Analyse: Amazon sammelt mehr Daten als Temu und Shein

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Eine aktuelle Untersuchung des VPN-Anbieters Surfshark offenbart gravierende Unterschiede im Datensammelverhalten beliebter Shopping-Apps. Entgegen verbreiteter Annahmen würden US-amerikanische Anwendungen deutlich mehr persönliche Informationen erheben als ihre chinesischen Pendants.

Amazon erfasse 25 von 35 möglichen Datentypen und liegt damit an der Spitze, so die Studie. Walmart und Costco folgten mit jeweils 23 gesammelten Kategorien. Im Vergleich dazu sammle die chinesische App Alibaba 19 Datentypen, Temu 17, AliExpress 16 und Shein „lediglich“ 15. Die kanadische App Shop (nutze ich inzwischen gerne, um Lieferungen zu tracken) bewege sich mit 19 Typen genau im Mittelfeld.

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Bild: Surfshark

Alle untersuchten Apps erheben Basisdaten wie E-Mail-Adresse, Name, Zahlungsinformationen, physische Adresse, Nutzer-ID, Suchverlauf und Produktinteraktionen. Die meisten greifen zusätzlich auf Geräte-IDs, Telefonnummern, Fotos, Videos und Standortdaten zu. Kritisch sei laut Surfshark, dass diese Informationen direkt mit einzelnen Nutzern verknüpft würden und so umfassende Profile entstünden.

Sieben der zehn Apps teilten gesammelte Daten mit Datenmaklern oder Dritten zum Nutzer-Tracking, heißt es in der Untersuchung. Alibaba gebe beispielsweise Käufe, Kontaktinformationen und Identifikatoren weiter, Walmart teile Käufe, IDs und Nutzungsdaten. Sechs Apps – darunter Amazon, Walmart und Costco – nutzten Nutzerdaten explizit für Werbezwecke Dritter.

Amazon sammle 20 Datentypen für die schwammig definierte Kategorie „Andere Zwecke“, die Apple lediglich als „alle nicht aufgeführten Zwecke“ beschreibt. Surfshark kritisiert: „Amazon kann eine große Menge an Nutzerdaten aus nicht näher spezifizierten Gründen sammeln, was den Nutzern wenig Transparenz darüber lässt, wie ihre Informationen verwendet werden könnten.“

„Einige der von diesen Shopping-Apps gesammelten Daten sind überraschend und sogar bizarr“, stellt Surfshark fest. Amazon und Walmart sammeln sensible Informationen, die politische Ansichten, rassischen oder ethnischen Hintergrund, biometrische Daten, genetische Informationen, sexuelle Orientierung, Behinderungsstatus oder Schwangerschaftsdaten umfassen können. Zudem erfassen Amazon, Walmart, Whatnot und Alibaba Sprach- oder Tonaufnahmen.

Wer Shopping-Apps nutzt, sollte sich bewusst sein: Der Preis für Schnäppchen kann die eigene Privatsphäre sein. Ein Blick in die Datenschutzrichtlinien im App Store lohnt sich vor dem Download.

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