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Android

Android: Nur wenige Apps synchronisieren ihre Daten und Einstellungen

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Android Header 2016

Bis heute werden bei nur wenigen Android-Apps die Daten und Einstellungen über die Cloud synchronisiert und dann auch automatisch auf ein neues Gerät übertragen. Seit wie viel Jahren wünschen sich Android-Nutzer endlich ein richtiges Backup-System für ihre Apps? Auf jeden Fall schon viel zu lang, der Wunsch ist zudem bis heute quasi unerfüllt. Mir ist aufgefallen, dass bis heute nur sehr, sehr wenige Apps ihre Daten und Einstellungen automatisch mit der Cloud synchronisieren.

Wer sein Android-Gerät neu einrichtet oder ein neues Gerät erstmals einrichtet, der hätte natürlich gern per Knopfdruck alle Apps samt Daten 1:1 übertragen. Bis heute ist das unter Android aber ein Problem, denn Google bietet eine solche Synchronisation zwar an, nur funktioniert dieses System bis heute nicht so richtig. Wie es aber laufen kann, zeigen bei mir zumindest ein paar wenige Apps.

Backup, Wiederherstellung

Mein aktuell mit Android 7 Nougat laufendes Nexus 5X hatte ich zurückgesetzt, denn Doze funktionierte nicht so richtig und ich erhoffte mir durch den Factory-Reset eine Besserung. Überrascht war ich dann, als ich meine Apps installierte. Prinzipiell funktioniert ja meistens, dass nach der Anmeldung mit dem Google-Account auch automatisch alle Apps über den Play Store geladen werden, die ich vorher auf einem mit demselben Account angemeldeten Gerät installiert hatte.

Das reicht aber natürlich nicht aus, bei Twitter, Facebook, Kamera, Google Tastatur und anderen Apps muss ich mich trotzdem wieder neu anmelden, ich muss sie trotzdem wieder an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Das nervt bis heute. Nur wenige Apps synchronisieren sich richtig, darunter WhatsApp und auch Feedly.

WhatsApp musste ich lediglich auf meinem Smartphone wieder neu registrieren, alle Einstellungen für Benachrichtigungen, etc. wurden automatisch wiederhergestellt. Gleiches bei Feedly, hier hat sich die App sogar automatisch via Google angemeldet und alle Einstellungen synchronisiert.

Aber…

Bei beiden genannten Apps lief das reibungslos im Hintergrund ab, ich musste dafür quasi nichts tun. Gleiches gilt etwa für Gmail, die App bleibt komplett aus und ohne automatische Synchronisierung meiner Mails, eben weil ich das vor einiger Zeit so eingestellt habe. Richte ich ein neues Gerät ein, werden diese Einstellungen für Gmail automatisch übernommen, früher musste ich das immer wieder neu konfigurieren.

Bei anderen Apps? Ein Trauerspiel, sicher sind es ca. 90 % meiner Apps, die ich auf einem neuen Gerät auch wieder komplett neu konfigurieren muss. Auch Google-Apps müssen neu eingestellt werden, wie etwa die Google Kamera (ich stelle auf 16:9, Blitz prinzipiell aus) oder die Google Tastatur (keine Vibr., keine autom. Groß/Kleinschreibung).

Diese Settings, die bei mir Standard sind, muss ich auf einem neuen Gerät immer wieder händisch einpflegen, von automatischer Synchronisation der App-Einstellungen ist da nichts zu sehen. Wer viele Apps besitzt, hat auch viel Arbeit vor sich.

Warum?

Seit Android 6 Marshmallow bzw. dem API Level 23 gibt es eine Backup-Funktion (über Google Drive) für die Daten und Einstellungen von Apps, doch dafür müssen Entwickler unbedingt erfüllen, dass ihre Apps mit dem aktuellsten API Level getestet sind und mit allen Funktionen funktionieren (API Level Target). Exakt hier scheint der Haken zu sein, das wird offensichtlich zu wenig gemacht.

Wobei die genannten Beispiele Twitter und Facebook das richtige API Level Target haben, trotzdem keine Einstellungen synchronisieren. Manche Apps sind sogar schon auf Level 24, andere hängen noch auf 22.

5 Kommentare

5 Comments

  1. Jérôme Willing

    17. August 2016 at 20:13

    Ist wirklich traurig, allein deswegen komme ich nicht an Titanium Backup vorbei…

  2. Bernd

    17. August 2016 at 20:38

    Deswegen nutze ich Samsung SmartSwitch für meine BackUps mit meinem S7 Edge. Und wenn jetzt in Kürze Samsung Cloud an den Start geht hoffe ich das dies dann genauso gut ein Backup von Apps und sämtlichen Einstellungen macht – aber eben in die Cloud.

  3. Michel

    17. August 2016 at 21:18

    Naja, wie schon im Artikel geschrieben: wie kann man den kleinen App-Entwicklern einen Vorwurf machen, wenn Google selbst das nicht mit so seinen Apps hinbekommt?!

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      18. August 2016 at 09:44

      deshalb können die „kleinen“ ja trotzdem ihren Nutzern was Gutes tun?

  4. MacDroid

    18. August 2016 at 09:31

    Es handelt sich nicht (vorrangig) um ein Problem der jeweiligen Softwareentwickler, sondern leider um ein grundsätzliches innerhalb Androids.

    Wie es richtig geht, sieht man in iOS: Neues Gerät mit der Cloud oder einem Rechner, auf dem iTunes läuft verbunden, gewünschter Backup-Stand ausgewählt und binnen weniger Minuten ist das neue Gerät exakt so eingerichtet, wie die Backup-Vorlage – inkl. aller Einstellungen und Daten und mit dem jeweils aktuellsten Systemstand für das neue Device.

    Dass dies unter Android nicht funktioniert, liegt wieder einmal daran, dass das Backup-Feature, wie so vieles, nachträglich ans System dran geflanscht wurde und eben kein tief integrierter Systembestandteil ist und sich zudem natürlich – wieder Android-typisch – kaum ein Softwareentwickler genötigt sieht, dieses Feature auch zu nutzen (müsste er doch sonst ggf. seine seit Jahren genutzte, Uralt-Entwicklungsumgebung verlassen…).

    So lange Google die Nutzung zentraler OS-Features nicht zwingend vorschreibt (und auch kontrolliert!) wird sich an diesem Debakel wohl leider nichts ändern.

    Ich habe mir vor ein paar Wochen ein neues Android-Smartphone gekauft. Die Einrichtung, bis ich es in etwa wieder auf den Stand des Vorgängergeräts hatte, hat mich einen vollen Tag Arbeit gekostet und selbst heute, knapp anderthalb Monate später, überraschen mich manche, seltener genutzten Apps noch damit, dass ich Zugangsdaten etc. eingeben muss. Ein Freund ist gerade vom iPhone 5 aufs 6S umgestiegen … da hat die komplette Konfiguration und Datenübertragung (mit allem drum und dran) nach Auspacken, Eingabe der Apple-ID und Anschluss an den PC keine halbe Stunde gedauert…

    Mir gefallen Android und die damit verbundenen Freiheiten, aber immer öfter schiele verstohlen ich zu den iPhones rüber. Wenn sie nur nicht so unglaublich teuer wären…

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