Die AirPods Max wurden vorgestellt – und damit die ersten Over-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Apple. Aber nicht alle freuen sich über die Umsetzung.

Klar, wenn Apple ein Produkt einer völlig neuen Art an den Start bringt (lässt man jetzt mal Beats by Dre außen vor), schauen die Augen etwas kritischer, sowohl von Fans als auch von Leuten, die Apple etwas skeptischer gegenüberstehen. Allerdings muss man sich auch schon einige Fragen gefallen lassen, wenn man Kopfhörer für rund 600 Euro verkaufen möchte. Diese drei Gründe sorgen für Unverständnis und Wut bei einigen:

Das Smart Case

Wichtig zu wissen, warum das Ladecase so viel Hass abbekommt, ist der Mangel eines Powerbuttons an den AirPods Max. Der Nutzer kann sie also nicht aktiv ausschalten, sondern sie lediglich im Case verstauen, was keine grandiose Akkulaufzeit zur Folge haben sollte.

Davon ausgehend wurde zunächst ausgerechnet, dass die AirPods Max nach fünf Tagen ohne Ladung völlig leer sind. Schließlich verlören die Kopfhörer innerhalb von vier Stunden rund drei Prozent Akkuladung, da sie weiterhin mit dem entsprechenden Gerät verbunden blieben. Apple klärte jedoch erst später auf, dass die AirPods Max ohne Hülle nach 72 Stunden in einen „extrem stromsparenden“ Modus wechseln würden, mit Hülle nach 18 Stunden.

Würde das sogenannte Smart Case jedoch die teuren Kopfhörer wenigstens gut schützen und nicht nur notwendiges Übel sein, wäre der Ärger vielleicht etwas kleiner. Das Case zwingt die Kopfhörer jedoch in eine unpraktische Position und umschließt die Ohrmuscheln nicht mal vollständig. Wer sie so zum Beispiel im Rucksack transportiert, dürfte dort schnell Krümel und sonstigen Unrat ansammeln.

Das Kabel

Dass Apple an Zubehör spart, ist keine Meldung wert. Bei Kopfhörern allerdings explizit das Kabel wegzulassen, mit dem sich diese mit anderen Audio-Abspielgeräten verbinden ließen, ist ein starkes Stück. Mitgeliefert wird nur ein Lightning-auf-USB-C-Kabel, das zum Laden gedacht ist. Lightning auf 3,5 Millimeter Klinke – ist nicht so, als würde das nicht gehen. Kostet dann aber 38 Euro extra.

Der Preis

Für die einen mag es eine Frechheit sein, für die anderen ein typischer Apple-Preis. 600 Euro für kabellose Kopfhörer zahlt man sonst nur an Hersteller wie Sennheiser oder Beyerdynamic, die dann zwar kein Noise-Cancelling bieten, aber einen deutlich höherwertigen Sound. Alternativen zu den AirPods Max für den mobilen Einsatz im Alltag sind aber schnell gefunden und das Tolle: Sie sind alle merklich günstiger.

Für derzeit 215 Euro bekommt ihr zum Beispiel schon die Surface Headphones 2. Sie sind mit der günstigste Einstieg in die Welt der Noise-Cancelling-Kopfhörer, bieten jedoch gleichzeitig einen tollen Klang, digitale Sprachassistenten und eine Laufzeit von 18,5 Stunden laut Hersteller.

Als Nonplusultra der kabellosen ANC-Kopfhörer werden momentan die Sony WH-1000XM4 gehandelt, die jüngste Generation der erfolgreichen Serie. Sie sind mit 350 Euro nicht geschenkt, liegen aber immer noch bei nur gut der Hälfte dessen, was Apple für die AirPods Max verlangt. Preiswerter kommt ihr mit den immer noch guten Vorgängern Sony WH-1000XM3 weg.

Was meint ihr?

Jetzt seid ihr gefragt: Was haltet ihr von den AirPods Max? Ist der Ärger berechtigt oder hat Apple nur geliefert, was man eh von ihnen erwartet? Ich freue mich auf die Diskussion in den Kommentaren. (Übrigens, ich nutze selbst ein iPhone 11, AirPods, ein MacBook und ein iPad – wer mir also grundlosen Apple-Hate unterstellt, könnte nicht falscher liegen.)

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.