Online-Shopping: Retoure ab 2014 kostenpflichtig

Ab Mitte 2014 könnte sich für die Online-Shopper in der EU etwas deutlich ändern, denn eine neue EU-Richtlinie ermöglicht den Versandhändlern die Rücksendungen von Bestellungen kostenpflichtig anzubieten. Bislang konnte man bei nahezu allen Online-Händlern Rücksendungen kostenlos einliefern.

Pakete

Eine Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein, nämlich der Schaden für Ware, welche beim Online-Shopping vom Kunden zurück an den Händler gesendet wird. Allein die Versandkosten dürften enorm sein. Bei Amazon ein Smartphone bestellen und dann wieder zurücksenden? Macht theoretisch für den Käufer ca. 10 Euro für den Versand, doch Amazon übernimmt diesen bislang noch komplett. Der Händler hat also ein ausgepacktes und genutztes Gerät zurück im Lager, die Versandkosten getragen und daher letztlich ein Minusgeschäft. Ähnlich ist es auch bei allen anderen Online-Shops.

Die neue EU-Richtlinie soll für mehr Transparenz bei den Preisen sorgen, doch die entscheiden die Händler sowieso jeweils selbst, weshalb die neue Richtlinie wohl eher als Instrument eingesetzt werden kann, um Dauerrücksender abzuschrecken. In keinem anderen Land ist die Regelung für Rücksendungen so großzügig wie in Deutschland, meist ist das Widerrufsrecht ausgedehnt auf 30 Tage oder mehr und Rücksendungen sind kostenfrei.

Über alle Branchen hinweg rechnen Analysten mit einem Schaden von 20 Euro für den Händler je Retoure.

Eine Umfrage bei über 300 Online-Händlern hat ergeben, dass die meisten Befragten für Rücksendungen (auch für Ware im Wert von über 40 Euro) ihre Kunden zahlen lassen wollen. Erst die ganz großen Händler, die mehr Umsatz fahren, denken weiterhin über eine Kostenerstattung für den Versand nach.

Mögliches Ziel der Händler: Versand zum Kunden weiterhin kostenlos anbieten, für die Rücksendung aber abkassieren. Möglicherweise könnte man so dafür sorgen, dass Kunden nicht mehr „einfach so“ bestellen, weils kostenlos ist, sondern mehr über ihre Käufe nachdenken. Die neue Richtlinie kann ab dem 13. Juni 2014 von den Händlern genutzt werden.

Dann ist zu erwarten, dass eine steigende Anzahl von Unternehmen den Versand kostenlos machen, um gleichzeitig die neue Retourenregelung als Steuerungsinstrument einzusetzen. Muss der Kunde generell für die Rücksendung der Ware zahlen, bestellt er vermutlich nicht mehr so sorglos große Mengen von Artikeln.

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(via ZDF Heute)

  • Jo

    Oder noch mehr Leute laufen in die Stadt testen dort nur noch die Geräte und bestellen dann einfach dreist im Internet bei günstigeren Händlern! Liebe EU ich glaube das ist mal wieder keine gute Idee

    • Andy

      Ich glaube das wird im Fernsehen immer übertrieben dargestellt. Es soll durchaus Menschen geben, die kein Problem damit haben, 10 Euro mehr zu bezahlen und einen Artikel gleich mitzunehmen. Zumindest wenn man ihn sowieso bereits in den Händen hält ;)

      • Kommt immer auf die Branche an, viele Geräte sind im Netz meist gar nicht so viel günstiger. Meist reagiert der Einzelhandel auf fallende Preise nur langsamer…

  • Ernst Schröder

    Ich glaube kaum dass dann mehr Kunden überlegen, ob sie etwas bestellen sollen. Die Händler werden die kostenlose Rücksendung als Marketing benutzen. Schon heute ist es so, dass Händler den ewigen „Rücksendern“ keine Ware mehr liefern. Das ist auch gut so, denn im Endeffekt zahlen alle die Zeche. Oder glaubt wirklich einer, dass der Händler auf den Kosten alleine sitzen bleibt? Die Werbung im Fernsehen zahlen ja auch nicht die Firmen, dies wird einkalkuliert und im Endeffekt zahlen das die Kunden.