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Smartphone

Huawei Ascend P6 im Test – Der Edeljoker

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Ahhh, die Chinesen kommen. Aber das ist auch gut so, denn mit dem Ascend P6 zeigt der chinesische Hersteller Huawei erstmals was in ihm steckt. Es ist das erste Smartphone in einem hochwertigeren Gehäuse und zudem war es auch noch relativ schnell nach der Präsentation erhältlich, wofür der Hersteller ja sonst nicht bekannt ist.

Mit dem One, Xperia Z und Galaxy S4 will sowie kann man gar nicht konkurrieren, das zeigte schon der Einstiegspreis von unter 400 Euro für das neue Flaggschiff-Smartphone von Huawei. Doch muss es das überhaupt? Nein. Definitiv kann heutzutage schon für höhere Ansprüche ein Gerät im Wert von ~400 Euro ausreichen, man muss nicht mehr zwangsläufig 600 Euro oder mehr für gute Geräte ausgeben.

Nochmals geht ein Danke raus an die Jungs und Mädels von Simyo, die mir das Gerät zum Test zur Verfügung gestellt haben.

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Das edle Design des Ascend P6

Das Huawei Ascend P6 kann vor allem mit einem Highlight auftrumpfen, dem Design des Gehäuses. Das Ascend P6 schaut wirklich wahnsinnig schick aus, da wird mir jeder zustimmen, der das Gerät mal in der Hand hatte. Doch mit dem tollen Design, das nicht zu übertrieben wirkt, geht noch ein weiterer Vorteil einher, denn es fasst sich toll an. Der silberne Rahmen aus Metall rundum das Gerät ist immer leicht kühl, vermittelt direkt ein gutes Gefühl. Ähnlich ist es auch mit der bei uns dunklen Rückseite des Gerätes, die ebenso aus Metall ist. Die sieht mal richtig gut aus und fasst sich ebenso hochwertig an. Passend zur Optik wurden natürlich auch die Tasten gestaltet, die in diesem Falle silber in der Farbe des Rahmens sind.

Noch hinzu zur tollen Optik kommt das Gewicht des Ascend P6 und auch die Tiefe des Gerätes. Mit nur 120 Gramm ist es sehr leicht, was man sofort positiv aufnimmt. Es ist dabei auch nicht zu leicht, sondern das Gewicht scheint irgendwie perfekt zur Größe zu passen. Mit einer Tiefe von nur 6,18 Millimetern wird es vom Hersteller als dünnstes Smartphone der Welt angepriesen, was ich jetzt einfach mal so als korrekt hinnehmen würde. Auch hier passt das einfach zum Rest des Gehäuses, denn dadurch wirkt es eher hochwertig und weniger massiv wie andere Geräte.

Von Huawei hatte ich ja wirklich viel erwartet, doch nicht ein so stimmiges Paket, was die Optik und Haptik anbelangt. Das Ascend P6 ist in diesen Punkten einfach sehr gelungen und muss sich nicht hinter einem One oder Xperia Z verstecken. Einzig hat es den gleichen Nachteil, wenn man so will, denn der Akku ist fest verbaut.

Dieses kleine runde Teil am unteren linken Gehäuserand ist übrigens ein Stopfen aus Metall, darunter verbirgt sich der Anschluss für das Headset.

Display & Kamera überzeugen

Wo ist denn jetzt der Haken, wenn das Teil so hochwertig aber so günstig ist? Definitiv nicht bei der Kamera oder beim Display, denn auch diese Module überzeugen mich, vor allem in Anbetracht des Preises. Beim Display setzt Huawei auf ein IPS+ LCD mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixel auf 4,7 Zoll. Ich muss wohl nicht wiederholt erwähnen wie übertrieben Full HD auf dieser Größe wäre und daher auch unnötig ist, tue es aber trotztem.

Das Ascend P6 ist einer dieser Kandidaten, die das eindrucksvoll zeigen. Die Farben sind knallig aber nicht zu übertrieben, die Schwarzwerte sehr gut, die Schärfe perfekt und die volle Helligkeit kann sich auch sehen lassen. Besonders beim Display kann ich mal gar nichts Negatives finden, es bietet das was ich persönlich von einem IPS LCD erwarte. Auch die Erkennung von Eingaben ist sehr gut, zudem ist es relativ plan an der Oberfläche des Gerätes verbaut, was für eine tolle Optik und ein richtig gutes Bild sorgt. Auch im Sonnenlicht macht es eine gute Figur.

Huawei bietet dank einer Software-Erweiterung die Möglichkeit die Farbtemperatur des Displays an die eigenen Wünsche anzupassen.

Während ich ja von der Kamera in meinem Sony Xperia SP nicht so überzeugt bin bzw. bessere Ergebnisse erwartet hätte, gefällt mir das im Ascend P6 verbaute Modul richtig gut. Warum? Ganz einfach, die Fotos sehen insgesamt viel lebendiger aus, die Farben sind kräftiger und der Autofokus macht einen sehr guten Job. Nicht nur wird immer schnell und in der Regel richtig fokussiert, sondern selbst Nahaufnahmen stellen kein Problem für die verbaute Kamera dar. Ansonsten arbeitet die Kamera zufriedenstellend schnell, die Software bietet zudem zahlreiche Einstellungen, Effekte, etc. aber ohne große Besonderheiten.

>>> Ein paar Beispielfotos

Performance & Akku schwächeln

Jetzt aber gibt es mal ein paar Gründe warum das Ascend P6 eben dann doch nur ein Mittelklasse-Smartphone ist und selbst hier nicht das beste Gerät im Handel. Denn der Haken, warum das Ascend P6 eben dann nicht jeden Kunden zufriedenstellen kann, ist definitiv beim verbauten Prozessor zu finden. Zum Einsatz kommt zwar ein Quad-Core-Prozessor (hauseigener K3V2), doch wir wissen ja bereits, dass viele Prozessorkerne nicht gleich eine gute Performance bedeuten. In der Regel kommen nur zwei Kerne bei der alltäglichen Nutzung zum Einsatz, doch die sind eben veraltet und nicht wahnsinnig flott unterwegs. So fällt schnell auf, dass Apps im Vergleich zu anderen Geräten aus derselben Preisklasse irgendwie etwas behäbig öffnen und schließen. Von neuen Spielen wie Real Racing 3 oder Riptide 2 brauchen wir gar nicht reden, die laufen nicht flüssig auf dem Ascend P6.

Aber: Wer wenig spielt bzw. nicht gerade grafisch aufwendige Spiele bevorzugt, sonst eher die üblichen Apps nutzt und nicht die höchsten Ansprüche stellt wird auch mit dem Ascend P6 sehr zufrieden sein. Mir hat es trotzdem Spaß gemacht das Smartphone zu nutzen, auch wenn ich schon wesentlich schnellere Geräte hatte. Von Vorteil dürften sicherlich auch die verbauten 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sein.

Der Akku (2.000mAh) lässt leider ebenso insgesamt zu wünschen übrig, wobei die Leistung jetzt nicht wahnsinnig schlecht ist. Durch den Tag bin ich geradeso gekommen, kenne aber einfach bessere Ergebnisse bei gleicher oder kleinerer Kapazität von anderen Geräten. Gerade wenn der Prozessor viel zu tun bekommt, merkt man sein Alter und die damit einhergehende benötigte Energieeffizienz, die im Vergleich zu aktuelleren Prozessoren fehlt. Zudem wird das Ascend P6 schnell sehr warm, was der Bauart geschuldet aber weniger gut für den Akku ist. Wenn ich 12 – 24 Stunden mit einer Ladung hingekommen bin, war das Display dabei höchstens ~3 Stunden aktiv.

Android mit teils unschönen Anpassungen

Man muss die originale Optik von Android sicher nicht lieben, zumal alles sehr düster durch die gewählten Farben wirkt, doch die optischen Anpassungen von Huawei sorgen definitiv nicht für ein besseres Gesamtbild. Im Gegenteil, optisch sind die Anpassungen typisch asiatisch, also nicht für Europäer geeignet. Egal ob es nun die allgemeine Farbgebung des Systems, die angepassten Symbole der System-Apps oder dieser quadratische Hintergrund hinter jedem App-Symbol ist – hässlich. Türlich, es gab schon schlimmere Auswüchse dieser Art, doch ich steh da mal so gar nicht drauf. Es fehlt ein klares Konzept. Die auffällig in schwarz-weiß gehaltene Benachrichtigungsleiste passt mal so gar nicht zur sonstigen Farbgestaltung der Software.

Ansonsten gibt es zwei verschiedene Arten von Lockscreens, man kann sich die Schnellzugriffe in der Benachrichtigungsleiste anpassen und diverse Modi für eine bessere Energieverwaltung gibt es auch. Anfangs nervig ist dann noch der fehlende App-Drawer, sodass absolut alle Apps auf dem Homescreen liegen müssen, wie bei iOS. Glücklicherweise kann man sich ja aber auf Wunsch auch einen anderen Launcher installieren, von denen es ja unzählig viele im Play Store gibt.

Ein Highlight für Nutzer die es gern etwas genauer nehmen ist sicherlich der Berechtigungsmanager, welcher Push-Nachrichten für einzelne Apps deaktivieren kann oder sogar den Zugriff durch Apps auf Kontakte, Nachrichten, Standort, etc. komplett verhindert. Man kann den Apps seiner Wahl auch verbieten die 3G-Verbindung, WLAN oder beides zu nutzen. Anders als beim Design wurde hier definitiv mitgedacht.

Fazit

Wer zum Ascend P6 greifen möchte, sollte sich über die oben genannten Dinge im Klaren sein. Es bietet ein wirklich überragend tolles Gehäuse, ein sehr gutes Display und auch eine gute Kamera, dafür sind aber die Leistung des Systems sowie die des Akkus eher mittelmäßig. Android kommt zudem mit ein paar optisch weniger gelungenen Anpassungen daher, Module für NFC und LTE fehlen leider auch. Der interne Speicher von nur 8 Gigabyte lässt sich wiederum problemlos durch microSD-Karten erweitern.

Ob ich das Ascend P6 empfehlen kann? Ja. Allerdings ist mir persönlich vor allem die nur mittelmäßige Akkulaufzeit ein Dorn im Auge. Fragen eurerseits wie immer in die Kommentare.

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12 Kommentare
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12 Comments

  1. Michel

    15. August 2013 at 16:01

    Es handelt sich also doch um einen SD-Slot, anstatt zweier Sim-Slots, wie in den ersten Hands-ons in einigen Blog berichtet wurde?! Oder gibt es neben dem SD-Slot noch die Möglichkeit 2 SIM-Karten zu verstauen, was ich mir bei dem Aufbau des Gerätes ohne abnehmbaren Akkudeckel nur schwer vorstellen kann…

    • dennyfischer

      dennyfischer

      15. August 2013 at 16:12

      Gibt nur Platz für eine SIM und eine microSD.

  2. Phil

    15. August 2013 at 16:50

    Danke für den schönen Bericht. Die Beispielfotos sind ziemlich cool ( ok, eins vom Teich ist unscharf). An deiner Tastatur sieht man, das du öfters mal zockst :-) ( siehe Aufdruck von WASD ).

    • dennyfischer

      dennyfischer

      15. August 2013 at 17:05

      Ne, das ist Zufall, ich zocke gar nicht. Nur FIFA aber mit Controller.

      Fotos versuche ich meist wie im Alltag zu machen, ohne mehrere Versuche damit alles perfekt wird.

  3. Starlight

    15. August 2013 at 17:03

    Ich habe das Gerät selbst seit ein paar Tagen im Einsatz und bin sehr zufrieden damit. Für Leute die keine Spiele auf ihrem kleinen Telefonbildschirm spielen , sondern nur übliche Apps ausführen wollen finde ich das Gerät sehr passend. EmotionUI ist wie du ja schon sagtest gewöhnungsbedürftig, ich habe dort mit dem Apex Launcher und einem passenden JB-Theme nachgeholfen. Ein großer Vorteil des Telefons ist die Gehäusegröße finde ich. Trotz 4,7 Zoll Bildschirm fühlt es sich nicht an wie ein Backstein und liegt sehr gut in der Hand. Zusammenfassend würde ich sagen im Preissegment bis 400 Euro bekommt man wohl derzeit nur schwierig ein anderes Telefon was so wertig verarbeitet ist (besonders vom Materialaufwand her).

    • dennyfischer

      dennyfischer

      15. August 2013 at 17:23

      Die Verarbeitung ist definitiv einmalig zu diesem Preis.

  4. Christoph

    21. August 2013 at 01:38

    Sehr guter Testbericht, du hast eigentlich sehr überzeugend versucht, alles Negative doch in ein besseres Licht zu rücken. Natürlich haben wir hier kein Iphone oder S3/4 vor uns, dazu würde der Preis auch garnicht passen. Um kurz mein Plädoyer zum Akku abzulegen: Wer sitzt denn den ganzen Tag ausschließlich am Smartphone? Ich denke, jeder, der einem Arbeitsverhältnis nachgeht, wird garkeine Zeit haben, das Smartphone auch nur annähernd 8 Stunden zu nutzen. Womöglich meinen hier viele, der festeingebaute Akku ist ein Negativgrund? – Ich sag nur IPhone. Da störts doch auch keinen. Für mich kommt es eher so rüber, als ob viele hier einen „Sündenbock“ suchen.

    Alles in allem hab ich für den Testbericht zu danken. Ich habe mich nicht durch andere Tests von einer Kaufentscheidung abbringen lassen und das Huawei sofort bestellt. Um ehrlich zu sein – ich freu mich sogar schon drauf. *Älläbätsch*

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      21. August 2013 at 08:37

      Der Akku ist meist wohl das Problem bei studierenden und für Leute die einen Arbeitsweg haben, den sie zu Fuß oder mit Bus/Bahn oder ähnlich bestreiten. Da werden die Geräte meist durchgängig genutzt und sind schnell alle.

    • AppleOutsider.de - Sebastian P

      31. August 2013 at 09:10

      Beim iPhone stört der fest eingebaute Akku nicht, weil das Gerät konsequent alle Programme, die 10 Minuten im Hintergrund laufen, abschießt und dadurch 16 Stunden durchhält, bevor es wieder an ein Ladegerät muss.

      Man wird abwarten müssen, wie sich das mit iOS 7 ändert – dort gibt es dann Hintergrundtasks. Es ist im Prinzip die Wahl zwischen rigorosem Stromsparen und einer Systemarchitektur, die Hintergrundprozess (und damit ein angenehmeres Leben) erlauben.

      Ich benutze derzeit ein HTC One und das auch nur mit Freuden weil ich mit dem Auto unterwegs bin und dort laden kann. Wie Denny richtig sagt ist das Huawei für Leute, die mit dem ÖPNV zur Arbeit fahren und in der Uni sind (sprich keinen Arbeitsplatz mit Steckdose haben sondern ständig die Örtlichkeit, sprich den Raum/Saal wechseln) keine gute Alternative. Für die gäbe es dann evtl. die Lösung „Akkupack“. Wechselbare Akkus waren meiner Ansicht nach noch nie ein sinnvolles Argument – jedes Mal, wenn ein Fandroid damit ankommt, frage ich mich, wie denn bitte der Ersatzakku Abends/Nachts geladen wird. Genau. Im Gerät. Resultat: man darf sich für Nachts um 2 Uhr nen Wecker stellen um den Akku im Gerät zu wechseln. Deshalb: Akkupack. Und Ladegerät mit 2 USB-anschlüssen für Akkupack und Smartphone gleichzeitig.

  5. Steifbart

    29. April 2014 at 12:05

    Ich habe das ascend seit ein paar Wochen bei mir laufen Spiele wie real racing 3 und Co. Absolut flüssig… Und genauso der Akku ich habe ihn mal mit dem Akku des HTC one m7 verglichen und der des ascend p6 hält deutlich lang und ich komme sehr gut über den Tag trotz spielen usw

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      29. April 2014 at 12:33

      Sicher hat sich inzwischen etwas geändert, aber es gab Geräte, die fixer unterwegs sind.

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