In den nächsten Jahren möchte die DFL eine Bundesliga mit mehr digitalen Möglichkeiten bieten. Dafür sollte man sich allerdings dringend neue Partner suchen. Die Bundesliga schaut auf eine Saison mit vielen Tiefen zurück. Schwächere TV-Zuschauerzahlen als in den Jahren zuvor aufgrund genereller Langeweile haben der Liga zuletzt nicht gutgetan. Hamburg, Bremen und Schalke spielten in einer anderen Liga, damit fehlten große und gern gesehene Traditionsclubs. Dazu enttäuschten zuschauerstarke Clubs wie Gladbach mit einer mäßigen Saison.

Am Ende haben wir abermals die Bayern für sich spielen sehen und das gilt ebenso für Borussia Dortmund. Erst auf den Rängen dahinter wurde es spannend. Und so sehr man Freiburg, Union und Mainz ihre Plätze 6, 5 und 8 gönnt, so sind diese Clubs einfach keine Zuschauermagneten im großen Stil. Obwohl man auch am Fernseher von der zurückgekehrten Stimmung in den Stadien profitiert, war das Oberhaus in der vergangenen Saison irgendwie schwach.

TV-Zuschauer zuletzt rückläufig

In meinen Augen ist die allgemeine Sache der TV-Rechte ein großes Problem. Hinzukommt eine Zerstückelung der Spieltage, weil zeitweise ungewöhnlich viele deutsche Clubs in der Europa League spielten und ihre Bundesliga-Spiele daher am Sonntag und nicht Samstag austragen mussten. Ich bin aber auch der Meinung, dass die Bundesliga digital schlecht und vor allem ungleichmäßig aufgestellt ist. Man hat zwar Pläne für die Zukunft, doch dafür braucht es bessere Partner.

TV-Partner teilweise noch sehr rückständig

Sky ist immer noch zu stark auf die Pay-TV-Pakete mit Receiver geeicht. Nur dort gibt es technische Innovationen, wenn man das denn so nennen mag. Für die Streaming-Angebote sind die einfachsten technischen Dinge nicht verfügbar, insbesondere im Vergleich mit der Konkurrenz. Während man bei DAZN eine komplett frei nutzbare Zeitleiste hat, die sogar während des Spiels auf Highlights zugreifen lässt, kann ich in den Sky-Apps nicht mal pausieren oder spulen.

Es ist aber auch bei DAZN nicht alles toll. Dort gibt es Probleme mit diversen Apps und die Bildqualität hängt Amazon (Champions League) oder Sky optisch stark nach. Für mich fängt die digitale Zukunft eben schon hier an. Ich will das Gerät meiner Wahl einschalten und in den Stream springen. Dabei sollten mir aber fehlende Grundfunktionen nicht das Leben schwer machen. Ich erwarte auch eine hohe Bildqualität und das bei allen Anbietern.

Bundesliga will mit digitaler Vielfalt junges Publikum ansprechen

Derweil spricht man bei der DFL von einer digitalen Liga, die man sich für die Zukunft wünscht. Man muss sich an die Wünsche der Fans anpassen, so die noch recht neue DFL-Chefin in aktuellen Aussagen. Wenn man das erkannt hat, wie kann dann Sky eigentlich immer noch stärkster Partner sein? Ich sehe jedenfalls nicht, dass man mit dieser Konstellation die „digitalste Fußball-Liga der Welt“ werden kann.

Pläne der DFL (via kicker):

  • Virtual Reality-Features für Smartphones.
  • Spektakuläreres und vielfältigeres Bildmaterial der Spiele.
  • Mehr Einsatz von Cinematic-Kameras.
  • Neue Perspektiven dank Drohnen und Rail/Rocket-Kameras.
  • Mehr Kameras für mehr Perspektiven.
  • On-Field-Interviews mit Spielern per Drohne während des Spiels.
  • Interactive Feed ermöglicht Nutzern ganz individuelle Konferenz.
  • Tactical Feed zeigt relevante Infos zu allen 20 Feldspielern an.
  • Social Media Matchday Feed ermöglicht mehr Content direkt von den Vereinen vor, während und nach den Spielen.

Und man sieht bei der DFL noch einige andere Möglichkeiten, damit Fans „noch tiefer“ in die Spiele eintauchen und sie besser verstehen können. Diese Punkte sieht man wohl als notwendig für jüngere Zuschauer. Da bin ich geteilter Meinung, denn Fußball lebt auch von seiner Einfachheit. Vielleicht muss man einfach akzeptieren, dass selbst Fußball zukünftiger weniger Zuschauer hat, weil man in der Medienwelt auch mit Social Media, Netflix und Co. konkurriert.

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Denny Fischer

Gründer und amtierender Chef von SmartDroid.de, bloggt hier und nur hier seit 2008. Alle Anfragen an mich, in den Kommentaren oder über die verlinkten Netzwerke.

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