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Erfahrungsbericht: Meine ersten Tage mit einem Chromebook

Seit letzten Donnerstag bin ich nun im Besitz eines Chromebooks von Samsung in der UMTS-Variante. Ursprünglich wollte ich eigentlich zum Acer-Modell greifen, welches über 3 USB-Anschlüsse und einen einen HDMI-Ausgang verfügt. Dies ist allerdings bis dato immer noch nicht hier erhältlich, zudem bietet das Modell von Samsung ein mattes Display und eine abartig geile Akkulaufzeit.

Am letzten Donnerstag war es endlich soweit, selten habe ich mich auf ein neues Gerät so gefreut, denn es ist für mich im Prinzip wirklich endlich mal wieder etwas komplett neues. Klar macht das Testen von Android-Smartphones und Tablets viel Spaß, dennoch erhält man immer das Gleiche mit nur wenigen Unterschieden, diesmal gab es für mich etwas komplett neues zu entdecken.

Der erste Eindruck

Binnen Sekunden war das Paket aufgemacht und das Chromebook ausgepackt, fühlt sich auf die erste Berührung echt gut an, ein angenehmes Gewicht, hochwertiger Kunststoff und es ist schön flach. Leider lässt sich RAM nicht nachrüsten, die verfügbaren 2GB sind fest verlötet und eine Aufrüstung wäre eher kompliziert.

Während ich das Gerät das erste Mal aufklappe bin ich positiv überrascht, die Tastatur fühlt sich verdammt gut an, das Teil kommt bei mir ziemlich zum Hardcore-Einsatz und muss daher wirklich eine verdammt gute Haptik bieten, sonst wäre das Chromebook bereits nicht mehr auf meinem Schreibtisch. Die Tasten sind groß, wesentlich größer als bei meinem 11,6 Zoll Lenovo IdeaPad S205 und es lässt sich daher auch ein wenig besser schreiben. Natürlich ist das Layout auch hier im neumodischen Chiclet-Style. Apropos Layout, auch hier gibt es ein Unterschied zu normalen Net- und Notebooks, es fehlen gänzlich die F-Tasten, dafür gibt es Kurzwahltasten für den Refresh einer Webseite, für die Helligkeit, Lautstärke und andere Dinge.

Wie erwartet fährt das Chromebook binnen Sekunden hoch und ist bereit für die Benutzung bzw. Einrichtung. Dafür müsst ihr nur Sprache, W-LAN auswählen und letztlich euren Google-Account eintippen. Schon sind wir fertig und müssen uns mit dem Touchpad befreunden, dieses ist groß und schon fast zu groß. Zudem ist die komplette Fläche auf Touch-basis und es gibt nur eine große Maustaste. Ein Rechtsklick wird mit dem gleichzeitigen Tippen auf das Touchpad mit zwei Fingern realisiert, gescrollt wird ebenfalls mit zwei Fingern in dem man so auf dem Touchpad von oben nach unten oder umgekehrt wischt.

Der erste Eindruck ist zumindest bei mir fast durchweg positiv, ein grundsolides Gerät mit einem neuen Konzept in Sachen Betriebssystem, ich bin bereit damit zu arbeiten und beginne auch direkt.

Windows aus, Chrome OS an

Ungefähr genauso lief es ab, als ich mich am Chromebook angemeldet habe, klappte ich das Windows-Netbook zu und arbeitete nur noch mit dem Chromebook. Viel umgewöhnen muss man sich erstmal nicht, denn vorher machte ich auch 99 Prozent meiner Arbeit im Browser und griff nur selten auf andere Tools zurück. Chrome ist eben Chrome und da ändert sich auch erstmal nichts, meint man zumindest. Erschreckend muss ich leider in den letzten Tagen feststellen, die Performance von Flash und teilweise Java ist nicht gerade berauschend. Vor allem Flash lässt stark zu wünschen übrig, Youtube oder ähnliches macht mit dem Chromebook keinen Spaß und das liegt nicht am Atom-Prozessor von Intel, denn der ist mit seinen zwei Kernen und den 2GB-RAM definitiv stark genug um mehr leisten zu können, davon kann sich jeder im direkten Vergleich mit Windows gern selbst überzeugen.

Mehrere Webseiten mit Flash stürzen auch gern ab und man muss die Seiten dann neu laden, das kann ziemlich nervig sein und ist einer meiner größten Kritikpunkte. Ansonsten lässt es sich gut mit dem Chromebook arbeiten, dazu die richtigen Erweiterungen und Web-Apps, schon hat man ein perfektes mobiles Arbeitsgerät, für mich als Blogger absolut perfekt und ausreichend. Für Dinge wie Steuer, Videobearbeitung und ähnliches, habe ich nach wie vor ein leistungsstarkes Notebook hier stehen.

Man muss sich leider auf diverse Einschränkungen einrichten, so fehlen unter anderem derzeit noch Plugins wie beispielsweise für Windows Media, damit gehen leider die meisten Webradios erstmal flöten. Der interne Datei-Explorer ist zwar ausreichend, allerdings so spartanisch, dass sich nicht mal Dateien von einem Ordner in einen anderen kopieren lassen. Einige Web-Apps oder ähnliches sind zudem nicht immer fähig Dateien auf der eingebauten 16GB SSD zu speichern, es funktioniert einfach nicht. Dazu zählen beispielsweise auch der Foto-Editor Picnik, das bearbeitete Bild muss dann also nicht gespeichert sondern als Bild heruntergeladen werden.

Sehr praktisch finde ich am Chromebook den Helligkeitssensor, der regelt die Helligkeit des Displays sehr gut, ansonsten haben wir dafür ja Tasten mit welchen sich auch die Lautstärke sehr komfortabel umstellen lässt. Wer übrigens meint, dass die zwei USB-Anschlüsse zu wenig seien, während ich am Windows-Gerät immer alle vier USB-Anschlüsse belegt hatte, ist beim Chromebook bei mir höchstens einer durch den Maus-Receiver belegt und irgendwie arbeite ich nicht anders als sonst.

Äußerst nett ist auch die Einbindung des UMTS-Moduls, einfach die SIM-Karte in den dafür vorgesehenen Slot reinpacken und mit zwei Klicks verbinden. Etwas nervig finde ich die immer wiederkehrende Frage nach der PIN für die SIM-Karte, wenn man sich mit UMTS verbinden möchte, man könnte diese vielleicht verbinden mit dem entsprechenden Account welcher angemeldet ist, um diese nicht immer wieder eingeben zu müssen. Wie ich herausgefunden habe, lässt sich das Ganze einstellen und man kann die PIN-Abfrage ausschalten und sogar auch die PIN ändern.

Fazit

[aartikel]B0054Q9QT6:right[/aartikel]Prinzipiell macht das Arbeiten mit dem Chromebook aber viel Spaß, das Display ist klasse in seiner Darstellung, die Helligkeit ist sehr stark, die Auflösung ist mit 1280×800 Pixel scharf genug und die Blickwinkel sind auch spitze. Die Tastatur überzeugt mich vollkommen, ich vertippe mich nur äußerst selten und der Anschlag der Tasten ist kurz und „hart“, so gefällt mir das persönlich sehr gut. Die Akkulaufzeit ist ebenfalls der Wahnsinn, zwischen 7 und 9 Stunden bekomme ich hin, ist auch schwer von der Nutzung und der Helligkeit des Display abhängig, sowie von der Nutzung von Flash welche viel Akku zieht.

Ich bin nicht enttäuscht das einige Funktionen eventuell fehlen, denn immerhin war ich mir im vornherein darüber bewusst, dass ich kein Windows mehr nutze sondern einen Browser. Bisher vermisse ich nichts, was ich vorher auch nicht in Chrome machen konnte, ich muss nur lediglich kurzzeitig das Gerät wechseln, was bei mir aber äußerst selten vorkommt.

Man muss sich im klaren sein, für was man sein Chromebook nutzen möchte. Für Kollege Frick ist es beispielsweise sicherlich weniger nützlich, wenn man des Öfteren Support leisten muss via TeamViewer oder ähnlichen Programmen die es nicht für Chrome gibt. Wer aber wie ein Blogger nahezu ausschließlich im Browser arbeitet vermisst hier absolut nichts, sondern begrüßt den Fokus auf die wesentlichen Dinge die man für die Arbeit benötigt. Ich bin gespannt wie sich die nächsten Tage und Wochen gestalten werden, dann gibt es weitere Berichte zum Chromebook.

Noch zwei Punkte muss ich abschließend erwähnen. Liebes Chromebook-Team, wofür zur Hölle benötigt man die ESC-Taste und warum hat man auf die ENTF-Taste verzichtet?