„Nachfrage gleich null“ für gebrauchte Elektroautos

Elektroauto Hero 3

Der beachtliche und spürbare Fortschritt bei Elektroautos ist für Neukunden neuer Fahrzeuge eine gute Sache, denn in den letzten Jahren hat sich viel getan. Aber dieser Fortschritt und der Preiskampf sind eine schlechte Kombination für die erste größere Welle an Gebrauchtwagen aktueller Elektroautos der letzten Jahre. Es läuft nicht bei gebrauchten Stromern.

Während bei Neuwagen der Anteil vollelektrischer Autos langsam die 20 Prozent Marktanteil ansteuert, ist der Anteil im Gebrauchtwagenmarkt bei lediglich 1,6 Prozent. Nicht mal 100.000 gebrauchte Elektroautos wurden im vergangenen Jahr nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes verkauft. Auch hier sei ein Problem der Preis, der im Schnitt wesentlich höher als bei gebrauchten Verbrennern liegt.

Was Händler wollen und Kunden ausgeben möchten, liegt zu weit auseinander

Der bislang unbeständige Neuwagenmarkt bei Elektroautos bringt Probleme mit sich, wozu zum Beispiel der potenzielle Wiederverkaufswert gehört. Außerdem gibt es noch Unsicherheiten bei den Batterien der Fahrzeuge, da gibt es auch viele Mythen. Was bei Verbrennern den meisten wohl egal gewesen ist, wenn es um den inneren Zustand von Motor und Getriebe geht, hat der Akku heute einen hohen Stellenwert.

Im November 23 wurden gebrauchte E-Autos im Schnitt für rund 38.000 Euro auf der Plattform mobile.de angeboten – das sind fast 10.000 Euro mehr, als für gebrauchte Diesel oder Benziner durchschnittlich verlangt wird. Den meisten potenziellen Käufern ist das viel zu teuer. Sie wollen nach einer Marktanalyse von mobile.de im Durchschnitt rund 14.000 Euro weniger ausgeben. Da passen Angebot und Nachfrage kaum zusammen. Bei Verbrennern ist der Abstand zwischen dem, was die Autos kosten, und dem, was die Händler verlangen, mit etwa 8.500 Euro deutlich geringer.

Wer sich dennoch für ein elektrisches Auto interessiert und es gerne gebraucht kaufen würde, dürfte sich jedenfalls auf ein steigendes Angebot an Leasing-Rückläufern und gebrauchten Geschäftswagen freuen. Die Verfügbarkeit soll sich 2024 deutlich erhöhen. Auch wenn der ADAC zum Akku-Check rät, kann ich mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, dass es da zu merklichen Problemen kommt, wenn die Fahrzeuge nur ein, zwei Jahre auf der Straße gewesen sind.

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2 Kommentare zu „„Nachfrage gleich null“ für gebrauchte Elektroautos“

  1. §Gleich Null“ ist etwas plakativ. Es gibt einfach aktuell kaum gebrauchte Fahrzeuge, ob Elektro- oder Verbrennungsmotor.

    Aber ich persönlich möchte auch nicht mehr für einen gebrauchten Tesla ausgeben, obwohl ich ihn (mit Wartezeit) neu günstiger bekomme. Oder ein Elektrofahrzeug mit nur 100km Reichweite (Renault Zoé).

  2. Meine Nachbarn wollen ihr Auto einfach solange weiterfahren wie nur möglich. Also den Diesel bis 500.000km bringen. Die Argumentation ist das Geld und das das Auto auch am Ende immer noch 100% Reichweite hat. Das nicht ausgegebene Geld soll dann in ein Zweithaus gehen. Das würde länger halten, wäre aber auch definitiv nicht so schnell.

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