ist vorbei. Ich möchte ein Gerät, das funktioniert, wenn ich es brauche. Ohne Neustart, Fehlersuche, „Das sollte eigentlich funktionieren, muss mal schauen, warum es jetzt gerade nicht geht…“ usw. ;o)

  4. Mort

    20. Oktober 2010 at 11:23

    Was WP7 angeht, sehe ich's wie Kinni: Die Oberfläche ist absolut nicht mein Fall. Und während man für Android einen alternativen Homescreen programmieren könnte, der den groben Aufbau emuliert, ist WP7 starr. Kann man natürlich auch als Vorteil sehen – WP7 lässt sich auf jedem Gerät gleich bedienen, ein X10 Mini hingegen völlig anders als ein HTC Desire. Dass noch niemand versucht hat, die WP7-Oberfläche nachzuprogrammieren (oder zumindest hat niemand darüber berichtet) spricht aber auch nicht gerade für Begeisterung dieser gegenüber…

    Völlig richtig ist auf jeden Fall die Kritik am Market. Was Google dazu treibt, eine mögliche Haupteinnahmequelle derart zu vernachlässigen, werde ich wohl nie verstehen.

    Das mit der Variantenvielfalt und den Updates ist so 'ne Sache… Ich wäre auch dafür, dass manches vereinheitlicht wird, z.B. die üblichen 4 Buttons in fester Reihenfolge (z.B. Zurück, Home, Menü, Suchen) und eine direkt erreichbare Joystick-Variante, ebenso eine feste Auswahl an Display-Auflösungen. Ein Update/Treiber-Konzept, das OS-Updates ohne größere Schmerzen erlaubt, wäre wirklich auch eine feine Sache. Mit sauberen System-Schnittstellen für Erweiterungen könnte sogar vieles, das heute nur als Custom ROM möglich ist, als normale App gelöst werden (z.B. NDK-PlugIns für Audio/Video-Codecs).

    Wichtig fände ich auch, dass man die verschiedenen Abstufungen von Android schon am Namen erkennen kann. "Android" geht schließlich von der Systembasis, die selbst auf eBook-Readern und Waschmaschinen laufen kann, über Geräte mit sichtbarer Android-Oberfläche (z.B. das 1&1-Tablet) bis hin zum Smartphone mit kompletter unterstützter Hardware, allen Google-Apps (inkl. Market) und später evtl. auch Updatemöglichkeit. Die Möglichkeit dazu besteht auch trotz Open Source, Google hat immerhin die Markenrechte und lizenziert auch heute schon Teile, die nicht Open Source sind (allen voran den Market), nur für Geräte, die bestimmte Mindestvoraussetzungen erfüllen.

    Warum also nicht "Based on Android (TM)" fürs den eBook-Reader und "Certified Android Smartphone" fürs updatebare Handy?

    Wie auch immer, was WP7 derzeit voraus hat, sind nicht wirklich systembedingte "Killer Features", sondern könnte durchaus auch mit Android erreicht werden. Hoffen wir, dass Google sich die Mühe macht.

  5. Jannewap

    20. Oktober 2010 at 12:54

    Ich finde den Artikel auch gelungen, hat sicherlich Arbeit gekostet ihn zusammen zu stellen und Überwindung ihn so schonungslos in Richtung Google Android zu formulieren.

    Aber Du triffst es. Die Usability von Android ist definitiv gegeben, auch ohne großes Hin-und-Her-modden. Wer sich also für Android entscheidet, wird einige Zeit ohne einen Root oder Speicherthemen auskommen.

    Es geht aber schnell ans Eingemachte. So ging es mir, nachdem ich seit 2005 mit Windows CE/2003, Windows Mobile 5, Windows Mobile 6.1, Windows Mobile 6.5 gearbeitet habe. Ich habe die Ups und Downs des MS OS mitgemacht und bin nach 6.5 angewandert.

    Die Richtung ging stump in Richtung Apple. Hier konnte ich aber lediglich User sein. Zu groß wasr der Einfluß von Mr. Jobs auf MEINEM Telefon.

    Also bin ich jetzt in 2010 bei Google Android angekommen. Für mich überwiegen noch immer die Vorteile. Die Möglickeit alles überall parat zu haben ist einfach genial. Gegen die Speicher- und Akkufresserei muss zwar noch ein wirksames Kraut gezüchtet werden – aber das kommt schon noch…

    Ich bin und bleibe bester Dinge.

    Let's rock ANDROID!

  6. Ich

    20. Oktober 2010 at 13:32

    So einen tollen und ehrlich (neutral) geschriebenen Artikel über Android und seinen noch enthaltenen Fehlern hab ich bis heute noch nirgendwo gelesen – Aber – alle unglaublich negativen Eigenschaften von iOS (u.v. Win7 mobile) hast du leider nicht ebenfalls kurz angerissen! .. Erst dann wird eine neutrale Gesammteinschätzung aller Systeme möglich.

    Trozdem ! Ich finde Artikel super gemacht.

    • dennyfischer

      20. Oktober 2010 at 13:50

      Es gingt ja auch eher darum, welche Nachteile Android hat und dem System zum Verhängnis werden könnte ohne dabei zu sehr den Vergleich zu ziehen. Sondern wirklich nur die Probleme die dem Nutzer auffallen, Neukunden auffallen und auffallen könnten.

  7. Mort

    20. Oktober 2010 at 13:44

    @Jannewap: "Gegen die Speicher- und Akkufresserei muss zwar noch ein wirksames Kraut gezüchtet werden"

    Gegen die Speicherfresserei hat Google schon einen ganzen Kräutergarten. Das Problem bei Android ist nur, dass es zu transparent ist. Windows zeigt gecachten Programmcode (.DLLs und .EXEn) einfach nicht an, ähnlich macht's auch Linux mit shared libraries. Dagegen sieht man in Androids Taskmanagern alles, was noch im Speicher liegt, obwohl nichts davon läuft oder Speicher blockiert – beides können im Hintergrund nämlich nur Dienste, die getrennt angezeigt werden (und selbst die kann Android gnadenlos killen und ggf. später wieder starten, wenn der Speicher eng werden sollte).

    Beim Akkuverbrauch wird's schwieriger. Da gibt's grob gesagt zwei Ursachen. Entweder wird ein "richtiger Standby" verhindert (z.B. weil noch Dateien offen sind, oder auch absichtlich, damit z.B. die Musik nicht stoppt wenn das Display ausgeschaltet wird) oder irgendwelche Apps machen zu viel. Ersteres ist oft fahrlässige Programmierung, manchmal aber auch notwendiges Übel. Letzteres ist ein Problem, das vor allem durch Online-Dienste entsteht. Der User möchte alle Tweets, Mails, Mitteilungen von Facebook, *Vz, Lokalisten und w-k-w.de, RSS-Feeds und Updates diverser "Website-Apps" ohne lange Downloadzeit beim App-Start, besser mit Benachrichtigung innerhalb von 2 Sekunden wenn's was Neues gab. Und Einstelldialoge aufrufen ist ja sowas von un-iPhoneig, das will auch keiner. Also werden die Einstellungen halt so vorgegeben, dass sich möglichst wenig User über die "lahme App, die mich viel zu spät informiert" beschweren, der Akkuverbrauch fällt ja nicht sofort auf. Und wenn, schaut ja auch kaum jemand in die Akkuverbraucher-Liste. Ich hab' noch meine Zweifel, dass WP7-Apps in dieser Hinsicht viel besser werden.

    Dazu kommt noch, dass das System selbst auch so manches treibt, was nicht wirklich performant und akkuschonend ist, z.B. das gelegentliche Durchwühlen der gesamten Speicherkarte nach neuen Medien (Bilder, Musik, Videos, bei letzteren beiden gleich noch mit Auslesen und Speichern der Tags) oder der sporatische Check nach Updates im Market oder auf dem Firmware-Server des Herstellers.

  8. Steffen

    20. Oktober 2010 at 15:03

    Ich finde deinen Artikel sehr gelungen.

    Ich beschäftige mich noch nicht so lange mit Android, aber die von dir genannten Punkte sind mir auch schon alle aufgefallen.

    Meiner Meinung nach gibt es bei Android einfach zu viel Auswahl an Hardware und bei IOS einfach (oder definitiv) zu wenig. Die Hersteller bringen einen Androiden nach dem anderen heraus, ohne das für die Nutzer ein wirklicher Mehrwert gegeben ist. Und daraus bzw. dazu kommt dann noch die ganze Update-Problematik. Die Hersteller sollten weniger Geräte auf den Markt werfen und diese dann richtig und konsequent supporten.

  9. Thomas

    20. Oktober 2010 at 16:33

    Das Update-Problem ist mir auch schon negativ aufgefallen. Es geht dabei ja auch um die Sicherheit…

    Das Nexus One als Google-eigenes Handy hat relativ fix nach 2.2. schon 2.2.1 bekommen, weil in 2.2 ein Bug war der Passwörter verrät.

    Aber viele werden 2.2.1 niemals bekommen, was bedeutet: Die werden immer damit leben müssen, das vielleicht ihre gespeicherten Passwörter ins Netz geleakt werden.

    Bravo.

  10. Olli

    20. Oktober 2010 at 16:36

    Toller Artikel, auch wenn man merkt, dass Du ein Droide bist, weil die Kritik am iOS weniger umfangreich geworden ist.

    Sagt ein Kollege: "Olli, schick mir mal bitte noch die Bilder vom Betriebsausflug. Und du bitte auch, Steffi. Ah nee, vergiss es, du hast ein iPhone, ne?"

    Da lacht der Droide :)

  11. xPatriicK

    20. Oktober 2010 at 16:44

    Super Artikel!

  12. allso

    20. Oktober 2010 at 18:36

    Also entweder ist nur Highend ein Vorteil, oder nicht, oder ein Nachteil.

    Es kann aber nicht gleichzeitig Vor- und Nachteil sein.

    • dennyfischer

      20. Oktober 2010 at 18:43

      Es hat halt Vor- und Nachteile… würde ich mal sagen.

  13. bo

    20. Oktober 2010 at 23:45

    Super Artikel thanx!

  14. zottel

    21. Oktober 2010 at 10:51

    Schöner Artikel, danke.

    Kurze Anmerkung zum Schrott im Android Market: Das ist bei iOS nicht wirklich besser. Ich hatte ja vor dem Nexus One ein iPhone. Anfangs habe ich versucht, mir immer alles Neue anzusehen, habe das aber sehr schnell aufgegeben.

    Apple versucht, Malware und seit einiger Zeit Erotik aus dem AppStore zu halten, außerdem instabile Software und andere Sachen, die Apple halt einfach nicht haben will.

    Schrott dagegen hat jede Berechtigung, im AppStore zu sein, die Qualität wird nicht bewertet. Das Ergebnis sind z.B. Hunderte von Furz-Applikationen; 30 verschiedene Apps des gleichen Anbieters, die nichts anderes tun als ein Icon auf den Homescreen zu legen, das eine bestimmte Nummer anruft – einziger Unterschied sind verschiedene Namen und Icons; „Kerzen ausblasen“ und „Flüssigkeiten trinken“ in unzähligen Variationen usw. Tatsächlich habe ich den Eindruck, dass ich im Android Market wesentlich MEHR tatsächlich sinnvolle und nutzbare Applikationen finden kann als in Apples AppStore. (Dazu muss man vielleicht einschränkend sagen, dass ich am Smartphone nicht spiele – diese Kategorie scheint ja am iPhone recht gut und qualitätiv hochwertig bestückt zu sein.)

    Auch die Market-Suche direkt am Telefon finde ich bei Android eher besser gelöst als am iPhone. iOS hat da allerdings den iTunes-Vorteil, das ohne Umstände das Suchen und Herunterladen von Apps am Desktop ermöglicht.

    Natürlich hat der Android Market sehr viel Verbesserungspotential. Er muss sich aber vor der Konkurrenz nicht so verstecken, wie es oft kolportiert wird.

    • dennyfischer

      21. Oktober 2010 at 11:00

      Die Over-The-Air Installation und Verwaltung der Apps wurde ja mit Froyo vorgestellt, die Frage ist nur wann es endlich auch kommt.

  15. derfreddy

    21. Oktober 2010 at 14:27

    Puh endlich zeit gefunden dein Werk zu lesen (so ne pädagogik vorlesung hat also auch vorteile!)..

    Du triffst die wesentlichen Punkte echt gut, Android ist halt immernoch was für Bastler und leute die gern im internet nach lösungen stöbern. Derzeit trifft das auf mich zu, aber wenn ich mir vorstelle so 10-12 stunden am tag im beruf zu verbringen dann glaub ich nicht dass ich bereit wäre meine restliche freizeit mit custom roms oder ähnlichem zu verbringen.. Mir geht vor allem der unübersichtliche market (ich finde teils nichtmal apps von denen ich glaube den titel zu kennen xD) und der micro mini baby speicher bei meinem Desire. 100 MB sind ein Skandal, nichtsdestotrotz denke ich dass Google weiter an sich arbeiten wird und den Markt nicht kampflos abgeben wird.

    Ein großer Vorteil könnte für Android der Asiatische Markt sein, wie du gesagt hast gibt es so schnell kein günstiges WP7 Gerät und Apples Preise sind ohnehin mieß, doch viele Asiaten schreien nach günstigen Produkten und mit weiß nicht wieviel hundert Millionen potentiellen Käufern ist die Basis dort riesig.

    Go for Gold Android!

  16. hagy

    2. Februar 2011 at 00:48

    Na die neuesten Zahlen sprechen ganz gegen Deine Prognose. WP7 scheint zu floppen – Android legt zu.

    • Denny Fischer

      2. Februar 2011 at 10:15

      Waren ja nur damalige Gedankengänge, bin auch ganz froh das Android nicht nachlässt und Google gerade Vollgas gibt mit den neuen UIs wie Honeycomb. :)

  17. Gustav

    13. April 2011 at 19:53

    Finde das W7 auch nicht wirklich schön ! Hätte man schöner machen können , vielleicht die Kacheln im look von Windows Aero ..

    Da ich schon ein Iphone hatte , kann ich auch ios beurteilen und euch sagen das es schnell langweilig wird. Mir hat es auch nicht gepasst das ich die Internetverbindung nicht deaktiviern konnte und alles über Itunes machen musste. Denke Apple ist ein trend und jeder trend geht irgendwan zu ende. Wenn die Hersteller mal richtig schöne Geräte bauen würden , wie Apple dann wäre Apple auch nicht mehr soweit vorne.
    Ich persönlich finde Android besser , weil man sich das personalisieren kann.
    Denke auch das Android mit Htc Sense , das bessere Android ist ;-)
    Die Updatepolitik von Android geht aber gar nicht , genauso wie die Markt !! Da muss sich wiklich was ändern.

  18. Thomas

    15. April 2011 at 10:27

    Bin mit dir mehr oder weniger gleicher Meinung. Nur würde ich, was du als Vorteil genannt hast, nämlich die einheitlichen Oberflächen vom iOS eher als Nachteil sehen. In dem Mass, in welchem Apple die Benutzer oder in diesem Fall die Entwickler einschränkt ist nun wirklich übertrieben.
    Wie auch immer, ich setze grosse Hoffnungen ins WP7, da ich es u.a. als sehr entwicklerfreundlich empfinde.

  19. Harry Amend

    15. April 2011 at 11:09

    Mit dem updates bin ich auch mal gespannt ob die das in den Griff bekommen. Ich erinnere da gerne an mein Milestone das fast ein Jahr lang auf Froyo warten musste und als es endlich kam als (Entschuldigung) verkrüppelte Version auf dem markt geworfen wurde und bis heute noch nicht richtig funktioniert. Hier ist dringend Handlungsbedarf. Auch den Market finde ich bis heute immer noch unübersichtlich.

  20. Felix

    29. April 2011 at 19:54

    Ich finde den Bericht sehr schön und sehr zutreffend! Um den Streitigkeiten von Google und Microsoft aus dem Weg zu gehen kaufe ich einfach immer Apple und bin einfach immer auf der sicheren Seite, habe alles was ich brauche und auch noch ein sehr schönes System, das sehr innovativ zu bedienen ist.

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