Fairphone-Kunden haben laut Forenposts seit dem Abend des 5. Februar verdächtige E-Mails mit alten Bestellbestätigungen erhalten. Die Nachrichten stammten nicht von der gewohnten Fairphone-Adresse, sondern von „noreply@test.email.bloomreach.com“ und enthielten Links zu unbekannten Domains, aber auch korrekte Bestellnummern, Rechnungs- und Lieferadressen der Kunden. Da sollte man schonmal genauer hinsehen.

Fairphone gab wenige Stunden später zum Glück Entwarnung. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es wahrscheinlich, dass diese E-Mails von unserem offiziellen E-Mail-Tool Bloomreach stammen, ausgelöst durch eine interne Fehlfunktion, und nicht durch ein Datenleck“, schrieb das Unternehmen sowohl im eigenen Forum als auch auf Reddit. Bloomreach ist die Marketing-Plattform, über die Fairphone seinen E-Mail-Versand abwickelt.
Doch selbst wenn kein echtes Datenleck vorliegt, reiht sich der Vorfall in eine wachsende Liste von Problemen ein. „Dieses Unternehmen kommt einfach nicht zur Ruhe“, kommentierte ein Reddit-Nutzer. Ein anderer brachte die Stimmung vieler Kunden auf den Punkt: „Ich war ein überzeugter Fairphone-Fan, bis sie ein Update veröffentlicht haben, das den Akku über Nacht leersaugt – und das dann etwa drei Jahre lang nicht behoben haben.“
Auch ein weiterer Ex-Fan ist sichtlich enttäuscht: „Ich bin schockiert, schockiert, dass dieses Zirkusunternehmen schon wieder einen Skandal hatte. Ich unterstütze das Kernkonzept des Unternehmens, aber alles, was sie in den letzten 5 Jahren getan haben, sollte deutlich machen, dass sie nur große Reden schwingen und nicht die Fähigkeit (oder vielleicht auch nicht den Willen) haben, diese umzusetzen.“
Für das niederländische Unternehmen wiegt der Vertrauensschaden schwer. Fehlerhafte Updates, eingeschränkter Support und verkürzte Update-Zeiträume haben die Community bereits strapaziert. Ob Fairphone das Vertrauen seiner treuen Kundschaft zurückgewinnen kann, hängt nun auch davon ab, wie transparent das Unternehmen die Untersuchung abschließt.
