Amazon hat ein Empfehlungs-Label auf der eigenen Plattform, das den Erwartungen der Kunden nicht immer gerecht wird. Steht dieses selten vergebene Label dafür, dass das damit ausgestattete Produkt gut ist? Nicht unbedingt. Harsche Kritik gibt es jetzt nach einem größeren Test. „Bei einer Überprüfung von Dutzenden von Amazon’s Choice-Produkten durch BuzzFeed News wurden Auflistungen mit […]

Amazon hat ein Empfehlungs-Label auf der eigenen Plattform, das den Erwartungen der Kunden nicht immer gerecht wird. Steht dieses selten vergebene Label dafür, dass das damit ausgestattete Produkt gut ist? Nicht unbedingt. Harsche Kritik gibt es jetzt nach einem größeren Test. „Bei einer Überprüfung von Dutzenden von Amazon’s Choice-Produkten durch BuzzFeed News wurden Auflistungen mit beunruhigenden Produktmängeln und Warnungen sowie Manipulationen von Rezensionen gefunden.“

Man soll dieses Label nicht kaufen oder anderweitig ergaunern können. Andererseits ist die Menge an manipulierten Rezensionen bei Amazon nicht erst seit gestern ein viel diskutiertes Thema. Eine hohe Anzahl an Rezensionen und ein guter Bewertungsschnitt sind für Amazon wichtig, um das Choice-Label automatisiert zu verleihen. Die Buzzfeed-Recherche will aber zeigen können, dass gefälschte Rezensionen keine Seltenheit und deshalb sogar sehr ausschlaggebend sind.

Amazon’s Choice empfiehlt top bewertete, sofort lieferbare Produkte zu einem günstigen Preis.

Prüfungen der Rezensionen deckt auf

Spezialisierte Suchmaschinen prüfen auf Wunsch die Rezensionen der Produkte. Sie vergleichen Rezensionen, checken auf bestimmte Phrasen und wiederkehrende Sätze. Eine Stichprobe ergab bei einem Choice-Produkt von Amazon.de, dass 60 Prozent verdächtige Rezensionen auszuschließen sind und die Bewertung von 4,2 auf 3,7 Sterne sinkt. Das ist schon eine drastische Veränderung.

Nicht immer nachvollziehbar

Auch sonst ist das Choice-Label schwer nachvollziehbar. Bei Fitness-Trackern (in Deutschland) hängt das Label einem chinesischen Noname an, das Gerät ist ständig im Sale und benötigt eine ziemlich schlecht bewertete Android-App. Letzteres wäre für mich Ausschlusskriterium genug. Daran sehen wir, dass Amazon’s Choice nicht auf menschlichen Kriterien beruht.

Bei Smartphones und Handys ist das Label am Blackview A60, ebenso ein chinesischer Noname mit sogar ziemlich wenigen Bewertungen. Es gibt Alternativen mit mehr und besseren Bewertungen, wie der aktuelle Smartphone-Bestseller Samsung Galaxy M20. Gucke ich nach Smartwatches hat erneut ein Noname-Produkt aus China das Choice-Label, das vom gleichen „Hersteller“ des oben erwähnten Fitness-Trackers stammt.

Thermometer misst ungenau, wird aber trotzdem empfohlen

Buzzfeed nennt richtig krasse Beispiele. Darunter ein mit 3,6 Sternen bewertetes Thermometer, welches das Choice-Label für Baby-Thermometer erhalten hatte, obwohl in der Produktbeschreibung von ungenauen Messdaten die Rede ist und es nach Angaben des Herstellers gar nicht für Babys geeignet sei. Auf Nachfrage hat der Hersteller diese Punkte aus der Bewertung gestrichen.

Grundsätzlich sollte man sich bewusst sein, dass dieses Label automatisiert vergeben wird. Entsprechende Produkte wurden nicht getestet, Rezensionen nicht durch Menschen nachgeprüft und viele Noname-Hersteller aus Asien sind aus vielerlei Gründen zu hinterfragen.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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