Prüfer für Inhalte auf YouTube und anderen Plattformen haben es schwer, sie bekommen befristete Arbeitsverträge und müssen sich so einiges anschauen.

Inhalte auf YouTube und anderen Plattformen können nicht komplett automatisch geprüft werden. Gerade auf Faktoren wie Hetze, Rassismus und Gewalt, werden Videos auf den großen Plattformen nach wie vor von Hand geprüft. Hierbei kommt die übliche Methode zum Einsatz, die Großkonzerne verteilen Aufträge an Subunternehmer. Und weil der Mitarbeiter in dieser Nahrungskette zwei Unternehmen untersteht, gibt es weder feste Arbeitsverträge noch die richtigen Gehälter.

Bei Google würden wir alle des Doppelte verdienen

Gegenüber ct berichten gleich mehrere Mitarbeiter, was hinter den Kulissen abgeht. Arbeitsverträge werden stets auf ein Jahr befristet. Auch das Gehalt ist mit 28.000 Euro Brutto für den Hamburger Raum, in welchem eines der für YouTube engagierten Unternehmen sitzt, nicht gerade angemessen. Viel schwerwiegender sind allerdings die dazu im Verhältnis stehenden Arbeitsbedingungen.

Bis zu 150 Entscheidungen fällen Mitarbeiter je Tag. Hierbei werden Videos nach den YouTube-Richtlinien bewertet, zugleich aber auch nach juristischen. Wann ist ein Video strafbar, wann geht es über die Meinungsfreiheit hinaus. Videos werden zufällig zugespielt, sodass ein Mitarbeiter schwere und ein anderer eher leichte Fälle auf den Tisch bekommen kann. Eine Fehlerquote entscheidet über Rauswurf oder Gehaltsanstieg.

Auch S. sagt: „Google sollte es selbst machen, statt die Aufgabe an irgendwelche Dumpingfirmen auszulagern“. Google wolle vermeiden, dass eigene Mitarbeiter wegen der psychischen Belastung „durchdrehen“, meint T.

Druck haben diese Mitarbeiter schon genug, doch dann kommen noch die Inhalte hinzu. Videos von Enthauptungen, Erschießungen und ähnliche Inhalte, müssen gesichtet sowie gelöscht werden. Eine schwere Belastung. Immerhin gäbe es bei dem Hamburger Unternehmen den schnellen Zugriff auf Psychologen, einen Ruheraum und die „leakenden“ Mitarbeiter reden positiv über kostenlose Snacks sowie Events für die einzelnen Teams.

Google verrät nicht, wie viele Mitarbeiter für die Prüfung der Inhalte extern und intern angestellt sind. Über 10.000 Mitarbeiter sind es aktuell insgesamt. Es ist durchaus davon auszugehen, dass Google selbst höhere Gehälter zahlt. Dazu sind aber keine vergleichbaren Details bekannt.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.