Liebe App-Entwickler, stoppt den Update-Wahn!

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Android-Apps werden extrem häufig aktualisiert, wie eine aktuelle Studie zeigt. Updates für Apps und System-Software sind wichtig, allein der Sicherheit wegen und natürlich wollen wir unsere geliebten Smartphone-Dienste möglichst ohne Bugs nutzen. Doch der Update-Wahn unter Android ist abartig nervig und muss endlich wieder aufhören.

Vor allem große Entwickler wie Google oder auch Facebook hinterlassen immer stärker das Gefühl, dass Updates für deren Dienste viel zu schnell ausgerollt werden. Fehler sind die Folge, neue Updates müssen schnell nachgeliefert werden. Das nervt, vor allem im Zusammenhang mit den Google Play-Diensten, die immer öfter mit Fehlern in neuen Versionen ausgeliefert werden. Eine Studie beweist nun, dass App-Updates unter Android abnormal häufig auftreten, was auch mich als Pro-User so langsam stört.

In einer Studie hat man bei den 1.000 beliebtesten Apps von Google Play und Apple iTunes gemessen, in welcher Häufigkeit neue App-Updates bereitgestellt werden. Das Ergebnis unterstreicht den Eindruck vieler Android-Nutzer, sich den ganzen Tag nur noch mit Updates beschäftigen zu müssen. Erhält unter Android eine App durchschnittlich alle 28 Tage ein Update, gibt es unter iOS nur alle 59 Tage eine neuere App-Version. Schuld soll eine fehlende Qualitätskontrolle sein, die im Endeffekt dafür sorgt, dass Android-Entwickler zu schnell Updates raushauen und darunter oftmals die Qualität leidet. Das Gefühl habe ich aber auch, zumindest relativ oft.

Leidiges Thema: Fragmentierung

Eine ausgiebige Qualitätskontrolle wäre wohl wichtig, da muss Google aber alle Entwickler unterstützen. Das Problem ist natürlich auch bei Apps, dass es unzählige verschiedene Geräte gibt, die unterschiedliche Android-Versionen, unterschiedliche Hardware und natürlich eine durch die Nutzer unterschiedliche Konfiguration besitzen. Ein App zu entwickeln, die sofort reibungslos auf allen möglichen Geräten läuft, ist natürlich eine fast nicht heftige Herausforderung.

Nachtrag: Ein weiteres Problem ist die Kommunikation. Welches Update bringt welche Verbesserungen, Neuerungen, Fixes mit? Bei vielen Apps wird der Changelog nicht genutzt.

(via PDFFierceDeveloper)

  • Das ist kein Problem. Ich bin sowohl als Entwickler und Nutzer glücklich darüber. Schnell neue Funktionen und fixes bekommen ist doch nichts schlechtes. Was nert denn daran? Alle paar tage ein popup über die auto updates? schaltet die Notification einfach aus wenn es nervt.

    • Einige Apps bekommen fast täglich neue Updates. Welches Update lohnt? Welches lohnt nicht? Welches ist nötig? Welches kann ich überspringen? Ist das vom heutigen Tag gut, ist das vom morgigen Tag gut?

      Für Nutzer, die inzwischen fast nur noch mobiles Netz nutzen, weil sich ein Festanschluss daheim nicht lohnt, ist schon das extremst nervig.

      Zu viele Updates und zu wenig Kommunikation ist einfach unpraktisch. Und dass die Qualitätskontrolle oft genug versagt oder schon gar nicht mehr vorhanden scheint, beweist vor allem Google oft genug.

  • Hans

    Das testing für die Geräte ist halt verdammt schwierig. Ich sehe es bei meinen Projekten, dass ich immer mehr Module entwickel um für verschiedene Builds generisch zu bleiben. Android TV mit Leanback supported bis Android 5.0. Smartphones sollten bis 4.0 unterstützt werden also nen Bibliothek machen die auch 4.0 unterstützt. Wenn man ne App auf der Android Uhr laufen lassen will geht es grad weiter…

    Ich liebe die Vielfältigkeit von Android aber muss mir selbst eibgestehen, dass die ganze Entwicklung der letzten Jahre eine Komplexität zu Tage gebracht hat, die eigentlich mit Unit Tests abgedeckt werden sollten. Jedoch machen Features mehr Spaß als Unit Tests und so bleibt das ganze gern mal auf der Strecke.

    Häufige Updates stören mich jedoch nicht da oft auch neue Features ausgeliefert werden.

    • Andy

      Wo ist jetzt der Zusammenhang zwischen Android Fragmentierung und der Tatsache, dass du keine Tests für deine Software schreibst? ;)

      • Hans

        Die Tatsache dass man sich nicht nur auf ein Gerät konzentrieren kann was die Fehler tatsächlich reduzieren würde.

  • T.A.

    Die vielen Updates sollte man nicht immer mit „zu früh released“ verwechseln. Klar kommt sowas auch oft vor, aber die Updatepolitik kann auch mit der Vorgehensweise der Entwickler zusammenhängen. Wenn sie z.B. mit Kanban arbeiten, werden Funktionen der App priorisiert und dann abgearbeitet. Sobald eine Funktion umgesetzt ist, wird sie auch sofort released. Wenn also Funktion 1 heute fertig ist, wird nicht drauf gewartet das Funktion 2 in 10 Tagen fertig wird.

    • marc.seidel1989

      Genau so! Du hast es richtig erfasst. Man merkt, dass der Verfasser des Artikels möglicherweise keine Erfahrung in der Softwareentwicklung in einem Projektteam hat.

      • Richtig, habe ich nicht, ich sehe das vor allem aus Sicht des Nutzers.

  • marc.seidel1989

    Ich sehe keinen Handlungsbedarf und muss ebenfalls als Power User sagen, dass mich Updates überhaupt nicht nerven. Im Gegenteil, lieber ein Update zu viel als zu wenig. (Natürlich nicht uferlos…aber 29 Tage im Schnitt sind doch nun wirklich ertragbar) So sehe ich das…und außerdem bin ich in einer Entwicklungsfirma tätig und kenne auch das, was im Hintergrund passiert. Die Apps auf iOS-Seite mit geringeren Updatezyklen sind meist genauso verbugt wie auf Androidseite. Glaub mir. ;) Hier wäre eine Erhebung sehr interessant, denn die Zyklusdauer hat aus meiner Erfahrung nur eine sehr geringe Korrelation mit der Softwarequalität. Im Punkt Kommunikation deines Nachtrags gebe ich dir allerdings recht. Ich würde mir zukünftig allerdings wünschen, wenn ihr wieder mehr Objektivität in eure Artikel fließen lassen könntet.

    • Ein Artikel mit meiner Meinung kann ja schwer objektiv sein ;)

      Und sicher meine ich nicht alle Entwickler und jede App, doch eine fehlende oder schlechte Qualitätskontrolle scheint zugenommen zu haben, so ist mein Eindruck, den ich hier größtenteils wiedergegeben habe.

      Und man muss viele Nutzer im Hinterkopf behalten, die zum größten Teil aufs mobile Internet angewiesen sind. Jeden Tag ein Facebook-Update, mal als Beispiel, ist da absolut nicht akzeptabel. Es schon fast den Anschein, Apps würden als Nightlies wie bei Custom-ROMs ausgeliefert.

      • nils22

        Hallo zusammen, bin zufällig auf diese Diskussion dazu gekommen, weil ich mich explizit nach dem Thema informieren möchte.
        ist zwar ein Jahr her aber meiner Meinung nach interessanter den je.
        Ich bin auch nur User, bin aber am überlegen ob ich alle Apps deinstallieren soll, da es mich die immer noch häufigeren Updates zunehmend immer mehr nerven. Ich habe bereits einige Apps deinstalliert. Jedoch glaube ich das reicht nicht aus, da es wieder so schlimm ist mit den Updates.
        Ich habe den Eindruck der Updatewahn wird immer extremer und nimmt immer mehr zu!
        Langsam kommt auch immer öfter der Gedanke, das bei den Updates auch persönliche Daten synchronisiert werden.

  • trurl

    Update-Wahn hin oder her. Man muss ja nicht ständig updaten, wenn man nicht will.

    Die Diskrepanz bei der Update Häufigkeit zwischen iOS & Android basiert nur auf der Tatsache das Android Updates nach ein paar Stunden verfügbar sind während es bei iOS 1-2 Wochen dauert. Wirkliche Kontrollen bezüglich der Qualität der Apps gibt es bei iOS auch nicht. Es ist dort ohne weiteres möglich total defekte Apps zu veröffentlichen. Apple testet vor allem ob Inhalt der App und die Appstore-Texte den Richtlinien entsprechen (kein Sex, keine Erwähnung der Konkurrenz usw.)