Haben sie das wirklich nötig? Wie aus Veränderungen im Code hervorgeht, nervt Chrome bald mit Benachrichtigungen, um bloß an der Spitze zu bleiben.

Google Chrome ist die beherrschende Macht auf dem Markt der Web-Browser – nicht nur auf dem Desktop, sondern auch längst auf Millionen von Smartphones auf der Welt. Trotzdem oder gerade deswegen gibt es allerdings auch aufstrebende Konkurrenz, die um Android-Nutzer buhlen.

Microsoft hat mit dem Browser Edge den Internet Explorer nach Jahrzehnten endlich neu erfunden und damit mäßigen Erfolg. Das könnte aber auch nicht zuletzt an einer aggressiven Marketing-Strategie liegen, die Windows-Nutzer sicherlich nicht gerade lieben. Immer wieder spielt sich der Microsoft-Browser nämlich mit Benachrichtigungen in den Vordergrund, die daran erinnern wollen: Hey, du hast auch noch Alternativen zu Chrome.

Google Chrome für Android: Es kann nur einen geben

Google hat offenbar Pläne, die Rivalen mit den eigenen Waffen zu schlagen. Wie jetzt bei 9to5Google aufgetaucht ist, versteckt sich hinter einer Flag eine ähnlich nervige Werbemaßnahme. Die #reengament-notification, die genau das ist, wonach sie klingt.

Die Beschreibung lautet:

Enables Chrome to use the in-product help system to decide when to show re-engagement notifications.

Doch damit nicht genug, verstecken sich im Code nämlich auch schon die drei verschiedenen Werbe-Claims, die Google offenbar ausprobieren möchte. Eine dreht sich um tagesaktuelle News, die sich über Chrome abrufen lassen, die anderen beiden stellen den niedrigeren Verbrauch des Datenvolumens in den Vordergrund.

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Chrome: Das ruft die Werbe-Benachrichtigungen hervor

9to5Google hat sogar noch tiefer gegraben und kann so verraten, was die Benachrichtigungen überhaupt auslöst. Wenn du indirekt Chrome durch das sogenannte „Chrome Custom Tab“ öffnest (diese Browser-Auswahl, wenn du einen Link in einer App öffnest), checkt der Google-Browser, wie lange die letzte Nutzung her ist. Wenn du mehr als einen Browser installiert hast, schlägt dir Chrome vor, doch diesen zu benutzen.

Noch dauert es aber wohl ein wenig, bis das neue „Feature“ eingebaut wird: Die Kollegen rechnen nicht mit einer Veröffentlichung vor Version 86, die im Oktober erscheinen soll. Ich persönlich finde das zwar keine besonders sinnvolle Entscheidung, denn Google sollte lieber mit Performance punkten als solchen billigen Tricks – was meint ihr?

Preis: Kostenlos

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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3 Kommentare

  1. Sobald die Werbung kommt, wird Chrome runtergeschmissen und Firefox installiert. Die können die Werbung behalten.

  2. @Steve: Du kannst Chrome nicht runterschmeißen, du kannst ihn maximal deaktivieren. Und Firefox kann mit Google-Konten nicht synchronisiert werden. Damit beraubst du dich selbst wertvoller Funktionen.

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