Google träumt von KI-Oberfläche, die sich dem Menschen anpasst

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KI-generiert mit Nano Banana Pro

Google hat mit Natively Adaptive Interfaces (NAI) ein Framework vorgestellt, das eine spannende Vision für die Zukunft des Computings zeichnet: Benutzeroberflächen, die sich in Echtzeit an die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen anpassen. Die Grundidee formuliert Google klar: „Wir schaffen eine Welt, in der sich jede Oberfläche an eure Vorlieben anpasst und mit euch zusammenarbeitet – genau so, wie ihr seid.“

Technisch setzt Google auf ein agentenbasiertes System. Ein zentraler Orchestrator erkennt, was ihr erreichen wollt, und delegiert Aufgaben an spezialisierte Unter-Agenten – etwa einen Summarization Agent, der komplexe Dokumente aufbereitet, oder einen Settings Agent, der die Oberfläche dynamisch anpasst. „NAI ersetzt statische Navigation durch dynamische, agentengesteuerte Module und verwandelt digitale Architektur von einem passiven Werkzeug in einen aktiven Mitarbeiter“, beschreibt Google den Ansatz.

Schon erste Prototypen im Einsatz

Erste Prototypen zeigen das Potenzial: StreetReaderAI etwa führt sehbehinderte Menschen durch den Straßenverkehr, während der Multimodal Agent Video Player (MAVP) auf Gemini-Basis Videoinhalte in einen interaktiven Dialog verwandelt. Nutzer können in Echtzeit Fragen zum Bildinhalt stellen.

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Bild: Google

Google spricht vom Beginn eines „goldenen Zeitalters“ für adaptive Interfaces. Entscheidend sei dabei der sogenannte Curb-Cut-Effekt: Was für spezifische Bedürfnisse entwickelt wird, nützt am Ende allen. Sprachsteuerung hilft nicht nur Menschen mit motorischen Einschränkungen, sondern auch jedem, der gerade keine Hand frei hat. Bis NAI in fertigen Produkten ankommt, dürfte es allerdings noch dauern – die starre One-Size-fits-all-Oberfläche könnte aber ein Auslaufmodell sein.

Auch wenn Google NAI primär unter dem Label Barrierefreiheit entwickelt, steckt dahinter meiner Meinung nach ein weit größerer Gedanke: die Abkehr von der statischen Benutzeroberfläche, wie wir sie seit Jahrzehnten kennen. Bislang nutzt die Tech-Branche KI vor allem für Chatbots, Bildgenerierung oder Suchfunktionen. NAI hingegen setzt einen Schritt früher an und macht die gesamte Interaktion zwischen Mensch und Maschine adaptiv. Ich finde, das ist ein Konzept, das die Stärken generativer KI konsequent zu Ende denkt und skizziert eine mögliche Zukunft des Computings, in der nicht mehr der Mensch die Software bedienen lernt, sondern die Software den Menschen versteht. Sauspannend!

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