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Android

Erster Eindruck zum Google / Huawei Nexus 6P

Daniel

Veröffentlicht

am

Nexus 6P

Neben dem Mate 8 liegt zur Zeit ein weiteres Flaggschiff aus dem Hause Huawei auf meinem Schreibtisch: Das Nexus 6P, welches für und in Zusammenarbeit mit Google entstanden ist. Konkurrenz aus dem eigenen Lager mag man vermuten, doch ist ein Nexus ja immer ein eigener Markt für sich. Mit einem Startpreis von 649€ (549€ bis zum 12. Februar) muss das Nexus 6P aber viel bieten um sich zum Beispiel gegen das Mate 8 bzw. die bevorstehende Welle an neuen Smartphones zu beweisen.

Design / Verarbeitung

Ähnlich wie das Mate 8 besitzt auch das Nexus 6P ein hochwertiges Gehäuse aus Aluminium, welches in Sachen Verarbeitung keinen einzigen Fehler zu machen scheint. Spaltmaße existieren fast gar nicht und alles fühlt sich mehr als robust an.

Beim Design setzt sich das Nexus aber deutlich von der Masse und auch dem Mate 8 ab. Die Rahmen auf der Front sind deutlich größer um die beiden Frontlautsprecher unterzubringen und die Rückseite bietet mit dem „Visor“ (dem schwarzen Glasstreifen) ein recht eigenwilliges, dennoch fast einzigartiges Design.

Zur Vorstellung des 6P bekam genau diese Unterbringung der Kamera etwas Spott ab, wenn man das Gerät aber in den Händen hält findet man durchaus Gefallen daran. Ebenso ist die Erhöhung des Kamerabereiches kaum bemerkbar, das Ganze sieht auf den Pressebildern einfach nur unvorteilhaft aus.

Display

Nach langer Zeit mit LC-Displays musste ich mich hier erst einmal wieder an Amoled gewöhnen, dennoch hatte das 6P von Anfang an einen faden Beigeschmack für mich. Die Kalibrierung ist einfach viel zu warm. Das Weiß wirkt selbst ohne Vergleichsgeräte extrem gelblich, was zwar abends die Augen schonen mag, für mich persönlich aber einfach nur schrecklich aussieht. Ebenso lässt die maximale Helligkeit zu wünschen übrig, denn sobald die Sonne auf das Display strahlt wird das Ablesen nicht gerade einfach.

Ansonsten gibt es nicht viel zu beanstanden. Wie für Amoled typisch kann man sich auch beim Nexus 6P auf großartige Kontraste und kräftige Farben freuen. Wer es etwas natürlicher mag, der kann zumindest in den Entwickleroptionen den sRGB Modus aktivieren. Eine manuelle Kalibrierung für die Farbtemperatur hätte Google dennoch spendieren können.

Performance / Akku

Dem Snapdragon 810 wird ja viel nachgesagt, beim Nexus 6P scheinen die Problemchen aber halbwegs gut gelöst worden zu sein. Wirklich heiß wird das Gerät selbst bei höherer Auslastung nicht und die Leistung bleibt durchaus konstant. Von der Geschwindigkeit liegt das 6P ungefähr auf dem Niveau des Mate 8, welches einen deutlich leistungsfähigeren Prozessor besitzt.

Ein negativer Effekt scheint sich aber bei der Akkulaufzeit zu zeigen, denn hier kann man der Akkuanzeige bei mittlerer bis hoher Auslastung beim Prozente-Limbo zusehen. Trotz des eigentlich recht starken 3450mAh Akkus waren in den letzten Tagen nie mehr als 4-5 Stunden aktive Nutzung für mich möglich. Für die meisten wird das aber durchaus reichen um durch den Tag zu kommen. Lobenswert ist auf den ersten Blick aber die Standby Zeit, die durch das Doze Feature in Android 6.0 noch einmal ordentlich optimiert wurde. Über Nacht gehen bei mir meist nicht mehr als 1-2% verloren. Für Geräte vor der Snapdragon 808/810 Ära wären solche großzügigen Akkus aber mit durchaus besseren Laufzeiten davongekommen.

Kamera

Wer hätte gedacht, dass so etwas möglich ist: Ein Nexus mit guter Kamera? Unglaublich….Nein, Spaß beiseite: Dieses Mal hat Google sich etwas mehr Mühe gegeben und die Kamera im 6P macht bisher durchaus gelungene Aufnahmen in den meisten Situationen. Besonders in schlechten Lichtverhältnissen war ich überrascht, da sich das Rauschen hier für eine Smartphone-Kamera stark zurückhält. Ich bin zumindest gespannt, was für Schnappschüsse mit dem 6P möglich sein werden. (zum Testbericht des Nexus 5X)

nexus 6p rückseite

Erstes Fazit

Das Nexus 6P macht einen halbwegs guten ersten Eindruck. Die Verarbeitung, das Design und die Performance sind allesamt erstklassig. Die Akkulaufzeit und die Displaykalibrierung hingegen trüben das ansonsten nette Gesamtpaket für mich persönlich aber etwas. Voreilige Schlüsse möchte ich aber nicht ziehen, denn wer weiß was sich in den nächsten Wochen bis zum endgültigen Test noch so ergibt.

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