• Google Drive hat einen Mechanismus eingebaut, um der Verbreitung urheberrechtlich geschütztem Material vorzubeugen.
  • Das ist prinzipiell eine gute Idee.
  • Allerdings springt er auch an, wenn es kein Verstoß vorliegt.

Ich nutze Google Drive quasi täglich. Nicht nur, weil ich durch alle anderen Dienste fest im Google-Universum verwurzelt bin, komme ich mit dem Cloud-Speicher einfach gut klar. So wie mir geht es Millionen anderen Menschen auf der Welt, die GDrive aber womöglich nicht immer für legale Zwecke nutzen, sondern urhebergeschütztes Material wie zum Beispiel Kinofilme in voller Länge dort anderen zur Verfügung stellen.

Genau für solche Fälle hat Google sinnigerweise einen Copyright-Schutz eingerichtet, der anspringt, wenn ihr versucht, eben solche Dateien in die Cloud zu laden. Können sie ja meinetwegen machen, wenn sie auch vernünftig darüber informieren (was sie seit neulich auch tun).

Da gibt’s eigentlich gar nichts zu meckern

Blöd nur, wenn dieser elaborierte Mechanismus in Situationen den Finger hebt, in denen er wirklich gar nichts zu bemängeln haben sollte. Über Twitter ist ein interessanter Fall ans Licht gekommen. Emily Dolson hat nach eigener Angabe versucht, eine Datei hochzuladen, die lediglich die Ziffer 1 enthielt – und trotzdem meldete Google einen Verstoß gegen das Copyright, wobei es nicht einmal die Möglichkeit zur Beanstandung gab. Und nicht nur damit hat der Onlineriese augenscheinlich ein Problem.

Chris Jefferson hat insgesamt 2.001 Dateien erstellt, die Zahlen zwischen -1000 und 1000 enthielten und ebenfalls versucht, sie in einen Google-Drive-Ordner zu schieben. Es kam heraus: 173, 174, 186, 266, 285, 302, 336, 451, 500 und 833 führten zum selben Ergebnis.

So hat Google reagiert

Der Ursprungstweet hat für einiges an Aufsehen gesorgt und zum Glück durch einen Google-Mitarbeiter auch irgendwann das Google-Drive-Team erreicht. Dieses habe die Situation auf dem Schirm und arbeitet daran. Wo jetzt genau das Problem lag, kann aber nicht beantwortet werden.

Für Unmut in der Community sorgt nicht nur die Tatsache an sich, dass Google völlig harmlose Dateien beanstandet, sondern besonders die Umgangsweise damit. Obwohl der Fehler offensichtlich bei Google liegt, gibt es keine Möglichkeit, die Einordnung als Copyright-Verstoß auf direktem Wege zu melden. Seid ihr schonmal auf ein ähnliches Problem bei Google Drive gestoßen? 

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Jonathan Kemper

Freier Technikjournalist, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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