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Warum uns der Corona-Shutdown gut tun kann

Denny Fischer

Veröffentlicht

in Marktgeschehen

am

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Eine Krise wie die durch die Corona-Pandemie ausgelöste muss für eine Bevölkerung wie in Deutschland nicht nur von Nachteil sein. Hoffen wir jedenfalls.

Zumindest in meiner Internetblase sind sich die Leute einig, dass viele Berufe deutlich besser bezahlt werden müssen. Von einem ausgeübten Beruf gut leben zu können, ist neben der eigenen Leidenschaft für eine Tätigkeit ein immens wichtiger Punkt. Aber von vielen Berufen kann man nicht gut leben, allein die Leidenschaft reicht dann leider auch nicht. Eine über Jahrzehnte gepflegte Niedriglohn-Bezahlung ist der Grund dafür, warum in Deutschland Pflegenotstand herrscht, die Gastronomie stets nach Mitarbeitern sucht, der Einzelhandel nach Stückzahlen vergütet, Feuerwehr und Polizei unterbesetzt sind.

Aber der Wirtschaft ging es in den letzten Jahren besonders gut. Wenn der größte Teil der Bevölkerung gut durchkommt, dann fallen die eben erwähnten Punkte natürlich kaum ins Gewicht. Sie finden kein Gehör. Es ist also nicht nur schlecht, dass die komplette Wirtschaft und das Leben in Deutschland aufgrund der Corona-Krise auf die wichtigsten Bestandteile zurückfahren müssen. Endlich sieht ganz Deutschland sehr bewusst, auf welche Berufsgruppen es ankommt, worauf das System gestützt und es letztlich angewiesen ist. Gesundheitssystem, Grundversorgung, Sicherheit.

Corona-Shutdown: Deutschland besinnt sich gezwungenermaßen auf wesentliche Dinge

Ich bin deswegen der Meinung, dass der Corona-Shutdown auch gute Seiten hat. Missstände werden endlich für alle viel deutlicher sichtbar, weil davon aktuell nicht mehr der Wohlstand ablenkt. Wir sitzen zuhause, schauen Netflix und bemitleiden uns selbst. Viel mehr hat Deutschland gerade nicht zu tun. Ein guter Zeitpunkt darüber nachzudenken, für welche Bereiche wir in Deutschland unbedingt wieder mehr machen müssen. Vielleicht erhöht das den Druck auf verantwortliche Personen, in ihren jeweiligen Bereichen nachzubessern.

Eine Einschränkung der bisherigen Freiheiten und auch das Zurückfahren des allgemeinen Überflusses sehe ich wegen der angeführten Gründe eben auch positiv. Natürlich haben diese Umstände die äußerst bittere Note, dass sehr viele mittelständige Betriebe diese Krise nicht überleben werden. Mir tut es um jeden leid, der jetzt um Job und eigenen Betrieb bangen muss. Aber wir kommen alle wieder auf die Beine. Es ist kein Krieg, nachdem wir Stein auf Stein setzen und ums Fressen betteln müssen. Das Land muss nach der Corona-Krise „nur“ wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen.

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