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NFC-Karten: Der moderne Taschendieb klaut kontaktlos aber erfolglos

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Kreditkarte NFC Symbol Kontaktlos

NFC-Karten sind heute weit verbreitet, jede Bank bietet EC- und auch Kreditkarten mit NFC-Schnittstelle an. Das ist ein extrem komfortabler Weg der Bezahlung, denn er funktioniert kontaktlos auf kurze Distanz und schnell, ohne Kleingeld oder anderen komplizierten Kram. Außerdem wird je nach Bank erst ab 25 oder 50 Euro eine PIN zur Bestätigung verlangt, wodurch gerade kleinere Zahlungen sehr schnell abgewickelt werden. Kleingeld für Automaten, öffentliche WCs oder Imbissbuden, das gehört der Vergangenheit an.

Man muss aber nicht lange darüber nachdenken, um feststellen zu können, dass diese Technik vermutlich auch Schwächen mitbringt. Eben weil kleine Zahlungen nur selten eine PIN oder Unterschrift verlangen, können moderne Taschendiebe uns kontaktlos das Geld vom Konto klauen. Was erst mal nach Horror klingt und für Taschendiebe offensichtlich auch keinen großen Aufwand bedeutet, sollte unbedingt aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden.

Tatsächlich kann man mit mobilen Zahlungsterminals, wie es sie zum Beispiel von Sumup gibt, fremden Leuten recht unbemerkt das Geld „aus der Tasche ziehen“. Markt Check hat das für eine kleine Reportage erfolgreich ausprobiert. Ich teile allerdings nicht die Ansicht, dass NFC deshalb unsicher sei. Ja, der Weg ans Geld der Opfer scheint etwas leichter, doch für betroffene Kunden gibt es einen doppelten Boden.

Diebstahl erfolgt unbemerkt aber nicht spurenlos

Zum einen ist das kontaktlose Bezahlen ohne PIN-Bestätigung auf Kleinbeträge begrenzt, der zunächst anfallende Schaden ist zwangsläufig gering. Zudem lässt sich bei derartigen Betrugsfällen oftmals das Geld über die Bank zurückholen. Je nach Bank kann das schnell und unkompliziert funktionieren. Euch kann also weder viel Geld geklaut werden, noch ist es zwangsläufig für immer weg. Auch weil der Dieb über ein registriertes Zahlungsterminal verfügen muss – nichts ist anonym.

Ein mit Bargeld gefülltes Portemonnaie bedeutet im Ernstfall einen potenziell größeren Verlust, eben weil der Taschendieb alles darin befindliche Geld einsacken kann. Zudem gehen auch noch andere persönliche Dinge verloren und die Straftat wird wohl in den seltensten Fällen aufgedeckt. Obwohl NFC-Karten für geringe Geldsummen „anfälliger“ scheinen, ist die Beute gering und der Dieb hinterlässt eindeutige Spuren.

Eine anonyme Möglichkeit wäre, ein Zahlungsterminal mit geklauter Identität (aus dem Darknet) zu bestellen, das außerdem an ein „gefälschtes Konto“ angeknüpft ist. Das scheint uns aber eher unwahrscheinlich, weil der Aufwand groß ist und viel Geld kostet, der spätere Ertrag dafür aber eher gering. Zumal ein Anbieter für Zahlungsterminals schnell einen solchen Betrug wahrnehmen und mit Sperrung des jeweiligen Betrügers verhindern kann.

Folgend die Reportage, auf die ich mich bezogen habe:

Für etwas mehr Schutz gibt es Geldbörsen und Hüllen, die NFC-Karten abschirmen. Zum Beispiel bei Amazon für kleines Geld.

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