Über die Corona-Warn-App kann es jetzt zu mehr Risikobegegnungen kommen, weil es technische Veränderungen für die Berechnungen gibt.

Relativ plötzlich kommt es für die Corona-Warn-App zu einer neuen Berechnung des Risikos, ein Jahr nach „dem Start“ der Pandemie und satte acht Monate nach dem Start der Corona-Warn-App. Es könnte sein, dass die App bei den Nutzern jetzt viel häufiger rot aufleuchtet, denn die dafür gesetzte Schwelle ist ab sofort viel niedriger angesetzt.

Der sogenannte Kurzkontakt wird jetzt wesentlich schneller berücksichtigt, teilen das RKI und die Projektleiter der Corona-Warn-App mit. Mindestens 5 Minuten muss ein Kontakt bestehen, zuvor lag die Schwelle bei 10 Minuten. Das ist ein gewaltiger Unterschied, der sich wissenschaftlich vielleicht erklären lässt, den Bürgern wohl nur noch schwer zu vermitteln ist – stoße jedenfalls vorrangig auf Unverständnis.

„Mit dieser Umstellung können nun mehrere Begegnungen kürzerer Dauer mit einer später positiv getesteten Person besser erfasst werden. Die entsprechenden Daten für diese Umstellung sind erst durch die Weiterentwicklung der Schnittstelle von Google und Apple verfügbar. Die nun durchgeführten Messungen haben bestätigt, dass die App mit dieser Anpassung besser und genauer warnen kann.“

Hintergrund der Veränderung sollen unter anderem die Mutationen des Coronavirus sein.

„Mehrere „grüne“ Begegnungen können also insgesamt zu einem roten Status führen.“

Die Begegnungen mit niedrigem Risiko steigen damit quasi automatisch an, weil mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Kurzkontakte für die App relevant werden.

„Denn um das Risiko zu ermitteln, werden unter ENF* V2 nicht mehr Durchschnittswerte für alle Begegnungen mit einem anderen Gerät im Laufe des Tages genutzt (wie es unter ENF V1 der Fall war), sondern 30-minütige Zeitfenster betrachtet. Mehrere „grüne“ Begegnungen (= Zeitfenster) können also insgesamt zu einem roten Status führen.“

Wer sich hierzu noch einen Hauch detaillierter belesen will, klickt sich zur Pressemeldung durch oder hört sich den nachfolgenden Podcast an.

*ENF=Exposure Notification Framework von Apple und Google

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar

Beachtet die üblichen Regeln für Kommentarspalten und seid nett zueinander. Wir speichern keine IP-Adressen der kommentierenden Nutzer. Hier entlang zur Telegram-Gruppe von Smartdroid.de

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.