Xiaomi und andere chinesische Hersteller von Smartphones und weiteren Connected-Gadgets stehen immer wieder in der Kritik. Meist aus Gründen, die nicht unbedingt nachvollziehbar sind, manchmal aus durchaus guten Gründen. Erneut klagen Behörden an, was Xiaomi, Huawei und Co. mit ihren Smartphones sowie Apps bzw. Internetdiensten verzapfen. Besonders bei Xiaomi ist das relevant, weil der Hersteller mit großem Anlauf die Marktführung anpeilt.

Meinungsfreiheit: Filter wohl nur für chinesische Modelle vorgesehen

Xiaomi nutzt zum Beispiel eine schwarze Liste, die bestimmte Wörter beinhaltet. Hierin geht es um Religionen, politische Bewegungen und andere „heikle“ Themen, auf welche verschiedenste Inhalte von den Geräten geprüft werden. Hinter dieser Liste stehen Filter, die angeblich in Europa gar nicht aktiv sind. Xiaomi soll diese Funktion allerdings jederzeit aus der Ferne aktivieren können, was ein weiterer Kritikpunkt ist.

Cloud-Verbindung verschickt verschlüsselte SMS mit unbekannten Inhalten

Außerdem analysieren diverse System-Apps von Xiaomi recht genau, was der Nutzer mit seinem Smartphone macht. Alles in unseren Augen nicht weiter neu, da Unternehmen wie Xiaomi, Google, Facebook und Co. natürlich die Nutzung der Geräte auswerten, wie auch diverse Nutzerdaten verwenden. Einerseits für zugeschnittene Werbung, andererseits zur Optimierung der angebotenen Dienste und Funktionen.

Xiaomi hat sich längst mit einem Statement gewehrt. Außerdem kommen die Vorwürfe aus Litauen. Ein Land, das schon länger mit China unter politischen Spannungen steht. Wie einst bei Huawei gibt es oft Vorwürfe, aber selten echte Beweise.

Das sagte der Hersteller:

„Xiaomi hat und wird niemals persönliche Aktivitäten seiner Smartphone-Nutzer einschränken oder unterbinden, wie beispielsweise das Suchen, Anrufen, Surfen im Internet oder die Verwendung von Drittanbieter-Kommunikationssoftware.“

Ganz klar, die eine oder andere fragwürdige Funktion muss manchmal besser kommuniziert sein, aber das sollte uns erst mal nicht weiter beunruhigen. Es gibt jedenfalls keine klaren Hinweise darauf, dass Xiaomi aktiv zensiert oder spioniert.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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1 Kommentar

  1. Wenn man bei den XDA-Developers nachliest, wurden die Vorwürfe bereits entkräftet. Es passt aber, dass nach Huawei jetzt Xiaomi an der Reihe ist, weil sie sich an die Spitze der Smartphonecharts schieben. In der Realität hat die Liste mit der Verhinderung unerwünschter Werbung zu tun, nicht mit dem Ausspionieren der Nutzer.

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