Unser ausführliches Fazit zur IFA 2014

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Noch nie habe ich mich so auf eine IFA gefreut wie dieses Jahr. Nicht nur weil der gute Herr Fischer mir die Ehre gab, sondern auch weil es wieder mal eine IFA war, welche sich mit der internationalen Konkurrenz messen konnte. Der Vormarsch der Smartwatches, das alljährliche Note von Samsung und viele kleine Überraschungen der Hersteller. Die IFA ist inzwischen eines der wichtigsten Events unserer Branche und müsste sich nicht mal vor dem MWC scheuen. Zwar zählt dies nicht hinter den Kulissen, denn dort ist nicht alles Gold was glänzt, dennoch möchte ich euch hier nicht, mit für euch belanglosen Einzelheiten, langweilen. Das kommt nämlich erst später.

IFA 2014

Kommen wir deshalb zu meinen Highlights der IFA. Das erste was mir durch den Kopf geht ist das Event von meiner alten großen Liebe Motorola. Während alle anderen uns und unsere Kollegen als Massenware abspeisten, zeigte Motorola uns ihre Neuheiten in familiärer Umgebung. Ein Hotelzimmer in einer kleinen Runde, gespickt mit vielen Feinheiten rund um das neue Moto X, die Moto 360 und das Moto G. Während man sich bei allen anderen Events über unsere Kollegen amüsieren konnte, welche sich wahrlich um ein Hands-On nach vorne drängeln mussten, war es bei Motorola angenehmer. Jedem der Teilnehmer wurden die Neuheiten persönlich und in Ruhe präsentiert. Selbst einen Aufnahme-Raum stellte uns Moto zur Verfügung.

Daniels Worte

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Hiermit kommen wir auch zu meinem Smartphone Highlight der diesjährigen IFA. Das neue Moto X. Im letzten Jahr überraschten die Amerikaner nicht mit pompöser Hardware, sondern mit intelligenter und effizienter Software. Dieses Mal schafft es Motorola, aber beides unter eine Haube zu bekommen. Das neue Moto X empfand ich in echt um Welten attraktiver als es auf den Pressebildern den Anschein hatte. Auch bei den Features überzeugt man wieder ein Mal. Die Sprachsteuerung wurde ordentlich verbessert und wir amüsierten uns nach dem Event bereits darüber, dass man für unseren Denny doch gleich auch noch das Display entfernen könne, weil man das neue Moto X sowieso nicht mehr berühren müsse. Übrigens hat Motorola den SoC von Qualcomm wie schon im letzten Jahr etwas angepasst. So kommen wieder 2 Co-Prozessoren aus eigenem Hause zum Einsatz, wobei auf den bereits im Snapdragon 801 verbauten Sprachprozessor verzichtet wird um auf die eigene Lösungen zu setzen.

Auch die auf der Front verbauten Sensoren ähnlich zum Amazon Firephone sind teilweise wirklich praktisch. Im Gegensatz zum letzteren werden diese nicht für 3D Gimmicks genutzt, sondern für Gesten zur Steuerung von Benachrichtigungen. Ein Anruf wird per Handgeste (auch aus großer Entfernung) stumm geschaltet. Bei ausgeschaltetem Display funktioniert das gleiche genauso gut um sich alle Benachrichtigungen kurz anzeigen zu lassen.

Seit dem Milestone hat Motorola auf jeden Fall eine Menge geleistet und ich freue mich jetzt schon auf einen Test des Moto X. Wer von uns beiden diesen schreiben darf, muss aber noch entschieden werden, denn Denny lässt sich die Möglichkeit genauso wenig nehmen wie ich.

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Was einige jetzt aber überraschen wird ist, dass die sagenumwobene Moto 360 nicht mein Favorit aus der Kategorie Smartwatch ist. Das habe ich bereits gewusst, bevor ich sie ausprobieren durfte. Das hat auch unsere Kollegen von MobiFlip gewundert, mit denen wir einige amüsante Stunden verbringen durften. Vielleicht liegt es daran, dass Motorola die 360 viel zu früh gezeigt hatte und man seit Monaten eigentlich alles über das gute Stück wusste, aber mein persönliches Highlight dieser Kategorie ist die LG G Watch R. Diese fasst sich mindestens genauso gut an wie die 360 und in Sachen Design spielt sie in der selben Liga. Warum ich diese nun bevorzuge, weiß ich selbst nicht. Es ist einfach ein Bauchgefühl, welches bei mir noch nie versagt hat.

Die IFA als ganzes war auf jeden Fall gut. Aber irgendwie hatte sie auch einen faden Beigeschmack, denn zuhause vor dem Rechner kommt einem alles etwas spannender vor, wobei ich der Technik gegenüber überdrüssig geworden bin. Fast nichts kann mich mehr faszinieren oder beeindrucken, was vor allem wenn man das ganze nicht privat sondern beruflich macht ein Wermutstropfen ist. Damals freute man sich noch wie ein Kind zu Weihnachten bei neuen Geräten. So langsam stagniert die Industrie wohl in Sachen Fortschritt.

Ein gutes Beispiel dafür ist wohl auch das Xperia Z3. Das Xperia Z2 von Base ist immer noch mein Begleiter neben dem OnePlus One und gerade dann merkt man erst wie marginal die Unterschiede doch sind. Darüber wunderte ich mich bereits zum Test des Z2.

Zu guter Letzt kommen noch ein paar erwähnenswerte Produkte, die mir dann doch ganz gut gefallen haben:

  • Samsungs 105 Zoll großer Curved UHD Fernseher – Denny und ich saßen recht weit hinten bei Samsugs PK, doch selbst von dort wirkte das „Ding“ noch riesig. Nicht schlecht.
  • Sony Z3 Compact und Z3 Tablet Compact- Im Gegensatz zum normalen Z3 hat das Z3 Compact wenigstens einen Existenzgrund, denn Sony packt tolle Hardware in ein kleines Gerät und verzichte wie die anderen Hersteller nicht auf 99% der Hardware des großen Bruders. Auch das Z3 Tablet Compact überzeugt auf den ersten Blick. Schnell, dünn und federleicht sind hier nur einige Attribute.
  • Huawei Ascend Mate 7 – Sozusagen das HTC One Max in besser. Zwar war ich nie ein Freund von Huaweis SoCs doch 83% Display zu Gehäuse Verhältnis und ein riesiger Akku machen das Mate 7 doch schon auffällig.
  • Samsung Galaxy Alpha – Ähnlich wie beim Z3 Compact wird auch hier gute Hardware in ein kompaktes Gehäuse gepackt und der Metall-Rahmen ist für Samsung so ungewohnt und überraschend gut, dass es einfach eine Erwähnung wert ist.

Dennys Worte

Mein Fazit zu den neuen Geräten der Hersteller fällt fast exakt wie das von Daniel aus, weshalb ich eher mal ein kleines Fazit aus beruflicher Sicht ziehen möchte. Das ist nämlich eher enttäuschend. Erstmals war ich auf einer Messe und habe dabei gleich mehrere Pressekonferenzen mitgenommen, was schöner klingt als es ist. Die klassische Pressekonferenz ist für uns wirklich uninteressant, denn wir kennen alle fast Details über die neuen Geräte sowieso schon und können weiß Gott auf das Marketing-Blabla der Hersteller verzichten. Uns geht es nur darum zuerst die Geräte in der Hand zu halten, auch wenn tatsächlich nur 48 Stunden dazwischen liegen bis das dann jedem normalen Besucher der IFA auch möglich ist.

Joa, schnell die Geräte ausprobiert, Fotos und Videos gemacht, weiter gehts zum nächsten Event. Je größer das Publikum, desto weniger Spaß macht das. Beeindruckend sind riesige Hallen gefüllt mit Tausenden Journalisten zwar schon, das nachträgliche Prügeln um die wenigen Ausstellungsgeräte macht allerdings keine Lust. Wir haben uns dann immer entschieden erst mal ein Kippchen zu uns zu nehmen, sollen sich die anderen prügeln, wir holen alles in Ruhe nach.

Immer wird einem in diesen Momenten bewusst, dass das Herausgeben von Testgeräten weitaus sinnvoller wäre, anstatt solche Events zu veranstalten. So zumindest ist inzwischen meine Sicht der Dinge. Wirklich angenehm war wirklich nur das Motorola-Event, weil in kleiner Runde und mit ausreichend Geräten sowie kompetenten Ansprechpartnern.

Die verschiedenen Partys der Hersteller sind übrigens ganz nett, dennoch haben wir darauf komplett verzichtet. Sollen die das Geld lieber sparen und in Testgeräte investieren, davon hätten wir deutlich mehr. Saufen kannste auf den Partys nämlich immer ohne Limit, Testgeräte sind aber immer nur „limitiert verfügbar“.

Dennoch gab es natürlich auch positive Dinge auf der IFA, denn wir haben uns ein wenig mit befreundeten Kollegen ausgetauscht und hatten ausreichend Einblicke hinter die Kulissen.