Amazon spendiert seiner Fire TV-Oberfläche eine umfassende Frischkur. Die wichtigste Neuerung für Power-User: Ab sofort lassen sich bis zu 20 Apps direkt auf der Startseite anpinnen. Damit wird das bisherige Limit von sechs Plätzen deutlich gesprengt.
Auch wenn Amazon Prime Video-Inhalte weiterhin prominent platziert, ist dies ein klares Signal an App-Liebhaber und das insgesamt recht umfangreiche Update ein Indiz dafür, dass Fire TV als System gesetzt bleibt – eine generelle Ablösung durch das weniger app-zentrierte Vega OS scheint damit vorerst vom Tisch.
Strukturierte Navigation und Live-Inhalte
Die Benutzeroberfläche wurde am oberen Rand neu geordnet und in logische Kategorien unterteilt:
- Kategorien: Schneller Zugriff auf Filme, TV-Serien, Sport und Nachrichten.
- Live-TV-Tab: Hier fließen klassisches Fernsehen und Streams verschiedener Anbieter an einem zentralen Ort zusammen.
- Sport-Bereich: Fans erhalten hier eine Übersicht zu laufenden Live-Übertragungen sowie detaillierte Zeitpläne für kommende Events.
Der frische Look der Startseite und das neue obere Menü erinnern dabei an Google TV. Gerade verteilt Google auf seine TV-Plattform ein recht ähnliches Update, das man aber schon tief im vergangenen Jahr offiziell gemacht hatte.

Performance-Schub und neues Bedienkonzept
Unter der Haube hat Amazon den Quellcode massiv optimiert. Das Ergebnis: Die Navigation auf den gängigsten Geräten reagiert nun um zwanzig bis dreißig Prozent schneller. Spürbar ist das hoffentlich vor allem auf den günstigeren Modellen der Fire TV-Reihe.
Auch die Bedienung wurde verfeinert. Ein neues Schnellmenü für Einstellungen lässt sich nun durch langes Drücken der Home-Taste aufrufen. Zusätzliche Funktionen wie die App-Mediathek, Spiele und die universelle Merkliste sind in ein kompaktes Seitenmenü gewandert. Passend dazu wurde die Fire TV-App für Smartphones verbessert, um das Durchstöbern von Inhalten mobil noch komfortabler zu gestalten.

Intelligente Suche mit Alexa+
Ein Highlight des Updates ist die tiefe Integration von Alexa+. Die KI-gestützte Sprachsuche geht weit über das Finden von Titeln oder Genres hinaus. Nutzer können nun gezielt nach Filmen mit einem bestimmten „visuellen Stil“ suchen oder die KI direkt zu Inhalten befragen, die gerade auf dem Bildschirm zu sehen sind.
Rollout-Plan: Wer bekommt das Update zuerst?
Die Verteilung der neuen Oberfläche startet im Februar 2026, gerade erhalten die ersten Nutzer die neue Oberfläche. Den Anfang machen folgende Geräte:
- Fire TV Stick 4K Plus
- Fire TV Stick Max (2. Generation)
- Omni Mini LED-Serie
Besitzer älterer Fire TV-Modelle müssen sich noch etwas gedulden, sollen das Update aber zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls erhalten. Auch wir in Deutschland müssen uns wohl noch etwas in Geduld üben, bis die neue Oberfläche bei uns startet. Vor allem aber wird Alexa+ noch eine Weile auf sich warten lassen.
Auch interessant: Amazon schränkt dennoch das Android-basierte Fire TV OS stärker ein und greift etwa bei Piraterie-Apps durch.
