Kommentar: Erfahrungen nach einem Jahr mit dem VW ID.3 und warum es für uns keine Alternative gibt

Elektroauto Laden Ladesaeule Hero

Trotz einiger Schwächen erweist sich der Volkswagen ID.3 als zuverlässiger Alltagsbegleiter mit einer starken Preis-Leistungs-Ratio.

Seit über einem Jahr sind wir mit dem Volkswagen ID.3 Pro Performance unterwegs und in den meisten Stunden auch sehr zufrieden mit dem Fahrzeug. Die maximal 11 kW an den städtischen Ladesäulen nerven, der kaum vorhandene Stauraum für das Ladekabel ist auch ein Kritikpunkt und die nicht ganz optimale Infotainmentsoftware sowie die Touchbedienung erst recht.

Aber man gewöhnt sich an gewisse Dinge und mittlerweile kann ich die Touchtasten am Lenkrad sogar oft genug ohne Fehleingaben bedienen. Im Moment fehlt uns noch das Update auf die neuere Software, das ist mit den notwendigen Werkstattterminen weiterhin gar nicht so einfach. Aber ich weiß von einer Fahrt mit dem ID.5 und der neueren Software, dass der Sprung dann doch nicht so groß ist.

Wie dem auch sei. Der ID.3 ist ein sehr gutes Auto für unseren Alltag mit ca. 150 km Arbeitsweg pro Woche und einigen weiteren Privatfahrten. Die klassische Golfgröße reicht und gefällt uns sehr gut, in diesem Fall ist sind die vorderen Sitze, der Fond und Kofferraum gut zueinander proportioniert. Größer wollen wir eigentlich nicht werden und es ist immer noch schwierig, überhaupt eine Alternative zu finden. Entweder gibt es deutlich weniger Batteriekapazität wie bei den PSA-Fahrzeugen oder wir müssen andere Nachteile in Kauf nehmen.

Eigentlich hatten wir uns zuletzt für den Smart #1 (meine Testfahrt) entschieden. Aber je länger ich darüber nachdachte, desto größer wurde die Skepsis wegen des deutlich kleineren Kofferraums. Die spürbaren schnelleren 270 PS sind nett, aber kein Kaufgrund allein. Außerdem können wir den ID.3 und seine Reichweite (im Alltag +300 km) auf der Autobahn und im Winter jetzt aufgrund unserer Erfahrungswerte sehr gut einschätzen.

Anmerkung zur Reichweite: Ich betrachte dieses Thema aus Sicht eines E-Mobilisten, der innerstädtisch wohnt und derzeit auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist. Mehr Reichweite bedeutet für uns vor allen Dingen weniger Stress im Alltag, weil wir seltener an Ladesäulen anfahren müssen.

Das zunächst teuer wirkende Paket ist heute kaum zu toppen

Und schließlich der Preis für das All-Inclusive-Abo (außer Strom). Wir zahlen immer noch genau 500 Euro im Monat für 1.250 Freikilometer (die wir auch kaum nutzen) und ich kann jeden Monat aus dem Vertrag aussteigen. Wenn ich mir andere Abos und Leasing-Deals ansehe, finde ich eigentlich nichts Vergleichbares. Heute kostet für Neukunden das gleiche Paket bei Volkswagen 79 Euro mehr im Monat.

Die Haken sind fast immer: Entweder sind die Fahrzeuge deutlich kleiner, haben deutlich kleinere Batterien oder kürzere Reichweiten, sind erst in einigen Monaten verfügbar, binden mich drei bis vier Jahre oder haben deutlich weniger Leistung. Zu guter Letzt haben wir den ID.3 in absoluter Vollausstattung (IQ Light, Head-Up, Panorama etc.), der jetzt im Konfigurator übrigens um die 50.000 Euro kostet.

Ein weiterer entscheidender Punkt und Vorteil von Volkswagen ist in unserem Fall das riesige Händlernetz. Für Reifenwechsel, Service und TÜV fahre ich zu dem Händler, der mir am besten gefällt. Und wenn etwas nicht passt, kann ich unter vielen anderen wählen. Ein Beispiel zum Vergleich: So sehr ich Polestar mag, wir haben hier genau einen Servicestandort in der Nähe.

Ich hatte es schon einmal erwähnt: Vorher hatten wir einen Skoda Scala. Dieses Auto in elektrischer Version mit wenigstens 300 Kilometern realer Reichweite und ich würde sofort wieder zuschlagen. Aber es gibt einfach nichts, der Markt ist meines Erachtens immer noch extrem dünn, dabei ist die Nachfrage nach Fahrzeugen in dieser Größe eigentlich riesig, während ich den Schrei nach Limousinen und Kombis für überbewertet halte.

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10 Kommentare zu „Kommentar: Erfahrungen nach einem Jahr mit dem VW ID.3 und warum es für uns keine Alternative gibt“

  1. Soso den schrei nach Kombis überbewerten. Wenn man auf dem Land wohnt und eine vierköpfige Familie ist. Sieht man das ein bisschen anders. Schon alleine wegen den etwas größeren Einkäufen. Hättest du den letzten Satz mit SuVs gesagt hätte ich dir voll und ganz zugestimmt 😅 Und ja elektrische Straßenflitzer sind echt rar bei uns und das nervt uns auch etwas.

  2. Elektro schön und gut, aber für uns nicht handlebar … Fehlende Ladeinfrastrutur, Reichweite und zu wenig Zuladung sind einige der Showstopper. Als Laternenparker ist ein Elektroauto sowieso ein NoGo.

    Reichweite meines Diesel-Vans: ca. 900 bis 1200 km ohne nachtanken (Verbrauch um 7,5l/100km) !
    Zuladung (ca. 700kg) = 5 Personen mit Gepäck und 4 Fahrräder auf dem Heckträger … Reisegeschwindigkeit 140 bis 160 km/h …
    Kommt so 3 bis 4mal im Jahr vor … Viel Spass mit einem Elektroflitzer … da kann auch ein Tesla Model X nicht mithalten …

    Sonst noch Fragen?

    1. „Reichweite meines Diesel-Vans: ca. 900 bis 1200 km ohne nachtanken (Verbrauch um 7,5l/100km) !
      Zuladung (ca. 700kg) = 5 Personen mit Gepäck und 4 Fahrräder auf dem Heckträger … Reisegeschwindigkeit 140 bis 160 km/h …
      Kommt so 3 bis 4mal im Jahr vor … Viel Spass mit einem Elektroflitzer … da kann auch ein Tesla Model X nicht mithalten …“

      Wo ist die Wahrheit?

      bei 140 km/h im Van 7,5L Verbrauch und noch mit Räder…. das glaubt dir kein Mensch.

      und mit deiner Familie fährst du die 900km bestimmt auch am Stück oder?

      1. Du scheinst keinen VAN zu fahren? Natürlich mache ich dazwischen auch ein oder 2mal 10 bis 15min Pause, aber tanken? Nee.
        Wenn die „Fuhre“ einmal rollt, wollte sie … und ein 2-Liter-Diesel mit 165 PS stemmt sowas locker weg …
        Über 8 Liter / 100km komme ich nur, wenn ich (ohne Heckträger) mit 180 bis 210km/h Reisegeschwindigkeit unterwegs bin … aber selbst dann reicht eine Tankfüllung locker für 800 km …

  3. @Denni, was sprach/spricht gegen einen Hyundai Kona? Reines (echtes) Interesse!

    @Wulf: bei den kleinen Pausen tanken würde ich auch nicht – braucht ja nur zusätzliche Zeit und kostet ein Schweinegeld direkt an der Autobahn. Und von der Autobahn runter braucht noch viel mehr zusätzliche Zeit. Da freut man sich, wenn man einfach nur kurz Pause macht und direkt weiter kann. Richtig?

    Versuch mal, es so zu sehen: Zur Pause suchst du mit Verbrenner einen Parkplatz, mit E-Auto eine Säule – kein Unterschied. Mit Tesla, Autocharge oder Plug& Charge reicht sogar das reine anstöpseln, ansonsten geht es mit Karte auch innerhalb weniger Sekunden. Und am Ende der Pause bist du überrascht davon, wie voll die Karre schon wieder ist, weil die gefühlten „10-15 Minuten“ eigentlich mehr so 20-30 waren. Das reicht dann für die Strecke bis zur nächsten Pause und dauert kein bisschen länger. So geht mir das zumindest immer, selbst wenn ich ohne den Zweijährigen unterwegs bin ;) Mittlerweile suche ich für längere Pausen sogar gezielt Säulen mit 150 oder gar nur 100 kW, weil ich sonst während des Essens gestresst werde, weil ich mit vollem Akku die Säule blockiere. Es ist alles deutlich entspannter als man es denken mag.

    1. Die ältere Generation spricht mich gar nicht an, bisschen Auge gehört halt auch dazu. Aber jetzt der 2023er, der wohl erst irgendwann demnächst erhältlich ist, der macht schon mehr her, gerade innen. Habe aber bisschen Angst vorm Preis mit dem großen Akku :O

      1. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Kona bei gleicher Ausstattung teurer wäre als ein ID.3 oder Megane… und würde es dir aber mit einer wahnsinnigen Effizienz danken

      2. Das sollten Journalisten an die Autohersteller bringen… 22kw Lader in die Autos, keine 11!!!! Was soll das nur, Ladesäulen sind doch meistens 22kw?

    2. „Versuch mal, es so zu sehen: Zur Pause suchst du mit Verbrenner einen Parkplatz, mit E-Auto eine Säule – kein Unterschied“ … da sehe ich anders!

      Mit meinem Verbrenner rolle ich auf einen beliebigen, meist kleineren Rastplatz runter, Auto abstellen – Pause. Dauert ca. 10 Sekunden oder so …

      Mit einem E-Auto musst du erstmal einen Parkplatz mit passender Ladesäule suchen und finden. Dann muss auch noch eine Ladebucht für dich frei sein und die Säule sowie Bezahloptionen funktionieren!
      Bist du da am laden bist und Pause machen kannst, war ich schon auf Toilette und habe ich schon meine halbe Bemme gegessen … 😉😂

      Und nach 5 bis 10min, max. 15min geht es mit dem Verbrenner weiter … und Du?
      Wenn es für dich passt, schön. Für mich ist E-Mobilität derzeit leider keine Option, siehe Zuladung und Reichweite …

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