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Moto X: Individuelle Revolution (+Podcast)

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Mit dem Moto X hatte Motorola jetzt zwar kein neues High-End-Smartphone vorgestellt, welches mit den ganz Großen mithalten kann, doch es ist ein Fingerzeig auf die Industrie in gleich mehrere Richtungen. Insgesamt hat mir das Moto X sehr gut gefallen, da ich keine High-End-Hardware benötige, um glücklich zu sein, des Weiteren die mögliche Individualität ein erster wichtiger Schritt in diese Richtung ist. Deshalb hatte ich mir ein paar Gedanken zum Gerät aufgeschrieben, zudem haben wir gestern Abend zu dritt im CoCast über die Bedeutung des Moto X philosophiert.

CoCast #31

Das Moto X aus meiner Sicht

Individuell: In den USA lassen sich bei einem Provider die Frontseite, die Rückseite und die Umrahmung der Kamera sowie die Farbe der Buttons (Akzentfarbe) des Moto X nach den eigenen Wünschen auswählen. Selbst eine Holz-Optik wird es geben. Auch eine Signatur kann in das Gehäuse graviert werden. Wie ihr im Video sehen könnt, ist das absolut einmalig und erstmalig bei einem Smartphone so möglich. Doch das war noch nicht alles, denn auch das Zubehör in Form des Headsets, Netzteils und der Schutzhülle lassen sich weitestgehend farblich an eure Wünsche anpassen.

Weniger interessant aber ebenso nett sind die Auswahlmöglichkeiten des Wallpapers und auch die digitale Gravur im Bootscreen des Gerätes.

Ein Highlight ist sicherlich dann noch die schnelle Lieferung, die ab Bestellung bereits in 4 – 5 Tagen erfolgen soll, also nicht viel langsamer als eine normale Online-Bestellung auch.

[youtube FHu1v2uWwmU]

Besondere Sprachsteuerung: Motorola verbaut als erster Hersteller einen Prozessor mit dauerhaft aktiver Sprachsteuerung, die auch genutzt wird. Das bedeutet, dass diese Sprachsteuerung immer zuhört, auch wenn das Gerät im Standby ist. So lassen sich Befehle wie ein Kalendereintrag eingeben, ohne dass man das Smartphone dafür berühren muss, was ich persönlich dann als die Vollendung der Bedienung einer Sprachsteuerung sehe. Mit zwei Krait-Kernen, die jeweils mit 1,7 GHz schlagen ist das Moto X zudem sehr stark ausgestattet, ein Quad-Core-Prozessor ist nach wie vor meines Erachtens überflüssig.

[youtube xXyCbrdQEyA]

Benachrichtigungen via Display: Statt einer Benachrichtigungs-LED setzt Motorola hier voll und ganz auf das verbaute AMOLED-Display. Durch die Möglichkeit nur einzelne Pixel/LEDs aktivieren zu können, werden so Benachrichtigungen direkt über das Display realisiert, ohne dadurch mehr Strom zu verbrauchen. Nach Samsung benutzt ein Hersteller endlich auch mal die Vorteile eines AMOLED-Displays, die es gegenüber den anderen Technologien besitzt. Das ist zwar auch keine Erfindung von Motorola, dafür aber mal von einem Hersteller in die Tat umgesetzt. Samsung nutzt diesen Vorteil von AMOLED beispielsweise nur beim S View Cover des Galaxy S4.

Motorola Assist: Dieser Assistent redet mit euch, er erkennt automatisch eure Situation und verhält sich dementsprechend. Ein gutes Beispiel gab es in einem Test der Kollegen. Die sind mit dem Auto gefahren und das Moto X hat diese Situation automatisch erkannt. Bei einer eingehenden SMS hat das Moto X diese dann via Sprachausgabe angekündigt und auf Wunsch vorgelesen. Ähnlich war es bei einem Anruf, bei welchem das Moto X den Fahrer fragte, ob er dieses Gespräch denn annehmen möchte. Auch hier zeigt Motorola, wie derartige Funktionen letztlich aussehen und vor allem funktionieren müssen.

Fazit zum Gerät: Das Moto X ist individuell wie kein anderes Smartphone, was heutzutage wichtiger denn je ist, da sich inzwischen “jeder” eines der High-End-Smartphones leisten kann und auch Geräte wie das iPhone stark an Glanz verloren haben, weil’s eben jeder hat. Allein deshalb müsste das Moto X gut bei jungen Menschen ankommen. Der Preis ist nicht wahnsinnig teuer, auch wenn man eher erwartet hat, dass es so günstig wie das Nexus 4 in den Handel kommt. Doch die Produktion in den USA, die Entwicklungen der genannten Funktionen und die mögliche Individualität kosten. Zudem schreibt Motorola rote Zahlen, die sie ja erst mal bereinigen müssen.

Keine High-End-Hardware aber schon ein Must-Have-Smartphone. Das glaube ich sagen zu können, ohne es bisher in der Hand gehabt zu haben.

Produziert/zusammengesetzt in den USA: Diese meiner Meinung nach vernachlässigte Tatsache ist ein Meilenstein, denn es ist nicht nur das erste Smartphone, welches in den USA produziert wird, sondern es ist das erste Smartphone, welches wohl mal wieder von Menschen gebaut wird, die mehr als 2 Euro in der Stunde verdienen. Mit 9 Dollar je Stunde ist man als Arbeiter im Werk in Texas sogar gut bedient, andere ähnliche Jobs werden dort in der Regel schlechter (ca. 7 Dollar) bezahlt. Der Druck steigt, Löhne in Asien müssen anziehen. Die Produktion kann wohl wieder in starke westliche Länder wie die USA, Deutschland, etc. zurückgeholt werden, zumindest auf lange Sicht. Egal, was der Grund für die Produktion des Moto X in den USA ist, es ist ein Fingerzeig in Richtung der gesamten Industrie.

Konsequenzen des Moto X: Nach Informationen des WSJ hatte Andy Rubin stark etwas gegen die Kooperation mit Motorola, da das nicht seinen Vorstellungen eines offenen Betriebssystems entsprach. So war die Entwicklung des Moto X nicht leicht, denn angeblich hatte die gesamte Android-Abteilung die Zusammenarbeit auf das Nötigste begrenzt, weshalb das Moto X auch nicht mit Android 4.3 ausgestattet ist. Selbst die Auslieferung des Moto X mit Chrome ab Werk stand wohl auf der Kippe. Das Moto X hat nicht nur Jobs geschaffen, es hat auch welche gefordert. Als Oberhaupt von Android hat Andy Rubin dann seinen Platz nach über 8 Jahren räumen müssen, eine freiwillige Entscheidung war das mit Sicherheit nicht. Die Infos des WSJ klingen mehr als nur plausibel, weshalb ich den Wahrheitsgehalt für recht hoch einschätze.

Und jetzt ihr – eure Meinung in die Kommentare :)

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23 Kommentare

23 Comments

  1. Ted

    6. August 2013 at 10:58

    „Der Druck steigt, Löhne in Asien müssen anziehen. Die Produktion kann wohl wieder in starke westliche Länder wie die USA, Deutschland, etc. zurückgeholt werden, zumindest auf lange Sicht.“

    Wer hat hier in Westeuropa Lust, für 9$/h den ganzen Tag lang Geräte zusammen zubauen? Also ehrlich davon kann man nicht mal leben, da kosten schon Versicherungen und Miete mehr. Und es bleibt nichts mehr um auch mal das Leben zu geniessen. Das ist genau so schlimm wie die 2$ in China, denn dort sind die Lebenshaltungskosten auch massiv tiefer.

    • dennyfischer

      dennyfischer

      6. August 2013 at 11:06

      Kein Mensch sagt, dass wir für diesen Preis hier arbeiten sollen, was übrigens inzwischen ganz normal und immer noch besser als Arbeitslosigkeit ist. Produktionen aber wieder aus Asien herauszuholen, dürfte nicht uninteressant und unwichtig für die Zukunft sein.

      • Ted

        6. August 2013 at 11:25

        besser als vom Sozialsystem in DE zu leben? Ich glaube kaum.

      • dennyfischer

        dennyfischer

        6. August 2013 at 11:34

        40 Stunden zu je 7 Euro in der Woche, sind am Ende des Monats mehr als ein 1000er netto. Davon kann man also Single leben. Und wer lieber auf die Kosten anderer rumliegt, anstatt was zu tun, hat eh keinen Cent verdient.

      • Ted

        6. August 2013 at 11:43

        tolles Leben auch mit 1000€… Ich will dich sehen wie du ein Jahr lang mit 1000€/Monat lebst.

      • dennyfischer

        dennyfischer

        6. August 2013 at 12:00

        Ich kann dir bestimmt 50 Leute aus meinem näheren Umfeld aufzählen, die in der Gastronomie tätig sind und nicht mehr, meist sogar weniger haben, trotzdem recht gut über die Runden kommen und nicht vom sozialen Umfeld ausgeschlossen sind.

      • Dominik

        6. August 2013 at 12:00

        Das Gerät gefällt mir richtig gut und sofern es nach DE kommt, werde ich es mir wohl tatsächlich bestellen. Mir gefällt die Individualität sehr gut.

        Ich möchte mich ja eigentlich nicht einmischen aber wie kommst du denn darauf das jemand der 7€ Stundenlohn erhält, mit 1000€ Netto nach hause geht? :D :D :D

        Schön wärs.. Du bist mir ja einer.. ;)

      • dennyfischer

        dennyfischer

        6. August 2013 at 12:02

        Ähm. 40 Stunden je Woche x 7 Euro, das vier Mal im Monat. Schätze dein Taschenrechner bringt das gleiche Ergebnis von über 1000 Euro. Natürlich spreche ich grundsätzlich hier von netto, anders gehts gar nicht.

      • Dominik

        6. August 2013 at 12:29

        Rechnung: 40Stunden die Woche x 4 = 160 Stunden im Monat. Das mul­ti­pli­zie­ren wir mit 7€ = 1120€ Brutto.

        Davon gehen noch einmal Versicherung und Steuern ab und dann komme ich auf einen Betrag von 800€ Netto.

      • dennyfischer

        dennyfischer

        6. August 2013 at 12:54

        Lol. Du musst mir mal erklären warum bei dir aus Netto + Netto = Brutto wird?! Ich rechne mit Netto-Stunden, das ergibt auch ein Endergebnis in Netto.

      • Dominik

        6. August 2013 at 13:07

        Also bekommen die Mitarbeiter einen Netto-Stundenlohn von 7€? Das wird aus dem Text heraus nicht klar, dann hättest du vielleicht 10-11€ Stundenlohn schreiben sollen, dann hätte ich auch gewusst das du mit den 7€ den errechneten Netto-Stundenlohn meinst :)

      • dennyfischer

        dennyfischer

        6. August 2013 at 13:10

        Ja, in meinem Umfeld ist selbstverständlich, dass man bei solchen Dingen in Netto-Preisen redet^^ sorry

    • Martin Rupprecht

      6. August 2013 at 11:17

      Ich denke, in Westeuropa wären dann die Lohnkosten dementsprechend höher. In Texas sind die Lebenserhaltungskosten niedrig genug, dass man von 9USD/h leben kann.
      Der Druck steigt deswegen, weil es ein Hersteller vormacht, die Presse das Ganze aufgreift und groß rausbringt (denk ich zumindest). Dadurch entsteht eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber anderen Herstellern, hofft man zumindest ;)

    • David

      6. August 2013 at 13:02

      9$ Pro Stunde sind doch immernoch um welten besser als in den USA von Sozialhilfe leben zu müssen. Ich denke genug sind dort froh über genau diese Jobs.

      Und zu Deutschland, ich hab selbst nach der Ausbildung als Versandhelfer in einem Großhandel für 1200 € Netto im Monat gearbeitet, das waren Brutto dann immernoch knapp 950 € und davon lässt es sich alleine doch schon ganz gut leben, auch mit Sozialen-Aktivitäten.

      Den Luxus eines finanzierten Autos oder teurer Hobby’s konnte man sich zwar noch nicht leisten aber ein Zimmer in einer schönen WG, eine roste alte Karre mit Sprit im Tank und was zum gemütlichen Leben mit 19/20 Jahren eben so dazu gehört.

      Anfangs ist man froh das man einen Job und überhaupt Geld hat, später steigen die Erwartungen mit den Erfahrungen und dem Lebensanspruch.

      Selbst wenn man in einem Osteuropäischen Nachbarland produzieren lassen würde könnte man „Made in EU“ drauf schreiben und keiner würde bei 7 €/h rummeckern…

  2. Freetagger

    6. August 2013 at 11:14

    So schön die Individualisierung auch ist, ich denke bei einem Schaden (Display etc.) wird die Reparatur schön teuer werden.

    • dennyfischer

      dennyfischer

      6. August 2013 at 12:20

      Warum? Also sind doch auch nur Standardteile ^^

  3. Hshsh

    6. August 2013 at 12:58

    Chillt mal alle ich habe auch nur 1700€ netto und beschwere mich nicht ach ja Wochenende arbeite ich nur samstags meistens

    • dennyfischer

      dennyfischer

      6. August 2013 at 13:02

      Da gibts auch keinen Grund zur Beschwerde^^

  4. Mo

    6. August 2013 at 13:16

    Also das mit dem zusammengesetzt in den USA ist doch nur Werbemasche. Der größte Teil wurde doch wieder in China hergestellt. Nokia hat ihre Smartphones jahrelang in Europa anfertigen lassen (beispielsweise das N9), damit haben die auch nicht geworben

    • dennyfischer

      dennyfischer

      6. August 2013 at 13:34

      Natürlich wird es „nur“ zusammengesetzt in den USA. Aber das macht finanziell einen enormen Unterschied. Was glaubst du, warum sonst die Produktionen der Hersteller komplett nach Asien verlagert sind.

      Ja, früher war das auch noch teilweise „normal“. Umso besser, dass die Industrie jetzt wieder umdenkt, hoffe ich zumindest.

  5. Compi

    6. August 2013 at 13:29

    Ich weiß nicht, was ich vom immer-mithörenden Handy halten soll…
    Da NSA mit Google kooperiert, gehe ich dann davon aus, dass sie auch alles mithören werden, 24 Stunden lang. Das ist das ultimative Tool für sie. Jetzt müssen sie nicht mehr warten, bis einer den anderen anruft, jetzt haben sie Wanzen, die rund um die Uhr funktionieren. :)

    • dennyfischer

      dennyfischer

      6. August 2013 at 13:36

      Ach. Käse. Wenn die dich abhören wollen, brauchen die auch nicht auf Anrufe warten, sie müssen nur entsprechend sich in die Geräte einschleusen. Das dürfte für „gute Hacker“ kein Problem sein. Obs nun dadurch etwas leichter wäre, macht dann auch keinen Unterschied mehr.

    • David

      6. August 2013 at 13:54

      Wenn dein Smartphone dauerhaft deine Gespräche irgendwo hin übermitteln würde sähe das mit der Akkulaufzeit ganzschön düster aus ;)
      Kooperation heißt nun nicht gleich das Google sich ihr Geschäft von denen Versauen lässt.

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