In den kommenden Jahren wird sich bei Batterien für Elektroautos noch einiges tun und das gilt auch für die aktuellen Technologien. Der chinesische Hersteller CATL hat eine neue 5C-Batterietechnik vorgestellt, die speziell für extremes Schnellladen ohne nennenswerten Kapazitätsverlust entwickelt wurde.
CATL ist Marktführer und hat großen Abstand zum zweitgrößten Lieferanten, den wir alle als BYD kennen. Dass man ganz vorne mitspielt, liegt auch den fortwährenden Fortschritten. CATL hat in den letzten Tagen gleich zwei interessante Neuigkeiten für uns, darunter die erwähnte Technologie für ein verträgliches Schnellladen.
Neue Technologien: Intelligente Kühlung, neue Kathodenbeschichtung, reaktive Beschichtung
Unter idealen Bedingungen bei 20 °C behält der Akku nach 3.000 vollständigen Ladezyklen noch 80 Prozent seiner Kapazität, was einer Laufleistung von ca. 1,8 Millionen Kilometern entspricht. Die Lebensdauer dieser neuen Batterien übertrifft den aktuellen Industriestandard von etwa 1.000 bis 1.500 Zyklen um das Sechsfache.
Bei dieser Batterie sprechen wir von der Fähigkeit, trotzdem in unter 15 Minuten vollgeladen werden zu können. Das ist also die Technologie der kommenden Jahre, denn diese Werte erreichen heute bislang nur wenige Fahrzeuge. CATL sieht in dieser Entwicklung den entscheidenden Faktor, um die Akzeptanz von Elektroautos gegenüber Verbrennern zu erhöhen, da Ladezeiten massiv verkürzt werden.
Natrium-Ionen: Neue Billig-Batterie lässt die Preise fallen
Derzeit sprechen wir vor allem vom Wandel, was die eingesetzte Zellchemie angeht. Auch im Westen wird jetzt bei vielen Elektroautos von NMC auf LFP gewechselt, was Kosten spart. Aber es geht noch günstiger, denn CATL hat mit der Natrium-Ionen-Batterien den nächsten Schritt in Vorbereitung. Derzeit laufen Wintertests.
Die Batterien der zweiten Generation erreichen eine Energiedichte von 175 Wh/kg, was laut Hersteller das Niveau aktueller Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LFP) erreicht. Vorteile sind in Kältebeständigkeit und außerdem in der hohen Lebensdauer (über 10.000 Ladezyklen) zu finden. Vor allem aber im Preis, denn die Produktionskosten würden ca. 30 Prozent unter der LFP-Technologie liegen.
Die Naxtra-Batterien von CATL unterstützen Schnellladeraten von bis zu 5C, wodurch eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in etwa 15 bis 20 Minuten möglich ist. Dabei entsteht sogar weniger Wärme, was das Thermomanagement der Fahrzeuge vereinfachen kann. Die Billig-Batterie bedeutet für die meisten Kunden also keinen Nachteil.
2026 soll die Natrium-Ionen-Batterie von CATL erstmals in Serienfahrzeugen verbaut werden und dann sehen wir die tatsächlichen Leistungswerte. Ein erstes Fahrzeug kommt von Changan und soll in extremen Temperaturen gut abgeschnitten haben. Die Reichweite lag bei über 400 Kilometer, weil der Akku bei -40° mehr als 90 Prozent seiner Kapazität nutzen konnte.
Dass die Preise noch eimal fallen können, ohne dass wir mit schlechteren Leistungswerten leben müssten, klingt schon mal nach einer guten Entwicklung.
CATL ist nicht allein mit seinem Vorstoß in diesem Segment, auch Unternehmen wie Varta, Evonik und mehrere Fraunhofer-Institute arbeiten bereits an skalierbaren Produktionsprozessen. Vonseiten der Autobranche wird großes Interesses signalisiert, denn günstigere Autos und höhere Margen sind möglich.
