Das Problem der Existenz von Werbeblockern ist hausgemacht und noch immer ist nicht bei allen ankommen, dass die Lösung eigentlich ganz einfach ist.

In der Debatte rund um Werbeblocker gibt es verschiedene Ansichten und Vorgehensweisen. Manche Nutzer blockieren kompromisslos einfach alle Werbeanzeigen weg. Mit einem sogenannten Pi Hole geht das gleich für das gesamte Privatnetzwerk. Wiederum blockieren andere Nutzer Werbung zwar auf den meisten Webseiten, setzen zugleich aber auf eine Whitelist für ihre Lieblingswebseiten. Ich gehöre zu den sehr erfahrenen Nutzern, die Ad-Blocker schon immer und auch heute noch komplett meiden.

Obwohl ich durchaus keine supernette Person bin, die alles und jedem gönnt, empfinde ich das Prinzip des Ad-Blockers als ziemlich unfair. Vor allem im „normalen“ Web für Endbenutzer, das sehr viele und gute Inhalte kostenlos für den Nutzer bereitstellt. Aber es ist zugegebenermaßen auch echt anstrengend, manche Webseiten ohne ein solches Tool zu besuchen. Viele haben es nach so vielen Jahren noch immer nicht begriffen, dass man den Nutzer eben nicht mit Werbung zuscheißen sollte. Das Gegenteil ist besser, für beide Seiten.

Viel hilft viel hilft nicht viel

Wenige aber gut platzierte Werbeanzeigen erhöhen die Akzeptanz, die Interaktion damit und langfristig die Umsätze. Natürlich ist das eine umfangreiche und herausfordernde Geschichte, so eine Webseite wirtschaftlich zu betreiben. Und man möchte in einer schnelllebigen Welt stets das Maximum herausholen. Aber aus Panik oder Gier, übermäßig viel und aufdringliche Werbung zu verwenden, sehe ich heute als klaren und auf lange Sicht sogar schmerzhaften Fehler.

Stattdessen sollten einige Webseitenbetreiber darüber nachdenken, ob nicht vielleicht statt verzweifelter Gewinnmaximierung eher die Kostenseite überdacht werden sollte. Es geht mir nicht darum, Redakteure zu kündigen, sondern eine kosteneffizientere Umgebung zu schaffen. Selbst kleinere Webseiten mit wenigen Angestellten oder freien Redakteuren setzen häufig noch immer auf teure Büros, die Unmengen an Geld verschlingen.

Kosten wollen finanziert werden

Ich für meinen Teil meide jedenfalls Webseiten, bei denen ich aus Erfahrung schon weiß, welche Art und Menge von Werbung mich erwartet. Dafür bleibt das schlechte Gewissen aus, da unter meiner Vorgehensweise nicht auch andere leiden müssen, weil etwa ein Ad-Blocker jede Werbung blockiert.

Mir ist bewusst, dass Werbung auch aus Gründen der Privatsphäre geblockt wird. Das dürfte aber vergleichsweise selten der Fall sein.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.