Wearables eignen sich für das sogenannte Corona-Tracing wunderbar, doch die Arbeit an technischen Vorgaben begann wohl viel zu spät.

Das hat leider etwas sehr lange gedauert, in naher Zukunft steht das sogenannte Corona-Tracing endlich auch auf Wearables zur Verfügung. Zunächst ist die Entwicklung bei Google bekannt, der Quellcode der aktuellen Play-Dienste-App verrät die Arbeit im Hintergrund schon jetzt. Schon? Naja, reichlich spät. Bis zur Verfügbarkeit vergeht sicher noch der ein oder andere Tag.

Wear OS kann über die Bluetooth-Schnittstelle demnächst das, was Android-Smartphones schon seit letztem Sommer können. Die dafür in Android integrierte Systemfunktion stellt Nähe und Dauer zu Geräten in der Umgebung fest. Darauf basiert eine Analyse, ob der Kontakt zu anderen Personen im Bezug auf Corona zu intensiv war.

Wearables helfen beim Corona-Tracing, nur leider erst viele Monate später als erhofft

Für die automatisierte Kontaktverfolgung kommt von Beginn an eine Android-Funktion zum Einsatz, die in Deutschland beispielsweise von der Corona-Warn-App verwendet wird. Wie in den ersten Details zu entnehmen ist, funktioniert die Variante für Uhren nicht anders, die erfassten Daten werden ohnehin an das dazugehörige Smartphone weitergeleitet.

Aus den bereits auffindbaren Textbausteinen geht schlussendlich das hervor, was wir uns gedacht haben und was wir aus der bisherigen Smartphone-Lösung kennen:

  • Ihr Telefon sammelt mit diesem Gerät sichere Zufalls-IDs und teilt sie mit anderen Geräten, die sich in der Nähe befinden.
  • Sie können benachrichtigt werden, wenn Sie sich in der Nähe von jemandem befunden haben, der COVID-19 gemeldet hat.
  • Das Datum, die Dauer und die Signalstärke, die mit einer Exposition verbunden sind, werden mit der App geteilt.

Google hat die Neuerung bislang nicht angekündigt oder freigegeben. Es könnten noch Wochen bis zum Release vergehen. An dieser Stelle haben die Mega-Konzerne in meinen Augen versagt. Zusammen mit der Bluetooth SIG hätte man dieses Thema viel eher und mit mehr Ressourcen angehen müssen. Von dort kam der Entwurf für Wearables Exposure Notification reichlich spät.

via XDA

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.