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Smartphone

Ein paar Gedanken: Steck‘ doch mal das Smartphone weg

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Smartphone Symbolbild

Diese Woche habe ich eine überraschende Beobachtung gemacht und die machte mich zugleich irgendwie traurig. Zu sehen war eine Familie, zwei Erwachsene und drei Kinder, die allesamt miteinander geredet und das Handy bzw. Smartphone gar nicht aus der Tasche gezogen haben. Alle hatten Spaß, waren gut gelaunt. Sie unterhielten sich, sie kommunizierten „wie früher“. Was eigentlich so selbstverständlich klingt, ist heutzutage leider überhaupt nicht mehr selbstverständlich. Ein unglaublich schönes aber inzwischen extrem seltenes Bild, was mir durchaus zu denken gibt. Ist uns das echte soziale Leben – insbesondere mit der eigenen Familie – wirklich gar nichts mehr wert und so scheiß egal?

Familie

Wollen wir lieber whatsappen, youtuben und facebooken? Das fuckt mich ehrlich gesagt inzwischen so ab, auch wenn ich selbst wohl hin und wieder nicht besser bin. Noch habe ich alle, meine Großeltern. Sind die aber mal gegangen, werde ich mit Sicherheit jede dieser Minuten bereuen, in denen ich auf mein Handy geguckt habe, anstatt Geschichten auszutauschen. Das bedrückt mich schon jetzt.

Möge es auch der langweiligste Alltagstalk sein, nutzt eure Zeit mit eurer Familie, denn diese verpasste Zeit kann euch keiner zurückholen. Verbringt die letzten Jahre mit euren Großeltern, seht die Kinder aufwachsen und sprecht mit euren Eltern und nicht mit WhatsApp. Ich bin mir sicher, es wird in den kommenden Generationen noch viel schlimmer und das sieht man schon jetzt.

Belanglos

Wir werden nur noch mobil kommunizieren, meist über völlig belanglose Dinge und mit diesen beschissenen Stickern, Emojis und was es noch sonst alles gibt. Ohne Herz und Seele. Ohne die Person im Chat wahrscheinlich überhaupt richtig zu kennen, weil es eben doch nur eine flüchtige Bekannte ist, mit der man hauptsächlich über einen Bildschirm kommuniziert und sich höchstens hin und wieder auf Party trifft.

Entscheidungen

Ich glaube sogar fest daran, dass es in Zukunft auch für viele Menschen nicht mehr den klassischen engen Freundeskreis geben wird, nicht mehr den besten Freund oder die beste Freundin. Wir verlernen immer mehr uns für A oder B fest zu entscheiden, lieber warten wir mal noch ab, was C, D, E, F, G und H zu bieten haben. So werden wir uns auch nicht mehr für einzelne Menschen entscheiden können, die in unserem Leben wirklich wichtig für uns sind. Es könnte ja immer etwas „Besseres“ kommen.

Es ist der Fluch dieser ständigen Erreichbarkeit, der wir uns im Alltag und Job aussetzen. Natürlich kann man in der heutigen Welt nicht mehr leben wie früher, dennoch muss man sich den neuen Gegebenheiten auch nicht restlos und ohne Gegenwehr hingeben.

Freunde

Glaubt mir, das hab ich auch selbst hinter mir. Aber was hatte ich am Ende? Kaum Kontakt mit den Menschen, die wirklich für mich da sind und die mir in meinem Leben Rückhalt, Kraft und Freude schenken. Stattdessen habe ich mich oft für den kurzweiligen Spaß entschieden, der mir meinem Leben vielleicht ein paar coole Momente schenkte aber mehr auch nicht. Echte Freunde sind aus diesen Zeiten keine hängen geblieben, hingegen der eine oder andere echte Freund verloren ging.

Schon so viele Menschen habe ich im Internet kennengelernt, dachte ich zumindest immer. Ob man aber wirklich auf derselben Welle schwimmt, kann man am Bildschirm definitiv nicht feststellen. Freunde der Sonne, geht raus, quatscht miteinander und steckt das Smartphone endlich wieder in die Hosentaschen.

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