ASUS bietet mit dem Zenfone 8 ein sehr kompaktes Android-Smartphone an, für dessen Nachfolger allerdings noch etwas Luft nach oben ist.

Schon seit den ersten Leaks hatte ich das Zenfone 8 von ASUS fest auf dem Radar, doch dann auch irgendwann wieder vergessen. Dabei ist das aktuelle Topmodell der Taiwaner eine perfekte Alternative zu meinen geliebten Pixel-Smartphones. Jedenfalls dachte ich so, bis ich das Zenfone 8 selbst getestet habe. Warum es unterm Strich dann doch nicht ganz reicht und das Zenfone 8 trotzdem interessant ist, möchte ich euch in den folgenden Zeilen erklären.

Schnell im Alltag, aber auch zu schnell wieder leer

Man kann es quasi vorwegnehmen. Wer mehr Wert auf eine gute Kamera legt, greift weiterhin zum vergleichbaren Google Pixel 5. Habt ihr mehr Bock auf eine hohe Systemleistung, ist das ASUS-Smartphone der richtige Begleiter. Ansonsten gibt es nur wenige Unterschiede, die im Detail dennoch sehr entscheidend sein können. Für das Zenfone 8 spricht ganz klar die Performance. Die Systemleistung ist aufgrund des Snapdragon 888 und den maximal 120 Hz des OLED-Displays hervorragend.

Aber diese beiden Faktoren zwingen für meinen Geschmack den 4.000 mAh Akku zu schnell in die Knie. In weniger als 24 Stunden war der Akku von 100 auf nur noch 10 % gefallen, obwohl ich das Smartphone in dieser Zeit nur knapp drei Stunden aktiv verwendet habe (Screen-on-Time). Das ist für meine Bedürfnisse ein zu niedriger Wert. Ich hatte auch im Alltag häufiger das Gefühl, dass die Akkuprozente viel zu schnell gefallen sind.

Viele Megapixel machen noch lange keine guten Fotos

Module von Samsung, Sony und Co., ASUS hat die beste Hardware verbaut, die man so kriegen kann. Aber das ist kein zwangsläufiger Erfolgsfaktor. Das ansonsten wirklich gute Display ist bei höherem Blickwinkel leicht rotstichig und die 64 MP Hauptkamera schwankt in ihrer Leistung. Mal sehen die Fotos gut aus, ein andermal verschwimmen Details oder die Fotos sehen irgendwie unnatürlich aus. Ein Pluspunkt ist der Nachtmodus, der auf Wunsch jederzeit 7 Sekunden belichtet.

Tagsüber reicht es aus, wenn das Licht nicht perfekt ist. Schon wirken Fotos verrauscht, verwaschen und Objekte im Motiv sehr schnell verwackelt. Das war teilweise wirklich enttäuschend. Mit dem erwähnten Pixel 5 ist die gute Bildqualität deutlich konstanter erreichbar. Der digitale Zoom des Zenfone 8 sieht dafür recht vernünftig aus und Farben scheinen meist identisch, egal ob man die Hauptkamera oder den Ultraweitwinkel verwendet.

Mindestens genauso durchschnittlich wie die Hauptkamera ist der Fingerabdrucksensor im Display. Er braucht zu lange und versagt zu oft, was spätestens an der Kasse für den Einsatz von Google Pay maximal frustrierend gewesen ist. Die zeitgleich nutzbare Gesichtsentsperrung macht aufgrund der aktuellen Maskerade natürlich wenig Sinn. Als wäre das nicht genug, muss ich mangels Wireless Charging die USB-Kabel wieder rauskramen.

Schlicht und kompakt, aber leider eine Ausnahme

Letzteres hängt mit dem Gerätedesign zusammen. Es ist maximal einfach und schlicht, setzt dabei auf ein Gehäuse komplett aus Metall. Das Zenfone 8 liegt kühl in der Hand, aber auch hochwertig und massiv. Ich mochte die Haptik insgesamt schon sehr, besonders das kompakte Format sagte mir im Alltag zu. Die sehr schlichte Optik und die Größe des Zenfone 8 sind eine Seltenheit, die hoffentlich in der nächsten Generation weiterhin bestand hat. Google geht von diesem Format bekanntermaßen mit dem Pixel 6 weg.

Das nicht mal 6″ große Display vermittelte mir allerdings nie, dass es eventuell für mobilen Videogenuss zu klein war. Es ist übrigens auch sehr gut an die eigenen Wünsche anpassbar, weil ich beispielsweise die extrem knallige Sättigung der OLED-Displays nicht mehr so mag. So ausgewogen wie man das Display konfigurieren kann, sind auch die beiden Lautsprecher. Etwas flach, aber in allen Lautstärken trotzdem ganz ordentlich.

Hoffen auf den Nachfolger: Geld, das woanders besser angelegt gewesen wäre

ASUS hätte einen günstigeren Mittelklasse-Prozessor wählen und das gesparte Geld in die Kamera fließen lassen müssen. Dann könnte die Software die Daten der Hardware vielleicht ein wenig besser verarbeiten. Ein klassischer Fingerabdrucksensor wäre auch die bessere Wahl, weil das In-Display-Modell für mich das alltägliche Nutzungserlebnis schon sehr getrübt hat.

Ihr habt den Test vermutlich gelesen und wisst daher, dass es zu viele kleine und größere Haken gibt, die einen faden Beigeschmack hinterlassen. Ich habe durch dieses Gerät aber auch bemerkt, dass ASUS dennoch auf einem sehr guten Weg ist, mit dem Zenfone 9 vielleicht auch ein sehr gutes Telefon in allen Belangen anbieten zu können.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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