Huawei will das Android von Google für die eigenen Geräte ersetzen und nimmt dafür das Konzept her, welches Google für Fuchsia verwendet. Mit Erfolg?

Huawei hat eine neue Version von HarmonyOS vorgestellt, wobei man bei der Präsentation in erster Linie wieder nur mit Plänen prahlte. Man möchte ein besseres Android bieten können, das auf verschiedensten Plattformen läuft. Aber die Basis ist eine andere. Denn HarmonyOS ist schon vom Kern aus darauf ausgelegt, einen modularen Aufbau zu bieten, um mit wenig Aufwand auf verschiedenen Gerätearten zu funktionieren. Es gibt auch Gründe, warum HarmonyOS für andere Smartphone-Hersteller interessant sein könnte.

Mit HarmonyOS 2.0 kommt nun ein umfassendes Upgrade zu einzelnen Funktionen, einschließlich Software-Bus, Datenverwaltung und Sicherheit. Zudem hat HUAWEI ein adaptives UX-Framework vorgestellt, mit dem Entwickler schnell Millionen neuer Geräte und Benutzer erreichen können. Das Update macht HarmonyOS nun offiziell zu einer OpenSource-Software.

Das Konzept erinnert an das neue Fuchsia von Google, das bislang noch nicht das Licht der Welt erblickte. Auch Googles eigenes Projekt ist ganz anders als Android aufgebaut. Dennoch ist es schwer, das etablierte Android zu ersetzen. Google muss nicht, Huawei ist hingegen gezwungen. Und man versucht, Vollgas zu geben. Schon im kommenden Jahr sollen die ersten Smartphones mit HarmonyOS ausgestattet sein, also nur zwei Jahre nach der ersten HarmonyOS-Präsentation. Hierfür baut Huawei zugleich smarte Links zu Smarthome-Hardware, entwickelt eine eigene Suche und Karten-Anwendungen.

HiCar als Alternative zu Android Automotive

Zugleich schiebt sich Huawei an, das eigene HiCar schnell in Autos zu bringen. Dabei zeigt sich allerdings, dass Huawei bislang nur in China erfolgreich ist. Mit Volvo ist nur ein einziger Hersteller aus Europa „dabei“, allerdings ist der größte Anteilseigner bei Volvo ein chinesisches Unternehmen. Zufall? Eher nicht. Lustigerweise ist mit Polestar eine Volvo-Tochter zugleich der erste Fahrzeughersteller mit Android Automotive.

HarmonyOS ist interessant, da Huawei das Projekt sehr ernst nimmt und vorantreibt. Open Source ist dabei ein wichtiger Punkt, um auch andere Smartphone-Hersteller anzusprechen. Nur sehe ich für Huawei die internationalen Märkte als größte und nahezu unüberwindbare Herausforderung. Wie soll am Massenmarkt ohne Google, Microsoft, Amazon und Apple etwas gehen? Außerdem hat man von HarmonyOS bislang wenig gesehen, Huawei ist uns die Smartphone-Oberfläche bis heute schuldig geblieben.

Schlussendlich bleibt aber die berechtigte Frage, ob HarmonyOS eigentlich existiert oder nur eine leere Versprechung ist? Huawei sagt zwar viel, zeigt aber wenig. Es gibt fast keine kaufbare Hardware mit dem Betriebssystem. Manch einer geht sogar davon aus, dass das HarmonyOS bislang nur ein Umbau von Android ist, ähnlich wie bei Amazon.

Denny Fischer

Gründer Smartdroid.de, bloggt seit 2008 täglich über Smartphones, Android und ähnliche Themen.

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2 Kommentare

  1. Wenn das alles so klappen sollte wie Huawai ihre Handy am laufen lassen ich habe seit einigen Jahren Huawai und bin mit meinen fast80 Jahren Sehr zufrieden die Amerikaner sollen uns Europäer nicht so viele Vorschriften machen!!!!

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