Bisher war ich immer sehr skeptisch gegenüber wirklich günstigen Mobilgeräten, doch neben dem sehr starken Moto G als Smartphone für wenig Geld gibt es mit dem Acer C720 Chromebook auch ein kleines Notebook, das für richtig wenig Geld sehr viel bietet. Lest in diesem Test, warum das C720 Chromebook wohl zu den besten Low-Price-Notebooks am Markt […]

Bisher war ich immer sehr skeptisch gegenüber wirklich günstigen Mobilgeräten, doch neben dem sehr starken Moto G als Smartphone für wenig Geld gibt es mit dem Acer C720 Chromebook auch ein kleines Notebook, das für richtig wenig Geld sehr viel bietet. Lest in diesem Test, warum das C720 Chromebook wohl zu den besten Low-Price-Notebooks am Markt gehört.

Vorweg muss man sich immer die Frage stellen, welche Aufgaben mit einem Chromebook bewältigt werden sollen. Die Einfachheit von Chromebooks kann aber muss kein Hindernis in der alltäglichen Arbeit sein. Ich persönlich kann mit einem Chromebook meine PCs nicht ersetzen, nutzte die Geräte mit Chrome OS aber sehr gern mobil. Hauptsächlich arbeite ich im Browser, ein Chromebook kann mir also fast alles bieten, erst bei Anwendungen für die Steuererklärung und ähnlichen Dingen stoße ich leider an teils unüberwindbare Grenzen.

Ohne Internet nicht nutzbar?

Nein, Chromebooks können sehr wohl ohne Internet genutzt werden. Ziemlich lustig finde ich nach wie vor das Argument, dass Chromebooks ohne Internet völlig zwecklos wären. Aber ganz ehrlich, was macht der Nutzer heutzutage, der ein Notebook auf der Couch nutzt? Richtig, er surft im Web, spielt Spiele im Web, hört Musik im Web oder schaut Filme im Web. Keine Internetverbindung? Die meisten Notebooks bleiben dann wohl geschlossen, nicht nur die Chromebooks. Mal unabhängig davon sind Chromebooks Web-Devices und werden entsprechend beworben, sind also sowieso vor allem für das Internet ausgelegt, weshalb das Offline-Argument schon immer totaler Käse war.

Zudem gibt es inzwischen zahlreiche Apps, die auch offline genutzt werden können und dann bei erneuter Verbindung mit dem Internet die Daten mit der Cloud synchronisieren. Ich kann euch nicht für jeden Anwendungszweck eine Offline-App nennen, doch grundlegende Dinge wie das Verfassen von Texten geht auch ganz ohne Netz.

Leistung satt dank Haswell-Chipsatz

Wer sich in den letzten Jahren mit Chromebooks auseinandersetze, ist immer wieder spätestens beim Thema Leistungsfähigkeit ins Zweifeln gekommen, ob sich ein Chromebook wirklich lohnt. Meist reichte die Hardware nicht mal für die eigenen Google-Webseiten aus. Gmail, Google+, YouTube und Co. waren nicht wirklich flüssig nutzbar und liefen erst durch diverse Tricks halbwegs passabel. Mit der neuen Haswell-Generation der Celeron-Prozessoren von Intel ist das endlich anders, die können auch aufwendige Webseiten wunderbar fluffig darstellen.

Wenn also Webseiten und Web-Apps flüssig genutzt werden können, macht die Arbeit einfach viel mehr Spaß. Das ist beim C720 Chromebook definitiv der Fall, selbst Webseiten wie von den Kollegen von The Verge laufen sehr gut. Der Prozessor scheint viele Aufgaben besser abhandeln zu können, ohne dass beispielsweise gleich das System komplett zusammenstürzt, nur weil man mal mehrere Webseiten gleichzeitig lädt.

Dual Core ist nicht gleich Dual Core, das sollte klar sein. Deutlich merkt man einen Unterschied zum Serie 3 Chromebook von Samsung, das mit einem ARM-Prozessor ausgestattet ist, welcher üblicherweise in Smartphones und Tablets verbaut wird. Folgende Benchmarks zeigen deutlich, wie groß die Unterschiede dank der neuen Haswell-Prozessoren sein können.

Sunspider (weniger ist besser)
C720: 372 ms
Serie 3: 658 ms

Browsermark (mehr ist besser)
C720: 4463 Punkte
Serie 3: 3004 Punkte

Peacekeeper (mehr ist besser)
C720: 2966 Punkte
Serie 3: 1106 Punkte

Der verbaute Arbeitsspeicher ist mit 2 GB RAM nicht übermäßig groß, macht sich allerdings auch nur selten negativ bemerkbar. Ich hatte mir mehr gewünscht, doch die 2 GB sind eigentlich dann doch ausreichend.

Richtig viel Akku und gutes Display

Neben der Leistung sind natürlich auch Akku und Display ziemlich wichtig. Auch beim C720 ist das verbaute 11,6 Zoll Display matt, eignet sich daher auch ganz gut für den Einsatz unter der Sonne. Die Auflösung von 1366 x  768 Pixel sorgt für ein insgesamt sehr scharfes Bild, ich kann mich definitiv nicht beschweren. Richtig toll schneidet das C720 aber ab, wenn es um die Helligkeit geht, denn davon bietet es richtig viel und das auch noch sehr gleichmäßig über das komplette Display. Bei verschiedenen Blickwinkeln verändert sich das Bild mal mehr und mal weniger stark, hier merkt man dann doch, dass es sich um günstigeres Gerät handelt.

Folgend sehen wir das Display vom Serie 3 (links) und vom C720 (rechts). Bei beiden verändert sich das Bild sehr stark bei einem sehr hohen Blickwinkel, beim Gerät von Acer allerdings etwas weniger.

Neben dem überraschend guten Display weiß auch die Akkulaufzeit zu überzeugen. Mindestens 6 – 8 Stunden sind drin, meist je nach Auslastung sogar noch mehr. Nach ein paar Ladezyklen legt der Akku noch weiter zu, sodass eine Laufzeit von ca. 8 Stunden bei den meisten Nutzern die Regel sein sollte. Der Verbrauch im Standby ist ebenfalls sehr gut bzw. niedrig. Während das Serie 3 von Samsung sich ordentlich Saft gezogen hat, obwohl es quasi aus war, braucht das C720 kaum Strom.

Verarbeitung, Tastatur, Touchpad, Lautsprecher

Meines Erachtens ist die Paradedisziplin des C720 Chromebooks definitiv das Gehäuse. Anders als bei vielen anderen günstigen Geräten wissen Tastatur, Touchpad, Verarbeitung und Haptik insgesamt zu überzeugen. Natürlich ist das Teil komplett aus Kunststoff, doch das stört nicht. Die Scharniere des Displays sind solide, wie auch der komplette Rest des Gehäuses, welches sehr steif ist und sich nicht verbiegen lässt. Nichts klappert und knarzt, alles sitzt fest an seinem Platz.

Vergleich mit dem Serie 3, das ja besonders flach ist:

Die Tastatur weiß durch kurze und knackige Anschläge zu überzeugen, wie gewohnt bei Acer-Notebooks. Es klappert auch hier nichts, die Tasten sind ausreichend groß und haben dank Chiclet-Design einen guten Abstand zueinander. Anders als bei vielen anderen Geräten sind die Tasten eher angeraut und matt, nicht glänzend lackiert. Auch das Touchpad lässt keine Wünsche offen, es reagiert sehr gut und erkennt die Finger wie ein gutes Touchdisplay eines aktuellen Smartphones.

Zu den verbauten Lautsprechern gibt es kaum was zu sagen. Es kommen Töne raus und bei voller Lautstärke nicht scheppernd oder kratzend. Insgesamt doch sehr okay, für Musik und Filmfans aber natürlich nicht genug. Ähnlich ist es bei der verbauten Webcam.

Übrigens macht der Lüfter des Prozessors kaum Krach, hörbar wird er überhaupt nur, wenn es mal anstrengender für den Prozessor wird. Das Geräusch dabei ist allerdings angenehm, hat irgendwie eine Ähnlichkeit mit einem Windzug am Meer, was eigentlich untypisch für so kleine Lüfter ist.

Anschlüsse gibt es die üblichen, also einen HDMI-Ausgang, zweimal USB (einer davon USB 3.0), einen SD-Kartenslot, einen Kensington-Lock und natürlich auch eine 3,5 mm Klinke.

Fazit

Eigentlich fehlt dem C720 Chromebook von Acer nur noch eine beleuchtete Tastatur zum vollendeten Glück, doch man kann für 249 Euro eben nicht alles haben. Denkt man aber länger über den Preis nach, dann ist das C720 wirklich ein sehr, sehr gutes Paket für diesen Preis. Es ist meines Erachtens das erste Chromebook, welches man wirklich auf die Massen loslassen kann. Endlich sind die Geräte das, wofür sie Google ins Leben gerufen hat, nämlich sehr günstige Notebooks für das gesamte Web. Und zum gesamten Web gehören eben auch Flash-Videos und andere etwas leistungshungrigere Aufgaben, die mit den Chromebooks der letzten Jahre meist nicht wirklich genutzt werden konnten.

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Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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