Realme ist die in Deutschland noch recht unbekannte Oppo-Untermarke, die mit dem Realme 6 (Pro) die Herzen in der Android-Mittelklasse erobern möchte.

Oppo bringt noch mehr Android-Smartphones in den deutschen Handel, jetzt sind die Realme 6-Smartphones auf dem Weg nach Europa. Genauer gesagt kommen vier neue Android-Smartphones von Realme in die virtuellen deutschen Regale. Gestartet ist nach dem Realme 6 das noch bessere Pro-Modell. Für knapp 350 Euro soll es hierzulande verkauft werden, dafür bietet es auf dem Papier eine recht vernünftige Ausstattung. Ich kam in den letzten Tagen dazu, das Realme 6 Pro ein wenig auszuprobieren. Auch im Vergleich mit dem „einfachen“ Realme 6.

Was es für den gesagten Preis gibt:

  • 6,6″ LC-Display, 90 Hz, FHD+
  • Qualcomm Snapdragon 720G-Prozessor
  • bis zu 8 GB RAM, 128 GB Speicher (UFS 2.1)
  • 4300 mAh Akku, 30W Schnellladen, USB-C
  • 64 MP Hauptkamera + Nachtmodus + 20x Hybrid-Zoom + Makro
  • Dual-Frontkamera mit Ultra-Weitwinkel
  • Fingerabdrucksensor
  • 163,8 x 75,8 x 8,9 mm, 202 g

Wer sich auskennt, wird Unterschiede zum Realme 6 feststellen. Wichtigster und gravierendster Unterschied ist der verbaute Prozessor, da das einfache Realme 6 auf Mediatek und das Realme 6 Pro auf Qualcomm setzt. Nun fragt man sich, gibt es auch spürbare Unterschiede? Tatsächlich. Ich habe bei einem möglichst gleichen Anwendungsszenario bemerken müssen, dass der Akku des Realme 6 Pro langsamer leer wird. Was bestätigt, dass die Strukturbreite der Prozessorkerne auf die Effizienz spürbare Wirkung hat.

Aufpreis für Qualcomm-Chip

Aber auch in der Performance war hin und wieder bemerkbar, warum Qualcomm-Chips teurer und daher in sehr günstigen Geräten immer seltener zu finden sind. Asphalt 9 ist da mein geliebter Benchmark. Mal grundsätzlich: Realme 6 und 6 Pro laufen beide nicht permanent flüssig, wenn dieses Spiel gezockt wird. Kleine Stotterer und Hänger waren beim Realme 6 aber häufiger zu vernehmen bzw. beim 6 Pro eben seltener. Nicht mithalten konnte das Realme 6 Pro mit dem flüssigen Redmi Note 9S, das den gleichen Chip hat.

Ansonsten sind ich die Realme-Geräte sehr ähnlich, die Unterschiede machen sich eher selten und oftmals nur leicht bemerkbar. Dennoch würde ich auf Qualcomm setzen, weil Mediatek auch bei der Pflege der Software nicht den besten Ruf hat. Stichwort: Android-Updates. Ein weiterer Unterschied ist an der Rückseite zu finden, da das Realme 6 Pro eine echte Zoom-Kamera mitbringt. Auf „geringe“ Distanzen bis 5x ist diese sogar brauchbar und sicherlich ein Mehrwert, wenn euch Zoom wichtig ist. Was die restliche Hauptkamera angeht, ist der Eindruck leider noch typisch für diese Preisklasse.

Wir bekommen zwar 64 MP geboten, doch das steht eben nicht automatisch für eine hohe Fotoqualität. Tagsüber sind Fotos von der üblichen „Ist okay“-Qualität, im Lowlight sieht das nun mal anders aus. Man bekommt wie bei chinesischer Massenware üblich eine Schnappschuss-Kamera von nicht sonderlich überraschender Qualität. Merken: Eine optische Bildstabilisierung (OIS) ist für wirklich gute Smartphone-Kameras essenziell. Zu finden bald im Google Pixel 4a, das für 399 Euro zu haben sein soll.

5x Zoom leidet unter fehlendem OIS.

Indoor-Zoom bei Geht-so-Licht enttäuscht.

Mittelklasse-Paket für einen etwas hohen Preis

Für über 100 Euro weniger gibt es das Redmi Note 9S von Xiaomi, das einen größeren Akku mit mehr Ausdauer bietet, eine im Vergleich etwas bessere Systemleistung und sonst dem Realme 6 Pro kaum nachsteht. Zwar kann das Realme 6 (Pro) mit 90 Hz Bildwiederholrate punkten, das LCD-Panel ist sonst aber auch nur Mittelklasse und ohne sichtbare Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Ultra-Weitwinkel bietet für die Hauptkamera heute jeder, der Zoom bleibt daher das einzige auffällige Merkmal. 30 W Schnellladen gibt es teilweise nicht mal in doppelt so teuren Geräten, das ist also ein weiterer Punkt für Realme.

Ich habe meinen Bericht bewusst kurz gehalten, da es eigentlich nicht viel zu sagen gibt. Mit dem Realme 6 Pro macht ihr nicht viel falsch aber im Vergleich zu anderen Geräten auch nicht alles richtig. Es ist ein gutes Mittelklasse-Smartphone mit viel Speicher, guter Leistung und vielfältiger Kamera, das auf moderne Standards setzt (Bluetooth 5.1, NFC, Wlan 5) und gefragte Klassiker wie die 3,5 mm Klinke nicht auf der Strecke lässt. Nachfolgend ein paar harte Fakten in Kurzfassung:

Pro

  • Gute Systemleistung mit etwas Luft nach oben, reicht für Gaming
  • Ordentliche Akkulaufzeit (zwei Tage) inkl. Schnellladen mit 30 W
  • Großzügiges LC-Display mit 90 Hz und FHD+
  • Fingerabdrucksensor (Einschalttaste) und Face-Unlock sind zuverlässig
  • Ultra-Weitwinkel-Kamera vorn und hinten, Zoom-Kamera
  • Viel Arbeits- und Datenspeicher
  • Moderne Funkstandards
  • Klinkenanschluss vorhanden
  • Ordentlich verarbeit, gut erreichbare Tasten
  • App-Cloner, aktuelles Android, frei von Bloatware

Contra

  • Kameraqualität nur auf Schnappschuss-Niveau
  • Displayhelligkeit könnte besser sein
  • Plastikgehäuse verschmiert und zieht Fingerabdrücke magisch an
  • Nur Mono-Sound, da hilft auch kein Dolby Atmos

Denny Fischer

Gründer von SmartDroid.de, bloggt seit 2009 über die aktuellsten Technik-Trends. Schon immer an Technik interessiert, begann die Karriere mit eigenem Blog ab 2008 - nur ein Jahr später mit dem Fokus...

Hinterlassen Sie bitte einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.