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Datensammler: Bis zu 30% der Android-Apps kommunizieren mit Facebook

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

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Wie kommen Google und Facebook zu ihrer Macht? Beide Konzerne haben sehr früh erkannt, wie die digitale Währung der Zukunft heißt. Nutzerdaten, das ist ihr schlichter Name. Beide Konzerne sammeln davon reichlich viel, doch insbesondere Facebook weiß zu überraschen. In erster Linie werden Milliardenumsätze auch bei Facebook über Werbung generiert. Werbung muss heute aber mehr sein, sie muss in der Flut an Informationen den Nerv der Nutzer treffen und stets das passende Produkt liefern. Facebook hat sich etwas einfallen lassen, um nötige Details zu sammeln.

Um die passende Werbung zu liefern, müssen die Anbieter viel über ihre Nutzer wissen. Genau das tun Facebook und Google. Eine Studie von mobilsicher.de hat Facebook ins Visier genommen, der ein oder andere wird vom Ergebnis überrascht sein. Egal ob Tinder ,Grindr, forDiabets, Bibel + Audio, Muslim Pro oder Migraine Buddy, all diese unterschiedlichen Apps melden sich bei Facebook. Facebook muss nur wissen, dass ihr diese Apps startet und daher benutzt. Allein damit lässt sich ein Nutzerprofil erstellen.

Für Anbieter von Apps stellt er zum Beispiel einen Dienst für die Nutzeranalyse zur Verfügung: Facebook Analytics. Mit Facebook Analytics bekommt der Betreiber einer App Auskunft darüber, was Nutzer in der App tun: an welcher Stelle im Menü sie womöglich abbrechen, welche Funktionen sie besonders mögen.

Der Analyse-Dienst von Facebook ist nicht nur sehr gut, er ist im Gegensatz zu vielen anderen vergleichbaren Diensten auch kostenlos. Entsprechend beliebt ist er.

Während eine Organisation über 42.000 Apps testete und Facebook Analytics in über 20 Prozent nachweisen konnte, fand eine weitere Organisation den Facebook-Service in 30 Prozent von 83.000 getesteten Apps. Es kommen bei Facebook also reichlich Daten zusammen, auch wenn sich diese nur auf wenige Details beschränken. App-Entwickler und Facebook profitieren gleichermaßen.

Nützliches Tool entpuppt sich als Datensammler für Facebook

Eingesetzte Technik, verwendete App, Uhrzeit und die IP-Adresse – mehr wird nicht übertragen. Zusammengefasst werden diese Daten unter einer einzigartigen Werbe-ID, die bei aktiven Facebook-Nutzern sogar mit ihrem Konto verknüpft werden. Anonymität ist nicht mehr geboten, Facebook kann genutzte Apps eurer Person zuordnen.

Das macht sich Facebook zunutze: Wer sich auch nur ein einziges Mal mit seinem Handy bei Facebook einloggt, dessen Werbe-ID wird von Facebook ausgelesen und mit dem eigenen Facebook-Konto verbunden. Wer dort Name, E-Mail-Adresse oder Geburtsdatum hinterlegt hat, ist damit alles andere als anonym.

Fortan kann Facebook jede andere Information, die zusammen mit der Werbe-ID auf seinen Servern landet, dem passenden Nutzerprofil zuordnen. Und genau das tut der Konzern mit den Informationen, die das Facebook-Modul aus Drittanbieter-Apps sendet, wie ein Facebook-Sprecher auf Anfrage von mobilsicher.de bestätigte.

Egal ob mit oder ohne Facebook-Konto, der Konzern hat längst ein Nutzerprofil von dir erstellt. Du hast Migräne, bist Single und machst Diät? Drei intime Details, die deine genutzten Apps über dich verraten. Aufgrund oftmals fehlender Hinweise steht diese Vorgehensweise natürlich in der Kritik, mit dem Datenschutzgesetzen seien viele ausländische Apps ohnehin kaum vereinbar.

Erst auf Nachfrage reagierten einige App-Entwickler erschrocken, die Apps der NRW-SPD und CDU werden entsprechend angepasst. Es spielt letztlich keine Rolle, von wem die jeweilige App kommt, denn viele Entwickler dürften die Facebook-Tools in erster Linie aufgrund ihrer Nützlichkeit verwenden. Was im Hintergrund geschieht, ist vielen gar nicht bewusst.

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