Xiaomi: Auf ihre letzten Tage hat die Administration von Donald Trump einen weiteren Schlag gegen ein chinesisches Unternehmen durchführen können. Auch wenn das Investitionsverbot weit weniger schwer wiegt als die seit 2019 geltenden Sanktionen gegen Huawei, war man bei Xiaomi wenig erfreut über diesen Vorfall. Nun hat Xiaomi vor einem amerikanischen Bundesgericht in einem ersten Prozess sogar gegen die verantwortlichen Behörden gewonnen.

Es gibt zunächst kein Investitionsverbot gegen Xiaomi, weil der Schritt gegen den chinesischen Konzern „willkürlich und launisch“ gewesen sei. Der zuständige Bundesrichter will „irreparable Schäden“ vermeiden, schützt mit seiner Entscheidung das Unternehmen und dessen Prozessrechte. Eine Verbindung zum Militär, wie Xiaomi vorgeworfen wird, konnte bislang nicht bewiesen werden. Das Gericht sei skeptisch bezüglich einer Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Huawei und Xiaomi ungleichmäßig behandelt?

Das erinnert uns alles schwer an den Fall Huawei, der bis heute unverändert besteht. Huawei darf quasi gar nicht mehr mit US-Unternehmen und US-Technologie arbeiten, was den Hersteller für Netzwerktechnologie, Smartphones und andere Consumer-Elektronik fast vollständig lähmt. Längst hat man die Marktführung auch im Heimatland verloren, auf den weltweiten Smartphone-Märkten zog die Konkurrenz vorbei. Allen voran Xiaomi.

Stellt sich nur die Frage, ob auch Huawei früher oder später in der Post-Trump-Ära einen fairen Prozess erwarten kann. Zwar wolle sich die neue US-Administration dieses Thema genauer anschauen, doch bislang steht nicht mal eine neue Zusammenarbeit mit Google in Aussicht. Geschweige denn eine Rückkehr in die amerikanischen Mobilfunknetze. Das wirkt dann doch zunehmend unfair, wenn es das nicht eh schon seit zwei Jahren ist.

via Bloomberg

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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