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Testberichte

Pebble Smartwatch ausprobiert (Test)

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

Wearables sind wohl das Thema des neuen Jahres, nachdem die kleinen Geräte bereits im vergangenen Jahr immerhin einen kleinen Aufschwung bekamen. Vor allem bei den Smartwatches fehlt es noch an Innovationen, vor allem aber viel Technik und eine gute Akkulaufzeit unter einen Hut zu bringen. Die Jungs und Mädels von Pebble haben das aber teilweise hinbekommen, wobei sich die Pebble Smartwatch grundlegend von den meisten anderen Geräten unterscheidet. Ich konnte mir dank mobilefun.de die wohl beste Smartwatch am Markt mal näher anschauen.

Was steckt drin?

Wie gesagt, die Pebble unterscheidet sich grundlegend. Das fängt schon beim Display an, welches nicht mit vielen brillanten Farben aufwarten kann, denn es kann letztlich nur Schwarz/Weiß darstellen. Das bringt aber ein paar Vorteile mit, auf welche ich dann noch eingehen werde.

Neben dem Display gibt es nicht viel mehr, denn vier Tasten und ein Ladeanschluss sind die restlichen Bestandteile der smarten Datenuhr, die man auf optisch wahrnehmen kann. Kein Mikrofon, keine Slots für SIM oder Speicherkarten, keine Kamera – der Bildschirm ist übrigens nicht mal mit Touch ausgestattet.

Auch unter der Haube sieht es theoretisch nicht besser aus, denn beispielsweise der integrierte Prozessor ist nur 80 MHz stark. Andere Hersteller verbauen sogar schon Dual-Core-Prozessoren. Immerhin Bluetooth 4.0 ist aktuell.

Warum Pebble?

Wie ihr vielleicht schon gemerkt habt, kann man über die vermeintlich schlechten technischen Daten nur lächeln, denn diese sind einfach unwichtig. Bei Pebble hat man sich auf das Grundprinzip eines solchen Gerätes fokussiert, nämlich wichtige Daten direkt komfortabel am Handgelenk abrufen zu können. Dank des E-Paper-Displays und der sonst nicht überdimensionierten Hardware kann die kleine Smartwatch mit einer Akkulaufzeit von ca. einer Woche mehr als überzeugen. Ich hatte das Teil eine Woche permanent am Arm und viel rumgespielt, musste aber dennoch erst nach knapp 7 Tagen wieder an die Steckdose. Yes, so wollte ich das schon immer!

Doch nicht nur die Akkulaufzeit weiß zu überzeugen, denn auch das Display bringt Vorteile mit. So kann es auch im direkten Sonnenlicht problemlos abgelesen werden. Ist es etwas dunkler, dann gibt es auch alternativ eine Hintergrundbeleuchtung. Zumal das Display dauerhaft aktiv ist und somit immer einen Blick auf die wichtigsten Infos bietet, was ich sowieso bevorzuge.

Die Pebble ist zudem relativ klein und vor allem sehr leicht. Sie stört nicht und wird nach kurzer Zeit kaum noch wahrgenommen, selbst wenn man nicht so oft Uhren trägt. Sie ist auch ausreichend gegen Wasser geschützt, um sie beispielsweise bei einer kurzen Dusche nicht extra ablegen zu müssen.

PS: Dank Bluetooth 4.0 merkt man die dauerhafte Verbindung zur Smartwach auch dem Smartphone kaum an.

Verarbeitung und Design

Was mir nicht so richtig gefallen hat, ist die Verarbeitung der vier Knöpfe zur Steuerung der Pebble. Diese sind leider alle etwas komisch beim Druckpunkt, welcher nicht nur tief im Gehäuse sitzt, sondern auch irgendwie nicht so richtig fest an einer Stelle. Lässt sich schwer beschreiben, auf jeden Fall hätte man hier bessere Arbeit leisten können, wobei man sich irgendwann an die wackeligen Druckpunkte auch gewöhnen kann.

Das gesamte Design der Uhr haut uns natürlich auch nicht vom Hocker, doch es gibt ja alternativ die Pebble Steel mit Metallgehäuse und Metallarmband. Das gummierte Armband der normalen Pebble kann auch ganz einfach getauscht werden, denn so richtig hübsch ist es nicht und bei höheren Temperaturen auch nicht so wahnsinnig angenehm am Arm.

Konfiguration

Komplett verwaltet und konfiguriert wird die Pebble mit einer mitgelieferten App, welche es derzeit für iOS und Android gibt. Hier kann man Apps installieren, konfigurieren und ein paar Einstellungen für die Pebble vornehmen. Vor allem der App Store nervt derzeit aber noch, denn er ist sehr träge und macht nicht viel Spaß bei der Nutzung.

Die Pebble bietet leider nur eine geringe Kapazität, sodass lediglich 8 Apps gleichzeitig auf der Uhr installiert werden können. Innerhalb der Smartphone-App wird ausgewählt, welche Apps aus dem Store heruntergeladen wurden, sondern eben auch auf der Uhr verfügbar sein sollen.

Apps, Apps, Apps!

Eigentlich will ich auf meiner Smartwatch nicht viele Apps nutzen, sondern nur die nötigsten Dinge. Doch ein Vorteil der Pebble Smartwatch ist die Auswahl an Apps und Diensten. Nicht nur, dass es inzwischen für alle möglichen Dinge diverse Apps gibt, sondern man kann erst dadurch auch viele Dinge überhaupt erst ausprobieren. Erst so lässt sich eigentlich feststellen, ob man diverse Möglichkeiten überhaupt auf einer Smartwatch nutzen würde.

Der App Store für die Pebble ist schon jetzt sehr gut gefüllt, wobei ich persönlich wirklich nur drei Apps aktiv nutze. Eine große Auswahl empfinde ich allerdings besser als eine sehr eingeschränkte Auswahl. Mein Geheimtipp? Den hatte ich schon vorgestellt, hört auf den Namen Canvas und bietet eine unglaublich offene bzw. freie Gestaltung von Watchfaces.

Vorinstalliert gibt es natürlich auch diverse Möglichkeiten. So gibt es bereits von Haus aus eine Steuerung für die Musik, eine Integration für die Anzeige von Benachrichtigungen des Smartphones, einen Wecker (per Vibration) und natürlich diverse Watchfaces. Für die Erweiterung der Benachrichtigungen, damit beispielsweise auch WhatsApp richtig funktioniert, hatte ich mir noch Pebble Notifier installiert.

Über die integrierten Sensoren kann man nicht nur Schritte zählen, sondern auch den Schlaf tracken. Auch dafür gibt es bereits diverse Apps.

Software/Bedienung

Wie schon öfter erwähnt gibt es an der Pebble insgesamt vier Tasten an den Seiten. Darüber steuert man das Gerät, denn einen Touchscreen gibt es nicht. Die Menüs sind allerdings sehr leicht aufgebaut, auch die meistens sind leicht verständlich. Ein Touchscreen ist zwar insgesamt angenehmer zu steuern, doch mit den Tasten am Gehäuse ist es auch okay.

Fazit

Viel muss man über die Pebble Smartwach eigentlich nicht sagen. Das kleine Gerät sieht – in der Plastikvariante – nicht umwerfend aus und ein buntes Display gibt es auch nicht, doch dafür kann man mit der Akkulaufzeit die komplette Konkurrenz deutlich toppen. Auch der mitgelieferte App Store bietet jetzt nach wenigen Monaten schon sehr, sehr viele Möglichkeiten und macht die Smartwatch wirklich mächtig.

Leider gibt es weiterhin das Problem, dass Pebble selbst nicht nach Deutschland liefert. Aber ihr bekommt die Uhr dort, wo wir sie auch bekommen haben ganz frei von Stress und Problemen mit dem Zoll.

Unterm Strich scheint die Pebble derzeit die beste Smartwatch am Markt zu sein, denn sie hat eine riesige Community und deshalb schon sehr viele Apps/Möglichkeiten zur Gestaltung nach den eigenen Wünschen.

1 Kommentar

1 Kommentar

  1. Mort74

    7. April 2014 at 16:35

    Ich emfinde den fehlenden Touchscreen eher als Vorteil.
    Das größte Problem wäre beim Always-On-Display der Pebble schon: Wann funktioniert der Touchscreen überhaupt? Immer? Dann gibt’s ständig Fehlbedienungen. Nur bei eingeschalteter Beleuchtung bzw. eine Zeit lang nach Tastendruck (ähnlich anderer Smartwatches)? Nervig.
    Außerdem ist man bei der recht übersichtlichen und nicht allzu umfangreichen Menüstruktur der Pebble meist schneller mit den drei Tasten rechts (hoch, runter, Auswahl, links ist Zurück) am Ziel als mit Rumgewische auf einem Mini-Display.
    Touch mag prakisch sein, wenn man mit Kinetic Scroll durch lange Listen scrollt, seitenweise umblättern will (etwa App-Icons) oder bei vielen Apps Schnellzugriff-Gesten definieren (und sich merken) kann.
    Aber braucht man das alles auf Smartwatches wirklich? Zu 90% interessiert mich nur die Uhrzeit oder andere Watchface-Inhalte (Kalender, Wetter), die sind auf der Pebble schneller durchgewechselt als ich bei anderen auch nur zur Auswahl komme. Die Benachrichtigungen sind auch mit wenigen Tastendrücken gelesen und weggedrückt. Und die Apps brauchen meist auch nicht so viel Interaktion…

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