Kommentar: Wann verdammt noch mal haben wir uns für so viel Werbung entschieden?

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Foto: Elisa Ventur, Unsplash

Egal ob klassisches Fernsehen oder Internet, alles ist voll mit Werbung. Aber wann fiel die Entscheidung, dass wir uns derart zumüllen lassen?

Egal ob klassisches Fernsehen oder Internet, nichts geht ohne Werbung. Aber wann fiel die Entscheidung, dass wir uns derart zumüllen lassen? Ein bisschen Erfahrung mit Werbung im Internet konnte ich jetzt in über 13 Jahren durchaus sammeln. Und dabei hat sich schlussendlich immer herausgestellt, dass eine höhere Frequenz an Werbung nicht automatisch mehr Geld in die Kassen spült.

Bei uns laufen in der Regel drei klassische Werbebanner. Eine zum Einstieg in den Artikel, eine in der Mitte und eine am Ende. Ich habe auch schon mit der doppelten Menge experimentiert, mit Videowerbung, Overlays, Ankeranzeigen und vielem mehr. Nur wurde es auf dem Konto nie signifikant mehr Geld, stattdessen unsere Seite nur nerviger. Und ich bin mir sicher, dass es anderen ähnlich geht.

Ich bin mir allerdings genauso sicher, dass viele gar nicht mehr umdenken. Sie versuchen gar nicht erst, ihre Werbeplätze zu reduzieren und zu optimieren. Stattdessen wird jeder freie Platz vollgepumpt. Da hat ein längerer Testbericht halt einfach 5 Mal denselben Banner alle zwei Absätze zu bieten. Denn: Egal wie intelligent das System dahinter ist, es werden nie alle Werbeplätze individuell belegt.

Ich meine, das hier, so kann das keiner ernsthaft wollen. Auf eine Anzeige folgt ein Videoblock mit vorgeschalteter Anzeige, dann doch mal wieder ein Absatz des Artikels, danach ein Affiliate-Banner, ein weiterer kurzer Absatz, der nächste Banner und dazu noch eine Ankeranzeige.

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Selbst im Newsletter-Geschäft ist das mit der Werbung längst ein Problem. Hat man sich mal bei einer Plattform neu angemeldet, gibt es teilweise fast stündlich neue E-Mails und das auch noch jeden Tag. Was der Anbieter dabei erreicht, ist meine schnelle Abmeldung dieser E-Mails. Aber sicherlich gewinnt er damit nicht meine Aufmerksamkeit.

Das Milliardengeschäft: Werbebanner, Newsletter, Influencer und vieles mehr

Ich glaube, wir können insbesondere online weiterhin mit Werbung für eine gesunde Finanzierung vieler Webseiten sorgen. Aber auch nur dann, wenn Werbung im akzeptablen Maß vorkommt. Da das schon länger nicht mehr der Fall ist, haben Ad-Blocker an Popularität gewonnen. Was wiederum dafür sorgte, dass sich die Publisher allesamt im Jammertal versammelt haben und als Lösung einfach noch mehr Werbeplätze generierten.

Sichtbarkeit ist das Maß der Dinge für uns als Webseite allgemein und natürlich auch für geschaltete Werbeanzeigen. Sichtbarkeit schafft man meines Erachtens aber nicht durch eine höhere Häufigkeit von Anzeigen oder die ständige Wiederholung desselben Banners. Das sehe ich genauso für die inzwischen maßlos langen Werbeblöcke im Free-TV und auch Plattformen wie YouTube sollten vielleicht etwas zurückfahren.

Leider sind auch neue Netzwerke nicht schlauer. Instagram und Co. bestehen fast nur noch aus Werbung. Aber nicht mal nur aus offensichtlichen Werbeanzeigen, sondern vorrangig aus „persönlichen“ Produktempfehlungen. Manch ein Influencer hat kaum noch Inhalte zu bieten, die nicht vorrangig einer bezahlten Produktplatzierung dienen. Blöd: Konsumiert wird es trotzdem.

Ich finde, es ist einfach überall zu viel geworden und das schadet langfristig allen.

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