Schon seit einigen Monaten haben wir den Amery A900 hier, ein Saugroboter einer unbekannten chinesischen Firma mit integrierter Mapping-Funktion. Aber ich bin darauf reingefallen. Hatte nicht richtig gelesen, was da steht. Dieser Saugroboter kann wie sehr viele andere vergleichbare Modelle zwar eine Karte der gesäuberten Fläche erstellen, diese aber nicht auf Dauer speichern oder sie gezielt abfahren. Die beworbene „Routenplanung“ täuscht absichtlich darüber hinweg, dass die Kartierung der Wohnräume nur einen bedingt sinnvollen Hintergrund hat.

Moderne Saugroboter mit integrierten Lasern können ihre Umgebung scannen und damit einen Grundriss erstellen. Dieser Grundriss ist Basis für zukünftige Reinigungen. Erst wenn ein Saugroboter seinen kompletten Grundriss abgefahren hat, ist die Reinigung abgeschlossen. Das kann sogar mehrere Ladevorgänge zwischendurch bedeuten. Außerdem kann so ein Saugroboter auch gezielt in bestimmte Bereiche geschickt werden. Dafür hat er den Grundriss und weiß stets genau, wo er sich im Raum befindet oder hinfahren muss.

Saugroboter: Kartierung gibt es in gut und in schlecht

Anders ist es beim Amarey A900 und vergleichbaren Geräten. Zwar wird hier ebenfalls eine Karte mittels integrierter Kamera erstellt, doch immer nur für die aktuelle Reinigung. Während wirklich intelligente Saugroboter stets wissen, wo sie noch nicht gewesen sind und daher noch reinigen müssen, weiß der Amarey A900 immer nur, wo er schon gewesen ist. Mehr oder weniger. Ein signifikanter Unterschied, auch weil die Kamera die Karte anhand der Decke erstellt.

Zwar fährt der Amarey A900 nicht wild durch die Gegend und fünfmal dieselbe Ecke der Wohnung ab. Er weiß aber eben auch nicht, wo er unbedingt noch hinfahren muss. Das basiert letztlich auf dem Zufallsprinzip. In unserer neuen Wohnung hat der Saugroboter in der ersten Etage aktuell über 40 qm zu saugen. Ob er das aber auch wirklicht macht, hängt letztlich von dem Zufall ab, ob er auch alle Räume und Ecken tatsächlich findet.

Man kann nach jeder Reinigung die erstellte Karte einsehen. Nur sind es manchmal eben 40 qm, mal 35 oder auch nur 29. Die integrierte Kartenfunktion ist daher kein Indiz dafür, dass dieser Saugroboter „intelligent“ ist. Schlau ist der Roboter nur dann, wenn er glaubt, einen Raum erkannt zu haben und diesen in Bahnen nach und nach abfährt. Noch wesentlich dümmere Geräte fahren komplett orientierungslos kreuz und quer.

Obwohl es den Anschein macht, kann dieser Saugroboter nicht gezielt in Bereiche geschickt werden und es können bestimmte Bereiche auch nicht von der Reinigung ausgenommen werden. Jede Reinigung startet dumm bei null, ohne gespeicherte Karte. Jedenfalls ist die integrierte Kamera keinen Aufpreis wert, da sie fast keinen sinnvollen Zweck erfüllt.

Reinigungsleistung ordentlich, ausgestattet wie jeder andere

Es gibt sehr viele vergleichbar aufgebaute Geräte, darunter die Eufy-Sauger von Anker. Grundsätzlich sind diese Saugroboter immer sehr, sehr ähnlich und basieren auf vergleichbaren und manchmal den gleichen Bauteilen. Das macht zumindest die Beschaffung von Ersatzteilen einfacher. Sie haben einen Schmutzbehälter von ca. 600 ml, eine große rotierende Bürste mittig, zwei nach vorn ausgerichtete drehende Bürsten und verfügen über einen einfach austauschbaren Hepa-Filter. Der Austausch der Bauteile ist kinderleicht, das erleichtert auch die Reinigung dieser.

Nur die Bürsten an der Vorderseite werfen kleine Steinchen und ähnlichen Schmutz manchmal von A nach B, anstatt sie zum Aufsaugen unter den Saugroboter zu kehren. Eigentlich müssten sich diese drehenden Bürsten nur etwas langsamer drehen, dann wäre das Ergebnis erheblich besser. Ansonsten geht die bloße Reinigungsleistung absolut klar für uns.

Über die App kann man Funktionen steuern, was auch über die dazugehörige Fernbedienung möglich ist. Dazu gibt es noch optional einen Zeitplan und die Reinigung kann auf Wunsch per Alexa gestartet werden.

Fazit: Zu teuer weil zu wenig smart

Um die 300 Euro kostet dieser Saugroboter, der die grundlegende Aufgabe, das Reinigen der Böden, gut erledigt. Es gibt nur eben das Problem, dass die smarten Funktionen nicht so gut sind, wie man das eventuell auf den ersten Blick erhoffen mag. Die Reinigungsleistung geht für uns mit Katzenstreu und Co. auf Teppich und Parkett absolut in Ordnung, der klare und letzten Endes entscheidende Minuspunkt sind die eingeschränkte Cleverness das Amarey A900. Was letztlich für alle vergleichbaren Geräte gilt, die nur eine nach oben ausgerichtete Kamera verbaut haben und die Räume nicht tatsächlich bis ins Detail scannen.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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