Bislang gibt es bei uns keine Grenzen für Bezahlungen mit Bargeld. Abgesehen von der Pflicht, sich ab einer Summe von 10.000 Euro dem Händler gegenüber auszuweisen. Allerdings soll sich das deutlich verändern, wie die Finanzmarktkommissarin der EU in einem Interview verraten hat. In der gesamten EU sollen Zahlungen in Bargeld zukünftig erstmals einer Obergrenze unterliegen. Wasser auf die Mühlen der paranoiden Ideologen, aber eigentlich ein nachvollziehbarer Schritt.

Es wird natürlich bei solchen Vorhaben immer wieder ein ganz spezieller Grund genannt. Der Handel mit Bargeld soll möglichst kleingehalten werden, um Geldwäsche und ähnliche Probleme zu bekämpfen. Steuern spielen da sicher auch eine Rolle, werden aber nie benannt. Deshalb soll es in Zukunft eine Obergrenze von maximal 10.000 Euro geben, die für Barzahlungen innerhalb der EU gilt. Die meisten Menschen würden Zahlungen in dieser Höhe heute ohnehin nicht mehr mit Bargeld abwickeln, heißt es aus der EU-Politik.

EU will Bargeldzahlungen begrenzen, allerdings auf ein recht hohes Limit

Entsprechende Gesetzgebungen sollen im Sommer 2021 vorgelegt werden. Man beschreibt sie als großen Schlag im Kampf gegen Geldwäsche und anderweitige illegale Finanzierungen. Weiterhin ist das in meinen Augen kein Weg zum Verbot von Bargeld. Sondern lediglich eine realistische Regulierung, mit der die meisten Menschen äußerst selten oder sogar niemals in ihrem Leben in Berührung kommen. Oder was meint ihr dazu?

Ich persönlich zahle eigentlich nur noch digital bzw. virtuell. Am liebsten direkt mit dem Smartphone. Umso weniger sensible Dokumente muss ich in Form einzelner Karten, etc. mit mir führen und das Smartphone kann ich bei Verlust sofort ersetzen. Ich fühle mich dabei auch nicht verfolgt oder überwacht, ganz im Gegenteil. Eigentlich habe ich eher ein deutlich besseres Gefühl, was die Sicherheit anbelangt.

Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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19 Kommentare

  1. Wo lebt denn der Autor bei solchen Behauptungen.
    Natürlich kommen viele Menschen in Berührung mit Summen über 10.000 Euro.
    ES SOLLTE JEDEM FREIGESTELLT SEI, OB ER SEIN ERARBEITES GELD DER BANK ANVERTRAUT ODER ZU HAUSE DEPONIERT.

    „Weiterhin ist das in meinen Augen kein Weg zum Verbot von Bargeld. Sondern lediglich eine realistische Regulierung, mit der die meisten Menschen äußerst selten oder sogar niemals in ihrem Leben in Berührung kommen. „

  2. Im normalen Alltag mögen Summen dieser Größenordnung nicht oft vorkommen, aber hat schon mal jemand die Anzahlung oder Kaufsumme seines neuen Autos überwiesen und stand dann vor dem verschlossenen Autohaus, das just an diesem Morgen Insolvenz angemeldet hat? Bis der Insolvenzverwalter die Eigentumsverhältnisse geklärt hat gehen schon mal ein paar Monate ins Land – ohne Auto.
    Oder ich überweise die Kaution für meine hübsche neue Wohnung auf das Konto meines neuen Vermieters, dessen Konto genau dann gepfändet wird, bevor er mein Geld getrennt von seinem Vermögen anlegen konnte. Die Kohle ist unwiderruflich weg!
    Einfach nur Bargeld verbieten ist ein wenig kurz gedacht, das hat auch rechtliche Konsequenzen.

      1. Ihre Antworten sind die eines realitätsfernen Träumers lieber Danny. Das hat mit Verschwörungstheoretiker überhaupt nichts zu tun.
        Die EU macht die Drecksarbeit für die hiesigen Politiker. Orwell lässt grüßen.

  3. Bei uns in Dænemark ist die Grenze 50.000 Kronen (ca. 6.650 – 6.700 €).
    Das nervt total.

    Nein ich habe solche Summen nicht jeden Tag (leider 😁) aber es passiert ab und an.

    Und da bei uns die Negativzinsen in meiner Bank schon ab 100.000 Kronen greifen (bei anderen Banken schon ab der 1. krone), ist es umso ærgerlicher, dass die Verwendung von Bargeld beschnitten wird.

    1. Verstehe den Zusamenhang nicht. Was haben Negativzinsen mit dem Geldverkehr zu tun? Oder soll ernsthaft Bargeld im Keller die Alternative sein? Wäre ja sowieso auch weiterhin möglich.

      1. Der Zusammenhang ist recht simpel; das Ansparen einer høheren Summe fuer z.B Auto, Møbel oder was auch immer teures man kaufen møchte, dauert durch negativzins længer bei der Bank als unterm Kopfkissen.

        Kurz gesagt, der Eingriff ins Bargeld bezahlen kostet den Verbraucher mehr.

        1. Ja und nein, das greift in diesem Fall ja nicht. Oder? Es gibt Bankkonten, die keinen Negativzins bei regelmäßigen Einkünften haben oder erst ab wesentlich höheren Summen. Ist natürlich alles sehr individuell und kann von beiden Seiten nicht pauschalisiert werden.

        2. Das greift bei Einigen sofort und Anderen erst spæter. Je nach Bank. Bei uns hat bereits ueber die Hælfte der Banken negativzins. Tendens steigend.
          Manche ab dem ersten Dollar, Andere ab 100.000.
          Bei mir ist im Laufe eines Jahres der Satz 3 mal gesnkt worden. Von Anfænglich 300.000 (da dachte ich noch wie du; beruehrt mich nicht), dann auf 250.000 (auch da dachte ich es beruehrt mich nicht) zu jetzt 100.000. Jetzt fængt es an auch mich zu beruehren.

          Bank wechseln? Schwierig wenn fast jede Bank das Gleiche macht.

  4. Ich bin schon etwas älter und sehe dass so:“es wird einem aufgezwungen das Geld auf der Bank zu halten wo es durch Negatif Zinsen und den Kaufschwund immer mehr an Wert verliert. Ich möchte über mein Geld selbst bestimmen, und verwalten wie ich es möchte. Der Staat will noch mehr über das Privetgeld übersicht haben.So war das als wir alle ein Konto haben mussten( Kontogebühren waren da frei, und Heute. Es wird einfach ins Portmone gegriffen.

    1. Geld verliert in jeder Art an Wert, egal ob in Bar oder auf der Bank. Es gibt außerdem Möglichkeiten Geld anzulegen, um dem entgegenzuwirken. Oder es sogar zu vermehren. Der Rest, was das Bankensystem angeht, ist eben der kapitalistische Markt.

  5. Bargeld ist gedruckte und/oder geprägte Freiheit. Wer in D Bargeld verbietet, der muss damit rechnen, dass Geldwäsche dann eben in Dollar oder Franken stattfindet. Geldwäsche oder Korruption funktioniert auch digital, und da noch so viel besser…
    Warum soll dann der ganz gewöhnliche Bürger, der nie gegen das Gesetz verstößt, überwacht werden? Digitales Bezahlen ist überall nachverfolgbar! Es ist wie mit Schusswaffen, die ganz bösen Buben scheren sich nicht um Verbote und der Bürger ist wie immer der Depp.

    1. Geld und die Geldmenge kommen heute unter anderem von Zentralbanken. Freiheit verstehe ich dahinter nicht wirklich. Der Verfolgungswahn ist in meinen Augen absurd, wenn man sich „ganz normal“ verhält. Verhalte ich mich auffällig, in welcher Art auch immer, kann man auch anderweitig verfolgt werden.

  6. Wie bei den „Kontenüberwachungen“ wird es auch hier keine nennenswerten Vethinderungen von Geldwäschekriminalität und Terrorbekämpfung kommen.
    Darum geht es sicher auch nicht wirklich, es geht eher um Steuer und Überwachung der Bürger. Ich bin ehemaliger Ostdeutscher und ich stelle immer mehr fest, das mir viele dieser Dinge verdammt bekannt vorkommen.

    1. Noch nie davon gehört, dass hier jemand politisch verfolgt wurde, trotz der heutigen „Überwachungsmöglichkeiten“. Ich glaube der Vergleich mit der DDR hinkt nach wie vor, auch wenn die Politik heute schon durchaus immer wieder Terror und ähnliche Themen vorschiebt, um in Teilbereichen mehr beobachten zu können.

  7. Man sollte das lassen, und jeder soll bezahlen wie es ihm zufrieden stellt.
    Und dein digitalen bezahlen, kann ich manipulieren.

  8. Wird dann später gesenkt, alter Trick. Am 02.10.2018 haben die EU-Finanzminister einer neuen Verordnung zugestimmt, mit der die Überwachung von Barmitteltransfers weiter verschärft wird. Die neuen Vorschriften erweitern dabei den Begriff des „Barmittels“ weit über das reine Bargeld in Form von Banknoten und Münzen hinaus. Auch Post-, Fracht- und Kuriersendungen fallen zukünftig unter die neuen Barmittel-Bestimmungen, für die dann bei einer Ein- oder Ausreise in bzw. aus der EU ebenfalls die derzeit gültige Meldeschwelle von 10.000 Euro gilt. https://incamas.blogspot.com/2018/10/eu-erweitert-barmittelbegriff.html

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