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Amazon Alexa: Gelöschte Nutzerdaten sind nicht immer komplett weg [Update x1: Statement von Amazon.de]

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Amazon Echo 2017 Alexa Header

Nutzer von Amazon, Google und ähnlichen Produkten zahlen häufig auch mit ihren Daten. Nutzerdaten von Alexa werden im Zweifel selbst bei manueller Löschung nicht komplett von den Servern entfernt, verriet der Konzern jetzt auf Nachfrage. In erster Linie begründet Amazon die Weiterverarbeitung damit, das System für die Nutzer verbessern zu können. Dabei arbeitet man auch mit Skill-Entwicklern „zusammen“, die Sprachaufnahmen verwenden können, um ebenfalls ihre angebotenen Dienste zu verbessern.

Update vom 9. Juli 2019: Wir haben den Artikel, ganz am Ende, um ein von Amazon Deutschland veröffentlichtes Statement ergänzt. /Update

Nutzerdaten werden weiterverarbeitet

Nach der Auswertung eines Briefes von Amazon heißt es: „Die Antwort von Amazon lässt die Möglichkeit offen, dass Transkripte von Benutzer-Sprachinteraktionen mit Alexa nicht von allen Servern von Amazon gelöscht werden, selbst nachdem ein Benutzer eine Aufzeichnung seiner Stimme gelöscht hat.“

Damit solche Daten überhaupt gelöscht werden, muss das der Nutzer manuell anfordern. Einen Sprachbefehl dafür kann man im Amazon-Konto aktivieren.

Kein Skandal aufgedeckt

Erneut ist kein Skandal aufgedeckt, Amazon arbeitet zwangsläufig direkt mit Nutzerdaten und verwendet diese zum Teil auch recht lange, um die eigenen Dienste letztlich für den Nutzer weiter zu optimieren. Wobei uns grundsätzlich klar ist, dass die Amerikaner damit unterm Strich die eigene Macht und Umsätze ankurbeln. Manch eine Speicherung hat aber auch einen ganz einfachen technischen Hintergrund.

Amazon schreibt zur Zusammenarbeit mit Entwicklern und Speicherung von Spracheingaben: „Und wenn ein Kunde mit einem Alexa-Skill interagiert, behält dieser Skill-Entwickler möglicherweise die Aufzeichnungen der Interaktion. Kunden würden nicht wollen oder erwarten, dass das Löschen der Sprachaufzeichnung die zugrunde liegenden Daten löscht oder Alexa daran hindert, die angeforderte Aufgabe auszuführen.“ (Cnet)

Amazon Deutschland gibt ein Statement ab

Kunden können Sprachaufzeichnungen, die mit ihrem Konto verknüpft sind, über die Aufzeichnungsübersicht in der Alexa-App oder den Alexa Privacy Hub unter www.amazon.de/alexaprivacy einsehen, anhören und löschen. Dort haben sie die Möglichkeit, einzelne Sprachaufzeichnungen, solche von bestimmten Zeiträumen oder alle zu löschen.

Löscht ein Kunde eine Sprachaufzeichnung, löschen wir die mit dem jeweiligen Kundenkonto verbundenen Transkripte der Kundenanfragen und der entsprechenden Antworten von Alexa. Wir löschen diese Transkripte bereits aus allen primären Speichersystemen von Alexa und wir sind ständig bemüht, sicherzustellen, dass diese Transkripte in keinem der anderen Speichersysteme von Alexa verbleiben.

Gegebenenfalls bewahren wir manche Aufzeichnungen über die Alexa-Interaktionen der Kunden auf, etwa Aufzeichnungen über Aktionen, die Alexa als Reaktion auf die Anfrage des Kunden durchgeführt hat. Interagiert ein Kunde mit einem Alexa Skill, kann derjenige Skill-Entwickler auch Aufzeichnungen über die Interaktion aufbewahren. Für eine Vielzahl von Alexa-Anfragen müssen Amazon und/oder der zuständige Skill-Entwickler selbstverständlich Aufzeichnungen der Transaktionen führen, beispielsweise wenn ein Kunde Amazon Music Unlimited abonniert, eine Amazon Fresh Bestellung aufgibt, ein Auto von Uber oder Lyft anfordert, eine Pizza bei Domino’s bestellt oder innerhalb eines Skills digitale Premium-Inhalte kauft. Und auch bei anderen Alexa-Anfragen würden Kunden weder wünschen noch erwarten, dass das Löschen der Sprachaufzeichnung auch dahinter liegende Daten löscht oder Alexa an der Ausführung der angeforderten Aufgabe hindert. Dazu zählen das Setzen eines wiederkehrenden Alarms, Erinnerungen an einen Jahrestag, Meeting-Einträge im Kalender oder das Senden einer Nachricht an einen Freund.

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