Handyverbot soll verschärft werden, auch das Autoradio ist betroffen

Ford Android Auto

Handys waren schon immer eine Ablenkung und moderne Smartphones sind es sowieso, doch Neuerungen für Gesetze schießen nun ein wenig über das Ziel hinaus. Sie haben bei laufendem Motor ihr Auto benutzt? Zahlen sie eine Strafe in Höhe von 40 Euro. Was erst mal nach ziemlichem Quatsch klingt, könnte nach Auffassung das Lawblogs in Zukunft gar nicht so fernab der Realität sein.

Bestehende Gesetze sollen mit einer neuen Fassung des § 23 der StVO verschärft werden. Das „neue“ Handyverbot trifft auch weitere Geräte, wie etwa die im Auto verbaute Kombination aus Autoradio und Navigation. Elektronische Geräte dürfen nicht benutzt werden, wenn sie aufgenommen oder gehalten werden, in Zukunft zudem auch immer dann, wenn sich der Blick zur Nutzung über eine Sekunde lang vom Straßenverkehr abwendet.

(1a) Wer ein Fahrzeug führt, darf ein elektronisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient oder zu dienen bestimmt ist, nur benutzen, wenn hierfür das Gerät nicht aufgenommen und nicht gehalten wird und entweder

a) nur eine Sprachsteuerung und Vorlesefunktion genutzt wird oder

b) zur Bedienung und Nutzung des Gerätes nur eine kurze Blickzuwendung zum Gerät bei gleichzeitiger Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen erfolgt oder erforderlich ist, die einen Zeitraum von einer Sekunde nicht überschreitet.

Geräte in Sinne des Satzes 1 sind auch Geräte der Unterhaltungselektronik oder Geräte zur Ortsbestimmung, insbesondere Mobiltelefone oder Autotelefone, Berührungsbildschirme, tragbare Flachrechner, Navigationsgeräte, Fernseher oder Abspielgeräte mit Videofunktion oder Audiorekorder.

Einschätzung der Experten: „Allerdings kommt eine ganz neue Dimension dazu, die zum Beispiel auch das Autoradio oder das (eingebaute) Navi umfasst. Auch diese Geräte dürfen künftig nicht mehr bedient oder sonstwie benutzt werden, wenn man dabei – kurz gesagt – länger als eine Sekunde auf das Gerät schaut.“

Android Auto und Co nehmen uns heute sicher viel Konzentration weg, früher hat man am Autoradio nur die Lautstärke verändert oder den Sender gewechselt. Und das aufgrund echter Tasten ohne hinsehen zu müssen. Wenn ich heute sehe, wie lange sich der ein oder andere Fahrer ständig durch irgendwelche Menüs tippt, stehe ich einer Einschränkung durchaus positiv gegenüber.

  • Mario

    Dann setz dich mal ein ein neueres Auto. Da braucht es kein Androd Auto und co. Die aktuellen Modelle haben alle riesige Bildschirme und unendlich viele Menüs. Wenn ich im Mercedes meines Schwiegervaters was einstellen will, schau ich jedes Mal definitiv mehr als eine Sekunde auf Bildschirm und die Armada an Knöpfen.

    • Ja klar, auch unabhängig von Android Auto… deshalb das „und Co“ :P

      • Mario

        Was ich damit sagen wollte, nach dem Gesetzentwurf lässt sich kein halbwegs aktuelles Auto mehr während der Fahrt bedienen. Eigentlich müsste der Gesetzgeber mal die Hersteller in die Pflicht nehmen, während der Fahrt auf einen einfach zu bedienenden Light-Modus umzuschalten, statt jeden Autofahrer zu einer potentiellen Bussgeldquelle zu machen.

        • Athori

          Wie soll sonst Geld in die Kasse kommen?