Lieber auf Android setzen und eigene Dienste anbieten, anstatt mit HarmonyOS das Unmögliche zu wagen. Der anfängliche Hype scheint gewichen zu sein.

HarmonyOS scheint als Smartphone-Betriebssystem endgültig kein entscheidendes Thema mehr für Huawei zu sein, das lassen jedenfalls neue Aussagen des Huawei-Gründers Reng Zhengfei vermuten. Nach anfänglichen „Wir schaffen das“-Parolen, ist es um das HarmonyOS in den letzten Monaten unfassbar ruhig geworden. Es gibt keine Wasserstandsmeldungen mehr, keinerlei kommunizierten Neuentwicklungen oder gar neue Produkte mit den ersten Versionen des Betriebssystems.

Man scheint bei Huawei eingesehen zu haben, dass ein eigenes Smartphone-Betriebssystem eher ein Ding der Unmöglichkeit ist. Jedenfalls als Konkurrenz für andere Betriebssysteme dieser Art, von denen es mit iOS und Android nur noch zwei gibt. Für Handys von Huawei ist Android das Zugpferd, auch ohne Verfügbarkeit der Google-Apps. Für die weltweiten Smartphone-Nutzer sind Android und iOS zur Gewohnheit geworden, ein Neuankömmling wie Huawei wäre quasi chancenlos.

Amazon als Vorbild

Mehr Sinn macht für Huawei das Android-Betriebssystem beizubehalten und die eigenen Mobildienste-Apps auszubauen. Ähnlich hat es beispielsweise Amazon gemacht, die auf den Fire-Geräten ein stark angepasstes Android verwenden. Es kann alle Android-Apps ausführen, erinnert sonst aber wenig an das Google-Betriebssystem. Auf den Amazon-Geräten kommt es nur noch als Basis zum Einsatz, von welcher der Nutzer quasi nichts sieht.

Ein drittes Smartphone-Betriebssystem zu etablieren, haben schon ganz andere nicht geschafft. Warum also dieses Risiko überhaupt wagen, wenn es einen einfachen Weg gibt?

ifeng, gizmochina

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.