LTE-Ausbau in Deutschland – Status Quo und ein Blick in die Zukunft

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lte-logoDie Bundesnetzagentur hat den LTE-Ausbau in Deutschland an bestimmte Bedingungen geknüpft. Die deutschen Netzbetreiber haben sich verpflichtet, mit der Mobilfunktechnologie LTE (4G) bis zum 01.01.2016 die Weißen Flecken auf dem Land zu schließen, um den Bewohnern dort die langersehnten Breitbandverbindungen zu bieten. Für den LTE-Ausbau in ländlichen Regionen nutzt man die 800-MHz-Frequenzen aus der Digitalen Dividende, mit welchem man eine besonders große Fläche mit 4G abdecken kann. Aktuell sind die Weißen Flecken mit LTE in 11 der 16 Bundesländer geschlossen. Dazu gehören alle alten Bundesländer und die Stadtstaaten. Dagegen haben die Netzbetreiber in keinem der neuen Bundesländer außer Berlin ihre Verpflichtungen bisher erfüllt.

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Die Anbieter Deutsche Telekom (Call & Surf via Funk) und o2 (LTE für zuhause) beschränken ihre LTE-Tarife für das Land auf eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 7,2 Mbit/s, obwohl mit LTE im 800-MHz-Bereich höhere Geschwindigkeiten möglich sind. Die beiden Netzbetreiber orientieren sich mit ihrem Angeboten fürs Land an einem DSL6000-Anschluss. Nur Vodafone bietet mit seiner Tarifgruppe „Vodafone LTE Zuhause Internet“ höhere Übertragungsraten von bis 50 Mbit/s auf dem Land an, verlangt hierfür entsprechend höhere Preise. Alle LTE-Tarife sind, wie man es schon von UMTS kennt, an bestimmte Datenvolumen (10 GB, danach 384Kbit/s) gebunden.

Für einen LTE-Tarif auf dem Land mit einer Surfgeschwindigkeit von 7,2 Mbit/s und ein Datenvolumen von 10 GB zahlt man aktuell etwa 40 Euro im Monat. Der Netzbetreiber o2 bietet seinen Tarif im ersten Jahr für 14,90 Euro an, wobei der LTE-Tarif des Anbieters aktuell nur in wenigen Regionen erhältlich ist. Alle LTE- Tarife auf dem Land können nur stationär als DSL-Ersatz genutzt werden.

LTE kommt 2012 in die Städte

Der LTE-Ausbau im Jahr 2012 steht ganz im Zeichen der Städte. Der Ausbau von 4G in den Städten findet im 1800-MHz und 2600-MHz-Freqeunzbereich statt, hiermit sind besonders hohe Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s möglich. Im April 2012 startete T-Mobile in Hamburg, München, Leipzig und Bonn mit LTE zum mobilen Surfen. Davor hatte man Köln und Frankfurt mit der schnellen Mobilfunktechnologie versorgt. Daneben ist heute auch in vielen kleinen Städten 4G der Deutschen Telekom verfügbar. Bis zum Ende des Jahres möchte T-Mobile mit LTE in mehr als 100 deutsche Städte kommen.

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Bei Vodafone hatte man sich bisher auf den LTE-Ausbau auf dem Land konzentriert, möchte jedoch im Jahr 2012 LTE vermehrt in die Städte bringen. Seit kurzem bietet man bei Vodafone mit dem HTC Velocity 4G und Samsung Galaxy S2 LTE die ersten LTE-Handys in Deutschland an, mit welchem man vor allem die Menschen in den Städten als Zielgruppe hat. LTE von Vodafone gibt es heute in Berlin, Düsseldorf, Krefeld und bald auch in Leipzig und Dresden.

Für das mobile Surfen bieten T-Mobile (Mobile Data) und Vodafone (MobileInternet Flat) seit April diesen Jahres neue LTE-Tarife an. Die maximale LTE-Surfgeschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s bietet aktuelle nur die T-Mobile mit ihren Mobile Data-Tarifen an. Die Tarife kosten bei den Anbietern je nach Übertragungsrate und Datenvolumen zwischen 20 und 70 Euro im Monat ohne Hardware. Im Juli möchte dann o2 mit seinen mobilen LTE-Tarifen starten und Ballungsgebiete und Großstädte mit 4G versorgen.

Flächendeckendes LTE-Netz erst in einigen Jahren

Es wird noch Jahre dauern, bis es ein flächendeckendes LTE-Netz wie heute bei UMTS in Deutschland gibt. Laut einer Prognose der Bundesnetzagentur sollen bis 2013 in allen Bundesländern die Weißen Flecken geschlossen sein. Dazu hat man die Netzbetreiber dazu verpflichtet, bis zum 01.01.2016 insgesamt 50% der Bevölkerung in Deutschland mit LTE zu versorgen.

Über den Verfasser:
Tim Rohrer (32), Geschäftsführer der Maracuja GmbH, ist bereits seit 1996 online aktiv und fasziniert von den unbegrenzten Möglichkeiten des World Wide Webs. Aktuell beschäftigt er sich auf der Seite 4G.de intensiv mit dem Trendthema „Mobiles Internet“. Der Wahl-Hamburger ist außerdem Herausgeber einiger Prosa- und Poesie-Anthologien im Rahmen seiner Seite Leselupe.de und berät interessierte Firmen im Bereich Online-Marketing. [Bildquelle: Deutsche Telekom]

  • Harry Amend

    Sprechen wir mal darüber wenn LTE Bundesweit für alle Standard ist, ich befürchte aber aber das es genauso kommt wie bei umts. Leere Versprechungen was die Geschwindigkeit angeht, sind sehr viele in einer Funknetz eingebucht geht phasenweise nämlich nix mehr.

    • Rick

      Ich finde die Versprechen der Provider teilweise auch als Abzocke, da wird mit schnellem UMTS und HSPA geworben, das theoretisch Geschwindigkeiten bis 21,6Mbit/s verträgt und im Kleingedruckten liest man dann, das einem nur 3,6Mbit/s oder 7,2Mbit/s zur Verfügung stehen.

      Da fragt man sich, warum die Smartphonehersteller, mit 14,4Mbit/s und 21,6Mbit/s UMTS in ihren Geräten werben, wenn diese gar nicht von Seite der Provider zur Verfügung stehen.

      Ähnlich dem LTE, die Verbraucher denken das Internet per Funk dann rasend schneller wäre, das aber Gegenwärtig gar nicht der Fall ist, da bei LTE größtenteils die selben Bandbreiten zum Einsatz kommen wir bei UMTS.

      Im Moment kommt mir das so vor wie ein Marketinggag.

  • noeler

    Die Versorgung der laendlichen Gegend passt irgendwie so garnicht zu den LTE Planungen der Telekom. Alles nur große Staedte.

    VF hat bei mir LTE. Ich war erfreut, sollen es doch 21.1 MBit sein. Ok, angefragt und ploetzlich sollte es ein Fehler sein, es gaebe nur noch 3.6 MBit. Nunja, besser als DSL Light, also bestellt. Ab ca 18:30 Uhr betraegt die Geschwindigkeit ca dsl Light Niveau oder sogar schlechter, ala ISDN mit Kanalbuendelung der 90er Jahre.

    • noeler

      Noch ein Nachtrag. Die 3.6 MBit gehen auch nur mit Aussenantenne. Ohne die geht so gut wie garnichts im Haus.

    • Ja, ist hier leider nicht anders, nervt mich auch zurzeit, vor allem die miese Verfügbarkeit.

      • noeler

        Die Telekom hat noch einen anderen Hammer im Angebot. Ein Freund hat DSL 1000, mehr geht nicht. LTE gibt es bei ihm. Er hat bei der Telekom angefragt und die sagten ihm einfach, bei ihm gaebe es DSL, deshalb kann man ihm LTE nicht anbieten. Was ist denn das fuer eine Masche?

        Zum Politiker beruhigen? Sehr her, wir haben da LTE?

  • marco

    Danke für den kleinen informativen Beitrag am Rande :-)

  • Rick

    Irgendwie kommt es mir spanisch vor. Umts/Hspa ist doch theoretisch auch bis 21,6Mbit/s möglich, wenn das LTE nun aber von den Providern auf 7,2 bzw. sogar 3,6Mbit/s gedrosselt wird, welchen Mehrwert soll dann LTE gegenüber Umts haben?
    Vorallem finde ich die Tarife in Deutschland sowieso unter aller Sau, wenn man sich mal bei den Nachbarn umsieht, hat man sowieso das Gefühl in Deutschland abgezockt zu werden.

    • Hallo Rick,
      stimmt, die Tarife sind im europäischen Vergleich nicht grad der Hammer. Und warum die Netzbetreiber bei den "Zuhause-Tarifen" nur 7,2 Mbit/s anbieten, leuchtet auch nicht unbedingt ein. Dafür sind hier aber (für 40€) 10 GB Datenvolumen (danach Drosselung auf 384 und nicht 56 Kbit/s) und ne Telefonflat inklusive. Und Plan ist halt, LTE auf dem Land zuerst an den Weißen Flecken (ohne Breitbandzugang bisher) anzubieten. Daher eine halbwegs akzeptabele Alternative, finden wir…
      Grüße,
      Tim von 4G.de

      • Rick

        Ich gehe davon aus, das in diesen weißen Flecken kein UMTS Netz zur Verfügung steht, sonst wäre für mich immer noch kein Mehrwert sichtbar.

        10GB Datenvolumen und eine anschließende Drosselung, kann man aber immer noch nicht als Ersatz für eine fehlende Leitung ansehen, finde ich.

      • noeler

        10 GB sind keine Loesung. Das ist einfach zu wenig. Lasst mal 30 Tage den Traffik mitzaehlen. Ihr werdet erstaunt sein was da raus kommt.

        In unserem Office in Hong Kong haben wir 100 MBit, kostet umgerechnet 52 Euro. :-)

        • Mich nervt das mit dem Volumen auch. Ich habe hier selbst extrem schlechtes DSL, würde gern auf Funk umsteigen aber Volumen von maximal 30GB bei LTE reicht einfach nicht aus, und dafür dann auch noch 70 Euro hinblättern.