Elektroautos werden in Deutschland kaputt geredet

Chevrolet Elektroauto laden

Foto: GM, Chevrolet

In der bislang schwierigsten Phase steigen Marken wie Ford bei Elektroautos gerade erst ein.

In Deutschland macht sich das Gefühl seit Jahren breit, dass sehr viele Menschen der Elektromobilität schon fast feindlich gegenüberstehen. Das hat sicherlich mehrere Gründe. Einerseits sind wir nicht gerade ein Land, das progressiv in die Zukunft geht. Da tun wir uns mit dem Wandel einer sehr stark verankerten Industrie natürlich besonders schwer.

Ein weiteres Problem ist in meinen Augen die Argumentation der Politik. Da wird erst mit geplanten Verboten um sich geworfen und dann wird das Elektroauto als Allheilmittel für Umweltpolitik vermarktet, zugleich werden elementare Bestandteile wie Ausbau der Infrastruktur verschlafen und Förderungen für die denkbar falscheste Zielgruppe etabliert.

Elektroautos und Deutschland, das passt noch nicht so richtig

Das ist jedenfalls mein Eindruck, den ich von den letzten Jahren habe. Und es spiegelt sich auch in der obersten Etage der großen Autohersteller wider. Inzwischen reden wir in Deutschland die Elektromobilität kaputt, meint auch Ford-Deutschlandchef Martin Sander im Interview mit FAZ. Einen der von mir genannten Gründe, das Verbrennerverbot, hält Sander für „schlichtweg unnötig“.

Er sieht eher den Punkt darin zu machen, Elektroautos attraktiver als Verbrenner zu gestalten, um die Leute schlussendlich organisch zu überzeugen. Einfach nur kleine und billige Elektroautos anzubieten, sei jedoch kein Mittel. Jedenfalls nicht für Ford. „Ein kleines Elektroauto“ spielt für die Marke „nur ei­ne untergeordnete Rolle“.

Ford hat in meinen Augen jedoch ein vergleichbares Problem wie zum Beispiel VW, denn die Elektromodelle sind sehr teuer. Das verkauft sich nicht einfach so. Der neue Explorer kostet rund 50.000 Euro. Die angebotenen Verbrenner wie Puma, Kuga, Focus und Ranger liegen bei 40.000 Euro oder sogar deutlich darunter.

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20 Kommentare zu „Elektroautos werden in Deutschland kaputt geredet“

  1. Keine Reichweite. Lange Ladezeiten. Ist die Herstellung im Vergleich zum Diesel oder Benziner Umweltfreundlicher?
    Kein Anhängerbetrieb möglich!

    1. Wieso soll kein Anhängerbetrieb möglich sein?
      Das ist doch Schwachsinn, was sie da schwurblern..
      Natürlich hat es, wie beim thermischen Motor, Auswirkungen auf die Reichweite, möglich ist es aber allemal. Ein Tesla X kann mit seinem enormen Drehmoment fast 2,5 Tonnen anhängen.

    2. Immer diese alten Thekensprüche, auch E Autos entwickeln sich weiter das sie in naher Zukunft dem Verbrennen weit aus überlegen sind.

      1. Alle reden von Reichweite, da wird auf dem Papier gelogen, daß sich die Balken biegen. Kein Grüner will von Kinderarbeit im Kongo reden, noch von den Grundwasserabsenkung en in Chile. Und erst Recht keiner redet von den Strahlungswerten im Auto.

        1. Tja, das mit der „Strahlung“ ist so eine Sache. Auch Licht ist eine elektromagnetische Strahlung. Und da ist uns der Zusammenhang zwischen biologischer Wirkung, Intensität, Wellenlänge und Expositionsdauer klar. Da erwartet niemand, von einer 40W Glühbirne einen Sonnenbrand zu bekommen. Nur weil man die Strahlung im E-Auto nicht sieht, heißt das noch längst nicht, dass sie irgendeine messbare biologische Wirkung hat. nicht einmal das Ohr wird warm, wie beim Mobiltelefon ;-)

    3. Lieber Hans, das sind gelinde gesagt nun schon die ältesten und abgedroschensten Narrative. Was man aber eindeutig ablesen kann, Sie sind selber noch gar kein E-Auto gefahren. Ja es ist nicht nur ein „einfacher Wechsel“ der Antriebstechnologie, es gehört viel mehr dazu und wer sich ehrlich darauf eingelassen, ausgiebig erprobt und verstanden hat, der kann sich keinen Rückschritt zum Verbrenner auch nur ansatzweise mehr vorstellen.
      Problem ist in unserem Lande ein völlig falsche Berichterstattung und ein Verriss mit Hintergrund der Elektromobilität. Und auf diese bewusst gelegte Leimspur rutschen leider allzuviele aus……..

      1. EAuto mal anders betrachtet
        ich kenne keinen EAutofahrer, der nicht stolz darauf wäre was für die Umwelt zu tun, alldieweil das EAuto je emissionsfrei agiere. Nur stimmt das auch. Gaebe es hat keine würde aber in Deutschland weniger Strom insgesamt verbraucht. Aber nicht 1kWh weniger an Grünstrom. Es würde nur weniger fossiler Kraftwerksstrom erzeugt und dementsprechend weniger CO2 in die
        Luft geblasen. immerhin brutto .9kg CO2 je kWh. Da ist doch ein moderner Verbrenner um das xfache „$auberer“ und das bleibt auch so solange zus aetuliche Lasten nicht direkt mit Grünstrom bedient werden können. Alles andere sind faule Ausreden und komme keiner mit dem Strommix. Der Anteil CO2 darin wäre nämlich auch geringer wenn’s die subventionierten Dreckschleudern nicht gäbe. Wir sind hier halt nicht mit Norwegen vergleichbar. Dort funktioniert’s, weil’s dort nur grünen Strom hat.

      2. Sorry, aber ihr Post beweist sehr gut, dass das Thema E-Mobilität hier kaputtgeredet wurde und wird.
        Die Ladezeiten sind bei den Autos, die nicht schnellladefähig sind tatsächlich lang.
        Allerdings sind viele schnellladefähig. Bei Tesla ist das gar keine Frage, die meisten europäischen BEV sind es auch.
        Das Laden dauert bei neueren Modellen gerade noch 20 Minuten. Ja, man kann in 10 Minuten Tanken, das geht aber nur dann, wenn wenig Betrieb ist.
        In der Herstellung sind BEV und Verbrenner vergleichbar, allerdings ist der Betrieb danach bei BEV weitaus sparsamer! Prof Fichtner vom Helmholtz Institut Ulm hat Anfang des Jahres darüber referiert, ist bei YouTube abrufbar. Da kann man dann den genauen Vergleich sehen. Achtung Spoiler: der CO2-Verbrauch eines Verbrenners ist bei dem momentanen Strommix ungleich höher!
        Das mit dem Anhänger ist ebenfalls aus dem Bereich der alternativen Fakten, da sind wohl dem ein oder anderem Gegner von BEV die Argumente ausgegangen…

        Letztendlich haben E-Autos einige Totschlagargumente auf ihrer Seite.
        Billiger werden sie mittlerweile auch.
        Was bei der Diskussion rund um das hin und her zwischen E-Autos und Verbrennern für meinen Geschmack viel zu wenig bedacht ist, ist die Tatsache, dass Deutschland bei der Herstellung von PKW schon lange nicht mehr tonangebend ist.
        Und in Asien- dem neuen Automobilmarkt der Zukunft- sind Verbrenner schon lange nicht mehr hoch im Kurs.
        lange Rede kurzer Sinn: wir verpassen einen Trend! Wir halten an einer Technik fest, die außerhalb Europas als komplett veraltet angesehen wird.
        Zukunftsfähigkeit geht anders!

    4. Keine Reichweite? Ein Mittelklasse BEV mit 800V Ladetechnik (z.B. Hyundai Ioniq 5) macht 1000 km mit total ca. 25 Minuten laden auf der Strecke… im Winter könnens auch mal 20-30 Minuten mehr sein. Aber für 1000 km ist alles unter einer Stunde Pause ohnehin ein potentieller Mörder / Totschläger.

    5. Ist dir bewusst, dass dein Verbrenner nicht nur ebenfalls Lithium und Kobalt enthält, sondern auch Platin (für welches in Südafrika ebenfalls Kinder schürfen), Rhodium, Palladium, Cerium, Yttrium und Lanthan? Haben dich dort die Abbau-Bedingungen je interessiert? Was ist mit den Pflanzen, Tieren und Menschen in Niger-Delta, Westsibirien und dem nördlichen Amazonas von Equador, deren Boden unfruchtbar und Grundwasser verseucht wird wegen der Erdöl-Mafia und ihren Umweltverbrechen – seit über 70 Jahren!?? Was ist in Kanada mit der gerodeten Fläche Wald in der Grösse von England, welche durch Ölsanden? Was ist mit dem verseuchten Wasser dort? Was ist den Chemikalien, die Tag zäglich in den USA für Fracking Gas- und Erdöl in den Boden gepumpt werden? Hat dich das je interessiert? Was ist mit den gigantischen Umweltverseuchungen durch lecke Erdöl-Plattformen und aufgelaufene Transporterschiffe? Hat dich das alles je interessiert? Ein Akku muss NICHT „entsorgt“ werden – der Akku hält im Auto mittlerweile wesentlich über 200’000km. Danach ist dessen SoH immer noch bei über 75%. D.h. der Akku kann dann noch weitere 10-15 Jahre als stationärer Speicher genutzt werden, hat ja immer noch über 75% der Ursprungskapazität (Ionity verwendet z.B. alte Nissan Leaf Akkus). Danach wird der Akku recycelt. Dies ist bereits heute mit über 90% des Akkus möglich. Ist aktuell noch nicht wirtschaftlich, da es noch zu wenige Akkus gibt, die recycelt werden müssten (sind entweder noch im Auto oder second Life). Recycling lohnt sich finanziell erst bei entsprechender Skalierung. Technisch ist das aber schon heute gut machbar. Wie viel % deines verbrannten Erdöls hast du bis jetzt recycelt? Dir ist bewusst, dass dein Verbrenner nicht viel weniger Strom verbraucht? Förderung / Transport und Verarbeitung von Erdöl zu Treibstoff ist sehr Energiehungrig. Nur schon die Raffinerie benötigt für die Herstellung von 7 Litern Benzin bis 11 kWh Strom. Moderne BEV fahren damit bereits 50-70 km. Wie wird denn der Strom für die Raffinerie hergestellt? Hat dich das alles je vom Kauf eines Verbrenners abgehalten? Dir ist bewusst, wie scheinheilig und doppelmoralisch deine Argumentation ist?

  2. Ich fahre seit einiger Zeit einen ID5 und der ist absolut alltagstauglich. Da kann ich knapp 1 1/2 Tonnen dran hängen und mache das auch mehrmals im Jahr. sonst hat der absolut eine alltagstaugliche Reichweite. Selbst lange Touren sind dank der Schnelllader kein Problem.
    Aber es wird genug dummes Zeug verbreitet dass viele den Blödsinn von wegen fehlender Reichweite und Anhänger glauben… genau wie mit den Umweltschäden durch die Herstellung. als ob ein Verbrennungsmotor nur aus feenstaub besteht…

  3. Für mich ist diese Haltung der Deutschen absolut unverständlich.
    Ich fahre seit über zwei Jahre vollelektrisch, auf Langstrecke genauso problemlos wie auf Kurzstrecke und ich ziehe ohne Probleme meinen Anhänger.
    Ich werde mir als nächstes den neuen Explorer bestellen und ich möchte auch keinen Verbrenner mehr fahren müssen im Alltag.
    Ich liebe es zwar an und auf der Rennstrecke, wenn die V8 Motoren dröhnen und ich mag auch den Geruch aber privat gibt es für mich nichts besseres mehr als elektrisch fahren.

    1. wo lädst du das Auto ein? du muss dir vorstellen , dass ein Elektroauto deutlich teuer ist und macht nur Sinn ,wenn du ein Haus 🏡 hast. Ich kenne keinen ,der fährt ein Elektro und nicht reich ist.

      1. Hallo Zoki,
        ich lade wenn es geht Zuhause an der Steckdose, bezahle aktuell noch 35 Cent je kWh. Unterwegs habe ich bisher bei IONITY geladen mit der „Elli“ App, zu ebenfalls 35 Cent je kWh.
        Allerdings ist das Abo seit diesem Jahr nicht mehr interessant und ich werde zukünftig wieder die ADAC E-Charge Karte benutzen oder bei Tesla laden.
        Reich bin ich aber keineswegs, arbeite ganz normal. Man muss auch sagen dass die Neuwagenpreise auch beim Verbrenner teils extrem gestiegen sind, der Unterschied war jetzt beim Neuwagen dank Förderung nicht mehr so groß und jetzt fahren die Hersteller ja auch unglaubliche Rabattaktionen.
        Dafür spart man mit der Steuer, niedrigeren Energie- und Wartungskosten.
        Der Gebrauchtwagenmarkt entwickelt sich mittlerweile auch und man kann meiner Meinung nach problemlos zu einem Gebrauchten BEV greifen, die Akkus kann man ja auslesen.
        Meiner ist jetzt 2 Jahre alt und hat noch 100% Kapazität.
        Ich würde definitiv auch elektrisch fahren wenn ich nicht Zuhause laden könnte, allerdings stimmt es schon, Autos mit großem Akku oder entsprechender Ladeleistung sind etwas teurer. Ich bin mit aber sicher dass das ein temporäres Problem ist, das wird sich auch ändern.
        Gruß Chris

  4. Wenn das E-Auto so attraktiv wäre, dann hätte man kein Verbrennerverbot erlassen müssen. Nicht jeder möchte für seine 10 T km im Jahr Fahrleistung die teuerste Technologie kaufen müssen. Das E-Auto kann auch mit den bestehenden geringen Stückzahlen in Deutschland weiterentwickelt werden und die deutsche Autoindustrie muss sich sowieso international aufstellen. Der soziale Aspekt der Autokosten wird hier immer vernachlässigt.

    1. Man hätte über ein Verbrennerverbot nicht nachdenken müssen, wenn man objektiv an die Sache rangegangen wäre und E-Autos nicht von Anfang an kaputtgeredet hätte.
      Tatsache ist, dass BEV letztendlich bedeutend weniger Energie verbrauchen und auch weniger CO2 in der Atmosphäre verursachen.
      Tatsache ist auch, dass wir die dazu nötige Energie zumindest zu einem Großteil selber herstellen können. Die Energie muss nicht im Ausland eingekauft werden, damit bleibt das Geld im Land und arbeitet hier.
      Und Verbote sind dann sinnvoll, wenn man damit Dummheiten beenden kann oder sinnvolle Trends beschleunigen will.
      Als man die Sklaverei oder Kinderarbeit verboten hat, gab es sicherlich auch welche, die das nicht so toll fanden; was für ein Glück, dass die sich nicht durchgesetzt haben.

  5. Zum Glück gibt es inzwischen mehr pro wie contra Kommentare. Also der Knoten platzt nicht aber er fault langsam durch. Nach 45 Jahren Verbrenner fahren mit einigen Millionen km und tausenden Tonnen Co2 fahre ich seit 3 Jahren elektrisch, inzwischen mit 2 Fahrzeugen. Ladestrom kommt zu 80% von der eigenen PV-Anlage, zur Tanke fahre ich nur noch um den Reifendruck zu prüfen. Wunderbar, warum ist das nicht schon seit 20 Jahren so? Weil es eine starke Öl- und Auto-Lobby gibt und der Staat nicht auf die Mineralölsteuer verzichten kann. Deswegen sind Verbote und höhere Co2 Preise nötig damit es auch die Letzten (zB FDP) verstehen. Der Wechsel wird langsam gehen, er wird aber sicher stattfinden, ohne EFuel und ähnlichen Träumereien.

  6. Das beste Beispiel ist mein Schwiegervater.
    vor etwas über einem Jahr wollten sich er und meine Schwiegermutter einen neuen Wagen kaufen.
    Zu dem Zeitpunkt wer ein BEV für ihn ein no go!
    Im letzten Sommer hatte sein Arbeitgeber den kompletten Fuhrpark auf BEV umgestellt. Da war er dann gezwungen, ein E-Auto zu fahren.
    Nach Weihnachten fragte ich ihn, wie ihm das E-Auto vom Arbeitgeber gefalle.
    Da glänzten seine Augen und war voll des Lobs.
    Jetzt spricht er nur noch davon, als nächstes ein E-Auto zu kaufen.

    1. Finde BEVs mega geil. Leider wurde der deutschen Autoindustrie kräftig ins Hirn geschissen und die bauen nur riesige Schlachtschiffe. Diese verdammten, unfassbar peinlichen SUVs sind nämlich alles andere als sinnvoll. Sie sind sauschwer, haben nen schlechten Windwiderstandswert und kosten einfach viel zu viel. Ich hoffe ernsthaft, dass wir in Zukunft mehr französische und koreanische Autos auf den Straßen sieht. Die deutsche Autoindustrie soll endlich sterben. Die ganzen Fachkräfte von BMW & Co. können wir nämlich gut anderweitig einsetzen.

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