Jetzt sind die Dimensionen bekannt, nach denen die Corona-Warn-App und das dazugehörige System geplant worden sind. Man lag voll daneben.

Zu wenige Nutzer und viel zu wenige Infiziert-Meldungen, die Corona-Warn-App für Deutschland schießt in einigen Belangen komplett am Ziel vorbei. Und da stellt sich berechtigterweise die Frage, ob da nicht gleich etwas zu viel Geld in den Wind geschossen wurde? Die jetzt offen gelegten Verträge zeigen, dass die Corona-Warn-App für ganz andere Dimensionen ausgelegt ist. Dahinter steckte wohl auch viel „Optimismus“, jedenfalls auf die bloßen Zahlen bezogen.

Die Dimensionierung für die Corona-Warn-App wurde während der Planung für 25 Millionen Nutzer festgelegt. Bis heute hat die Corona-Warn-App nicht mal 18 Millionen Downloads erreichen können. Die Dunkelziffer der noch „aktiven“ Installationen dürfte sehr weit niedriger liegen und sogar stetig sinken. Das ist aber nicht die einige Zahl, die im Nachhinein betrachtet, deutlich zu hoch angesetzt wurde.

Corona-Warn-App: Geplante Dimensionierungen fast immer voll daneben

Die Auslastung für Netzbetreiber und Infrastrukturen wurden an aus heutiger Sicht sehr fabelhaften Zahlen berechnet, man ging nämlich von maximal 10.000 täglichen Infiziert-Meldungen aus. Bis zum 17. August wurden aber beispielsweise laut RKI nur knapp 1700 Tele-Tans insgesamt vergeben. Ein Bruchteil der Empfänger dürfte die Infizierung dann in der App gemeldet haben. Das ist brutal weit weg von den ursprünglich veranschlagten Dimensionierungen.

Nur die Berechnung der Anrufe bei den Hotlines war halbwegs richtig. Man rechnete mit 3000 je Tag bei der technischen Hotline, knapp 2400 sind es im Schnitt tatsächlich.

Hätte man das ahnen können?

Nun könnten wir natürlich sagen, dass man hinterher immer schlauer ist. Kritik aus dieser Sicht ist zwar einfach, aber nicht unbedingt berechtigt. Wäre da nicht der sehr späte Release der App zu einem Zeitpunkt gewesen, als sich das Coronavirus in Deutschland kaum noch verbreitete. Selbst in den schlimmsten Tagen zu Beginn des Jahres verbreitete sich das Virus nicht annähernd in den Dimensionen, die man sich für die Corona-Warn-App vorgestellt hatte.

via Fragdenstaat, Golem

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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2 Kommentare

  1. hmm, die app mag ja zu einem zeitpunkt released worden sein, als das schon etwas abflachte, jedoch werden solche planungen natürlich am beginn eines projekts gemacht. die aussagen hier sind also nicht ganz fair

    1. Dem kann ich nur beipflichten. ‚Kristallkugel-Techniker‘ arbeiten leider in einer anderen Branche, die Politik jedenfalls musste hier annehmen, dass es auch schlimmer kommen konnte (und wer weiß…).

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