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Huawei verzichtet freiwillig auf Google aber nicht auf Android

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Huawei Mate 30 Pro grenzenloses Display Header

Diese Nachricht schlägt ein wie eine Bombe und dennoch war sie abzusehen. Huawei will nicht mehr zurück zu Google, selbst wenn es der chinesische Konzern irgendwann wieder dürfte. In einem Pressegespräch in Österreich hat ein hochrangiger Mitarbeiter von Huawei verraten, dass man auch langfristig nicht den Weg zurück zu Google plant. Huawei möchte lieber die eigenen Mobildienste weiter ausbauen und etablieren. Huawei würde mit Google in eine ungewisse Zukunft gehen, die US-Regierung könnte jederzeit den Hahn wieder abdrehen. Dieses Risiko soll umgangen werden.

Huawei ersetzt Google-Dienste mit eigenem Ökosystem

Nun muss man immer vorsichtig damit sein, was vereinzelte Mitarbeiter eines derart großen Konzerns sagen, wenn sie nur für bestimmte Regionen zuständig sind. Dennoch leuchtet ein, dass Huawei lieber einen eigenen unabhängigen Weg gehen möchte. Gerade auf dem Heimatmarkt, wo Huawei die Konkurrenz dominiert, spielen die Google-Apps und andere amerikanische Konzerne keine große Rolle. Trotz des neuen Weges bleibt Huawei mit Google eng verbunden, denn das offene Android-Betriebssystem soll die Basis zukünftiger Huawei-Smartphones bleiben.

In erster Linie muss Huawei die App-Entwickler für sich gewinnen. Nur wenn die gewohnten Android-Apps auf Huawei-Geräten funktionieren, kann auch das von Huawei geschaffene Ökosystem funktionieren. Deshalb bleibt die Basis das Android-Betriebssystem, welches quelloffen und daher für jeden frei verfügbar ist. Zugleich baut Huawei die eigene AppGallery (App-Store) aus, die demnächst auch Apps von US-Unternehmen beinhalten soll. Uns schweben da populäre Namen im Kopf, wie zum Beispiel der WhatsApp Messenger.

Huawei bleibt Google trotzdem eng verbunden: Android ermöglicht Kompatibilität, AppGallery wird mit kleinem Trick ausgebaut.

Um das überhaupt gewährleisten zu können, hat Huawei ein Unternehmen in Europa geschaffen, für welches das US-Embargo nicht gilt. Verträge schließen die US-Unternehmen mit dieser „Proxy-Firma“, um ihre Android-Apps in die AppGallery bringen zu können. Wir hoffen natürlich auf die großen Namen – Facebook, Google, etc. Vielleicht ist das auch der Weg, um Gmail, YouTube und Co. auf zukünftige Huawei-Smartphones zu bringen.

Apropos. Huawei plant die P40-Serie auf jeden Fall für den deutschsprachigen Raum. Für den Mobile World Congress hat Huawei einige Neuheiten geplant, wir sind sehr gespannt darauf.

Update: Kein Missverständnis. Obwohl man das meinen könnte. Seitens Huawei Deutschland scheint man das, was die Österreicher sagen, noch nicht bestätigen zu wollen.

Update 2: Zur Ergänzung – Huawei: Der gelebte Widerspruch.

Huawei: Der gelebte Widerspruch

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