Hach, Mozilla. Was haben wir dich für Firefox als quasi alternativlose Alternative zum Internet Explorer gefeiert. Bis ungefähr 2012, als Google mit Chrome das Ruder übernahm. Zwar bist du in Deutschland tatsächlich auf dem zweiten Platz der beliebtesten Browser  – an den Platzhirsch kommst du aber bei weitem einfach nicht mehr heran.

Jetzt führst du ein Leben als unterschätzter Underdog. Kenner wissen dich für zahlreiche Features zu schätzen. Deine Werbung spielt diese Karte optimal aus. Doch manchmal liegst sogar du daneben. Wie zum Beispiel jetzt, als du deinen VPN-Dienst in Deutschland eingeführt hast.

Mozilla steht drauf, Mullvad steckt drin

Dafür kooperierst du nämlich mit dem Anbieter Mullvad, der ein extrem sympathisches Preismodell vorweist: 5 Euro pro Monat, egal, für was für eine Laufzeit der Kunde sich entscheidet. Doch obwohl man mit deinem Mozilla VPN genau die gleiche Leistung bekommt, verlangst du einen saftigen Aufschlag.


Zumindest, wenn man sich für eine Laufzeit entscheidet, die weniger als zwölf Monate beträgt. 9,99 Euro kostet es für einen Monat, 6,99 Euro monatlich bei sechs Monaten und (sogar einen Cent günstiger) 4,99 Euro monatlich für ein ganzes Jahr. Es können sich bis zu fünf Geräte gleichzeitig verbinden, es stehen 754 Server in mehr als 30 Ländern zur Verfügung. Außerdem gibt es eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Mozilla nimmt nur PayPal und Kreditkarte – anonym ist anders

Bezahlt werden kann bei Mozilla allerdings nur mit PayPal oder Kreditkarte. Direkt bei Mullvad sieht das anders aus:

We accept cash, Bitcoin, Bitcoin Cash, bank wire, credit card, PayPal, Swish, Giropay, Eps transfer, Bancontact, iDEAL, and Przelewy24.

Mozilla nutzt bei seinem Service die WireGuard-Software. Mit wenigen Klicks gaukelt man Webseiten vor, man befinde sich an einem völlig anderen Standort. Eine entsprechende Firefox-Erweiterung ist derzeit leider nur in den USA verfügbar.

Fans verwirrt und sauer

Das erlaubt nicht nur zum Beispiel den Zugriff auf Inhalte, die möglicherweise Opfer von Geoblocking geworden sind (Streaming von Filmen, Serien und Co.), sondern erhöht auch die Privatsphäre. Den Preis jedoch zu verdoppeln, ist schon eine mutige Entscheidung. Sollte der Gegenwind größer werden, kann ich mir vorstellen, dass Mozilla vielleicht sogar mit einer Preisanpassung reagiert. Bei den Lesern drüben bei Caschys Blog stößt das jedenfalls ziemlich sauer auf:

 

Jonathan Kemper

Studiert Technikjournalismus, bloggt über Smartphones, Apps und Gadgets, seit 2018 mit regelmäßigen News und ausführlichen Testberichten bei SmartDroid.de an Bord.

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2 Kommentare

  1. Moin Jonathan,
    >Es braucht keine zusätzliche Software, mit einem Klick gaukelt man Webseiten vor, man befinde sich an einem völlig anderen Standort.

    Bist du sicher? Soweit ich weiss, brauchst du mindestens die Firefox Private Network Extension (https://fpn.firefox.com/), die es aber zur Zeit nur in den USA gibt.
    Diese hat auch nichts mit dem Firefox VPN zu tun. Dafür wird ja unter der Haube Wireguard genutzt, wozu man zwingend einen separaten Client benötigt, siehe https://github.com/mozilla-mobile/mozilla-vpn-client

    1. Hallo Horst, da haste ’nen Punkt. Ich aktualisiere den Artikel entsprechend. Danke fürs aufmerksame Lesen!

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