Forscher haben erfolgreich den Fingerabdruck durch Wischgeräusche rekonstruiert

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Eine neue Studie wirft Fragen zur Sicherheit von Fingerabdruck-Scannern auf. Wie Forscher der Universitäten in Guangdong und Michigan herausfanden, lassen sich Fingerabdruckmuster anhand der beim Wischen auf dem Touchscreen entstehenden Geräusche rekonstruieren. Mithilfe eines selbst entwickelten „PrintListeners“ konnten in Experimenten mit fünf Versuchen bis zu 27,9% der Fingerabdruckmuster teilweise und 9,3% sogar vollständig ausgelesen werden.

Die Wissenschaftler nutzten einen auf maschinellem Lernen basierenden Algorithmus, um aus den Reibungsgeräuschen beim Wischen über den Bildschirm Rückschlüsse auf die Fingerabdruckmuster zu ziehen. Eine solche Attacke könnte den Forschenden zufolge in vielen alltäglichen Situationen erfolgen, da die Geräusche oft unbemerkt über das eingeschaltete Mikrofon diverser Apps aufgezeichnet werden könnten.

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Quelle: Zhou et al.

Sollte sich die Machbarkeit bestätigen, wäre dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko. Schon zuvor haben Forscher gezeigt, dass gängige Fingerabdrucksensoren mit künstlichen Nachbildungen überlistet werden können. Die Rekonstruktion aus Geräuschen würde die Schwachstelle jedoch auf eine neue Ebene heben.

Die Ergebnisse der chinesisch-amerikanischen Forschungsgruppe sollen Ende Februar auf einer IT-Sicherheitskonferenz vorgestellt werden. Dann wird sich zeigen, ob die Angriffsmethode praxistauglich ist oder ob die Hersteller von Fingerabdruck-Scannern aufatmen können. Für die Sicherheit sensibler Daten dürfte der ambitionierte Ansatz der Wissenschaftler jedenfalls ein Weckruf sein.

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