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Ich nutze keinen Ad-Blocker, meide deshalb Webseiten komplett

Denny Fischer

Veröffentlicht

in Feature

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Foto: Unsplash @neringa

Das Problem der Existenz von Werbeblockern ist hausgemacht und noch immer ist nicht bei allen ankommen, dass die Lösung eigentlich ganz einfach ist.

In der Debatte rund um Werbeblocker gibt es verschiedene Ansichten und Vorgehensweisen. Manche Nutzer blockieren kompromisslos einfach alle Werbeanzeigen weg. Mit einem sogenannten Pi Hole geht das gleich für das gesamte Privatnetzwerk. Wiederum blockieren andere Nutzer Werbung zwar auf den meisten Webseiten, setzen zugleich aber auf eine Whitelist für ihre Lieblingswebseiten. Ich gehöre zu den sehr erfahrenen Nutzern, die Ad-Blocker schon immer und auch heute noch komplett meiden.

Obwohl ich durchaus keine supernette Person bin, die alles und jedem gönnt, empfinde ich das Prinzip des Ad-Blockers als ziemlich unfair. Vor allem im „normalen“ Web für Endbenutzer, das sehr viele und gute Inhalte kostenlos für den Nutzer bereitstellt. Aber es ist zugegebenermaßen auch echt anstrengend, manche Webseiten ohne ein solches Tool zu besuchen. Viele haben es nach so vielen Jahren noch immer nicht begriffen, dass man den Nutzer eben nicht mit Werbung zuscheißen sollte. Das Gegenteil ist besser, für beide Seiten.

Viel hilft viel hilft nicht viel

Wenige aber gut platzierte Werbeanzeigen erhöhen die Akzeptanz, die Interaktion damit und langfristig die Umsätze. Natürlich ist das eine umfangreiche und herausfordernde Geschichte, so eine Webseite wirtschaftlich zu betreiben. Und man möchte in einer schnelllebigen Welt stets das Maximum herausholen. Aber aus Panik oder Gier, übermäßig viel und aufdringliche Werbung zu verwenden, sehe ich heute als klaren und auf lange Sicht sogar schmerzhaften Fehler.

Stattdessen sollten einige Webseitenbetreiber darüber nachdenken, ob nicht vielleicht statt verzweifelter Gewinnmaximierung eher die Kostenseite überdacht werden sollte. Es geht mir nicht darum, Redakteure zu kündigen, sondern eine kosteneffizientere Umgebung zu schaffen. Selbst kleinere Webseiten mit wenigen Angestellten oder freien Redakteuren setzen häufig noch immer auf teure Büros, die Unmengen an Geld verschlingen.

Kosten wollen finanziert werden

Ich für meinen Teil meide jedenfalls Webseiten, bei denen ich aus Erfahrung schon weiß, welche Art und Menge von Werbung mich erwartet. Dafür bleibt das schlechte Gewissen aus, da unter meiner Vorgehensweise nicht auch andere leiden müssen, weil etwa ein Ad-Blocker jede Werbung blockiert.

Mir ist bewusst, dass Werbung auch aus Gründen der Privatsphäre geblockt wird. Das dürfte aber vergleichsweise selten der Fall sein.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Avatar

    Unbekannter

    29. April 2020 at 16:26

    … und deshalb packst du hier reichlich Werbung rein?

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      29. April 2020 at 17:23

      2 im Artikelbereich, alles weitere erst unterhalb der Artikel. Außerdem keine Popups, Videos oder irgendwas dergleichen.

  2. Avatar

    Henning Uhle

    29. April 2020 at 17:14

    Guter und differenzierter Artikel. Ich bin vor Jahren aus AdSense rausgeflogen und hatte dann mit einer Alternative gearbeitet. Das brachte mir dann aber irgendwann 0,00 ein, weshalb ich komplett die Werbung rausgehauen habe. Einzig die VG Wort bringt mir Einnahmen. Aber ich bin auch nicht selbständig.

    Du hast natürlich Recht, dass es immer auf das richtige Maß ankommt. Es haben eben viele übertrieben. 2 Banner bei dir finde ich jetzt nicht so schlimm. Insofern passt das so.

  3. Avatar

    Manuel D.

    30. April 2020 at 00:11

    Das ist ahS zu kurz gegriffen.

    Pi-hole,uBlock,etc. blockieren auch(!) Werbung. Es geht aber vor allem um das Blockieren von Tracking,Analytics, Malware,Phishing und alles was dazu gehört.

    Das ist ein maßgeblicher Privatsphären- und vor allem Sicherheitsgewinn.

  4. Avatar

    Carl

    30. April 2020 at 07:16

    Ist ja niedlich. Freiwillige Selbstkontrolle? Hat das jeh funktioniert?!
    Es ist zu spät. Versaut ist versaut. Sogar BILD geht wieder mir jedem AdBlocker. Warum wohl? Ich sehe da keine Rettungsmöglichkeit.
    Das Internet ohne AdBlocker ist ein bunter blinkender ablenkender und vor allem verblödender Witz,der einen dann auch nach totanalysiert.

    Mal ein anderer Ansatz: Noch nie habe ich ein Produkt wegen der Werbung gekauft, sondern wegen Tests und letztlich wegen dem Preis-Leistungsverhältnis. Bin ich da tatsächlich nur eine Ausnahme? Jedem anderen würde ich da pauschal einen schlechten Umgang mit Geld unterstellen, ja Verschwendung.

    Werbung ist immer schlecht. Werbung missbraucht Sprache und hat einen negativen Einfluss auf die Kommunikation, da sie wirklich alles, was sie einmal nutzt ins Lächerliche zieht. Das und dieses penetrante Auftreten von Billigkeit, Schein und Wertlosigkeit verblödet aber vor allem Massen, nicht nur mit Unsinn, sondern auch mit dem Verlust von Konzentrationsfähigkeit, ja schlicht Intelligenz. Werbung macht gar krank.

  5. Avatar

    Peter.

    1. Mai 2020 at 09:28

    Ad-Blocker benutze ich seit einiger Zeit, da ich die Werbung sowieso nicht anklicke habe ich auch kein schlechtes Gewissen. Angefangen habe ich damit als die Werbung ganze Seiten verdeckt haben und somit unbrauchbar gemacht haben weil man die Werbung nicht wegklicken konnte. Verschärfend kommt noch dazu das meistens zu Amazon verlinkt wird, da kaufe ich sowieso nichts ein.

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