Was macht ein gutes Spiel aus? Eigentlich gibt es nur eine Regel: Leicht zu lernen, schwer zu meistern. Kaum ein aktuelles Smartphone-Spiel könnte das besser beschreiben als Super Auto Pets. Das Minigame ist perfekt für eine schnelle Runde zwischendurch, löst dadurch aber auch schnell eine regelrechte Sucht aus.

Welche Faktoren das Spiel neben dem Gameplay noch so gut machen und warum sich Super Auto Pets die wahnsinnig positiven Bewertungen in den App Stores redlich verdient haben, erfahrt ihr im Folgenden – und auch, was bei den Entwicklern als nächstes auf der Agenda steht.

Gameplay

Das Spiel ist in zwei Phasen unterteilt: die Vorbereitung und den Kampf. Nur in der Vorbereitung können aktiv Entscheidungen getroffen werden, der Kampf, in denen die Pets nach und nach gegeneinander antreten, läuft vollautomatisiert ab. Jeder Spieler hat fünf Plätze, die er aus einem wachsenden Pool an Tieren besetzen kann. Diese haben Fähigkeiten, einen Angriffswert und Lebenspunkte.

Kauft man drei Mal das selbe Tier, kann es aufgelevelt werden, wodurch sich Fähigkeiten und Statuswerte verbessern. In jeder Runde können zehn Münzen ausgegeben werden, wobei jedes Tier drei Münzen kostet, Items für dauerhafte oder temporäre Effekte ebenfalls. Ein etwas an Glücksspielautomaten erinnernder Refresh-Button zum Preis einer Münze bringt eine neue Auswahl von Tieren und Boni zum Vorschein.

So weit, so simpel – doch schon in den ersten paar Runden wird man schnell gelehrt, welche Tiefe in diesem so kinderfreundlich wirkenden Spiel lauert. Natürlich geht es darum, die Tiere möglichst effektiv miteinander zu kombinieren, was nicht nur Strategie, sondern auch eine gehörige Portion Glück erfordert. Je besser man das Spiel und die verschiedenen Pets kennt, desto eher kann man auf das angebotene Set reagieren und daraus sein Deck bauen.

Jeder Spieler startet mit zehn Lebenspunkten in ein Turnier. Mit steigender Rundenanzahl kostet jede Niederlage auch mehr Herzen. Ziel ist es, insgesamt zehn Runden als Sieger hervorzugehen – doch das wird einige hundert Turnierversuche benötigen. Immerhin macht man auch einen gewissen Fortschritt, wenn man weniger als zehn Runden gewinnt.

Monetarisierung

Software darf und muss sogar Geld kosten. Zumindest muss deutlich werden, wie eine App ihr Geld verdient. Sei es über ein Abonnement, Werbung oder eben die ungeliebten Microtransactions, die in den letzten Jahren gerade den mobilen Spielemarkt überflutet haben. Super Auto Pets hat das aber extrem gut gelöst.

Die Grundversion des Spiels ist völlig kostenlos und dazu auch noch werbefrei. Wer jedoch Zugriff auf ein größeres Set von Charakteren haben möchte, wird einmalig zur Kasse gebeten (inzwischen existieren zwei Erweiterungen für 4,99 Euro für 22 Tiere und 9,99 Euro für 57 Tiere).

Die bringen keinen spielerischen Vorteil, sondern erhöhen lediglich die Komplexität des Spiels. Als Nutzer des Grundpakets hat man nämlich die Wahl, auch nur gegen andere Spieler mit dem Grundpaket anzutreten. So wird sichergestellt, dass auch nur Spieler, die sowieso viel Zeit damit verbringen, zur Geldbörse greifen.

Und: Im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern der Branche wird der größte Teil der Kosmetik, also ein anderes Aussehen für Figuren und Spielbrett, mit mühsam verdienter Siegeswährung bezahlt.

Wie viele Spieler Super Auto Pets hat und vor allem, wie viele davon auch zahlen, lassen sich die Entwickler nicht entlocken.

„Ich weiß es nicht. Scheint eine Menge zu sein. Wahrscheinlich mehr als 10“, heißt es in der Antwort. Im Google Play Store sind jedenfalls mehr als eine Million Downloads verzeichnet. Laut der Datenbank von Sensor Tower hat Super Auto Pets im Apple App Store angeblich 90.000 Downloads und 80.000 Dollar Umsatz gemacht.

Cross-Platform

Denkt man an Rocket League, Call of Duty oder PUBG – große Namen aus der Spielebranche haben es zwar auf den ersten Blick auf die kleinen Smartphonebildschirme geschafft, allerdings nur mit komplett losgelösten Versionen. Echtes, plattformübergreifendes Spielerlebnis findet sich nur bei wenigen Blockbustern, sieht man von Hearthstone, TFT oder Fortnite einmal ab.

Aufgrund der simplen Mechanik von Super Auto Pets ist die Erfahrung aber immer die gleiche, sei es auf dem Smartphone, dem Tablet oder am Desktop im Client oder im Webbrowser. Ist man eingeloggt, kann man zwischen den Runden ohne große Verzögerungen sogar von einem Gerät auf das andere springen – was will man mehr?

Preis: Kostenlos+
Preis: Kostenlos
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Dass Super Auto Pets auf vielen verschiedenen Plattformen verfügbar ist, wurde bei der Entwicklung schon früh mitbedacht. Nach dem Launch der ersten Beta auf dem PC im April 2021 folgte kurz darauf schon der Launch im Google Play Store für Android-Smartphones und -Tablets. iOS-Spieler mussten sich bis Anfang 2022 gedulden. Es hat lange gedauert, aus Gründen, die nichts mit der Entwicklung oder Apple zu tun hatten. Nur rein bürokratischer Geschäftskram, den niemand kümmert.“

Community

Die Community spielt für den Erfolg von Super Auto Pets eine große Rolle. „Weil beliebte Streamer regelmäßig unser Spiel spielen“, erklären sich die Macher von Super Auto Pets ihre wachsende Fanbase. „Wir denken gerne, dass sie Super Auto Pets spielen, weil es sehr zuschauerfreundlich ist und gute Streaming-Inhalte liefert, bei denen jeder mitfiebern kann.“

Dabei ist Team Wood auch gut darin, ihre Spieler bei der Entwicklung mit einzubeziehen. Auf einem mittlerweile mehr als 35.000 Mitglieder zählenden Discord-Server erfolgt direkter Austausch mit anderen Spielern und auch den Machern.

Doch der beste Vorschlag aus der Community hat nichts direkt mit dem Spiel zu tun: „Eine Pause zu machen und uns nicht zu stressen.“

An Super Auto Pets arbeiten schließlich nur zwei Entwickler seit rund 1,5 Jahren, inzwischen seien es drei Vollzeitbeschäftigte und zwei Freelancer.

Die Spieler danken es den Machern mit durchweg positiven Bewertungen im Google Play Store und App Store, auf immerhin durchschnittlich 4,3 Sterne unter Android und satte 4,8 Sterne auf iOS. Die schlechteren Bewertungen im Play Store rühren hauptsächlich von dem angeblich zu hohen Schwierigkeitsgrad her, manche bemängeln technische Fehler.

Der Tenor ist aber überall der gleiche: „Eins der besten Spiele, die ich hier im Store gespielt habe und immer noch spiele. Ganz nach dem Motto: Easy to learn, hard to master muss man sich als Spieler immer schwieriger zu knackende Kombinationen an Gegnern stellen, wodurch eine regelrecht Suchtspirale entsteht“, schreibt zum Beispiel einer. „Gute Mischung aus Brettspielmechaniken und Glücksspiel“, ein anderer.

Was kommt noch?

Wenn ihr den Artikel bis hierhin gelesen habt, seid ihr vermutlich auch der Meinung, dass Super Auto Pets schon ganz gut so ist, wie es jetzt ist. Doch es gibt immer Luft nach oben. Was bei den Entwicklern jetzt auf dem Plan steht? „Übersetzungen. Nächste Erweiterung. Mehr Eitelkeitskram“, lautet die einsilbige Antwort.

Ein Ranglistenmodus steht wohl noch nicht auf dem Zettel. „Wir versuchen immer noch herauszufinden, wie wir es machen wollen.“ Gerade das könnte nochmal zusätzliche Langzeitmotivation hervorrufen. Bislang sammelt man mit Siegen nämlich nur Münzen, die für optische Veränderungen der Tiere und der eigenen Spielfeldhälfte sorgten.

Wie ihr sehen könnt, habe ich nach einigen Versuchen noch immer keine einzige Runde gewonnen. Doch Super Auto Pets ist das vielleicht beste Spiel, um sich klarzumachen: Der Weg ist das Ziel. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal?

Solltet ihr schon Erfahrungen mit Super Auto Pets gemacht haben, schreibt mir doch mal euer Lieblingstier in die Kommentare. Und wenn nicht – gebt ihr dem Spiel mal eine Chance?

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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