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Android

„Rooten“ angeblich am Rande der Legalität und bald in den USA verboten, keine Panik auf der Titanic!

Denny Fischer

Veröffentlicht

am

android-rooting-tips

Seit einigen Stunden geht im Netz um, dass in den USA bald ein Gesetz „ausläuft“, was bisher für die Legalität von Jailbreaks und dem Herstellen des Root-Zugriffs sorgte. Jetzt wird natürlich groß Panik geschoben, dass der Root-Zugriff eventuell dann als illegal eingestuft wird und daher die berühmte Entwickler-Community wie XDA weitestgehend ihre Arbeit einstellen könnten. Entscheidender Punkt an dieser Stelle ist eigentlich nur, inwieweit ein Jailbreak oder das Rooten Eingriffe in die Software nimmt und deren Bestimmungen bzw. die Rechte des eigentlichen Eigentümers (Google & Apple) verletzt.

Ich selbst stand durch so einen Fall bereits vor Gericht und dort stellte sich heraus, dass das Rooten und Jailbreaken zumindest nach deutschem Recht insoweit legal ist, da ich mit meinem Eigentum „tun und lassen kann“ was ich möchte. Lediglich der Verkauf von Geräten mit bestehendem Jailbreak (bei iOS-Geräten) oder Root-Zugriff könnte Probleme nach sich ziehen, aber auch dann nur, wenn man die Software verändert. Das bedeutet, selbst einige Jailbreaks können noch nicht als illegal eingestuft werden, da die Software-Rechte von Apple nicht angegriffen bzw. verletzt werden. So zumindest kam es zu meinem Freispruch, nachdem ein eBay-Käufer meinte, er müsste mich dank Rechtsschutzversicherung vor Gericht ziehen.

Für den Nutzer an sich besteht also keine Gefahr, bis auf den eventuellen Verlust der Garantie. Lediglich die freien Entwickler, die zum Beispiel Root-Tools zur Verfügung stellen, könnten hier Probleme bekommen. Dort enden aber meine Kenntnisse über amerikanische Gesetzte und auch darüber, inwieweit ein Eingriff in ein Open Source-System gestattet ist. Denn auch hier muss man differenzieren, da Android frei verfügbar ist und iOS eben nicht. Zudem wird bei Android in dem Sinne nicht etwas aufgeknackt, sondern ein erweiterter sowieso vorhandener Zugriff dem Nutzer ermöglicht. Durch das Rooten wird lediglich der Zugriff auf die Systemebene gewährleistet, welche vom „unwissenden“ Nutzer natürlich prinzipiell unberührt bleiben sollte, da sich dort das Gerät auch ganz schnell ungewollt stilllegen lässt.

Als die Electronic Frontier Foundation dafür sorgte, dass „Jailbreaking“ in den USA weiterhin als legal eingestuft wird, monierte dies übrigens ausschließlich Apple. Daher sehe ich weder Gefahr für Custom ROM, Root-Apps noch andere Dinge dieser Art bzgl. Android. Wer tiefer in der Materie steckt, kann gern sein Senf in den Kommentaren hinzugeben, gegebenenfalls werde ich den Artikel dann entsprechend ergänzen. [via/Bildquelle]

UPDATE: In Deutschland könnte man sogar aufgrund des von Haus fehlenden Root-Zugriffs zwei Grundrechte als verletzt ansehen, zum einen das der informationellen Selbstbestimmung und das Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme. [via]

12 Kommentare

12 Comments

  1. hyaeneleipzig

    26. Januar 2012 at 13:52

    Ein nicht-gerootetes Android-Smartphone ist in meinen Augen kein Gerät für höhere Ansprüche. Für jemanden, der es einfach nur zum Telefonieren (ja, das kann so ein Gerät ;), SMS, Internet usw. nutzt, sollte es aber im Original Zustand bleiben. Klar muss man abwägen, ob man sich die Garantie damit zunichte macht. Wobei ich glaube, dass die Hersteller bei Reparaturen an fehlerhafter Hardware trotzdem ran müssen – sofern dieser nicht durch gerootete Software ausgelöst wurde.
    Es wäre schade, wenn es verboten werden würde, da es bei XDA wirklich tolle Sachen (CustomROMs, Root-Apps, Themes etc.) gibt, die einfach das Smartphone-Erlebnis noch weiter aufwerten. Die Hersteller können sich da ruhig mal was angucken.

    • Denny Fischer

      26. Januar 2012 at 15:24

      Wenn bei der Reparatur auffällt, dass das Gerät manipuliert wurde, dann verweigern die meisten Hersteller die Reparatur. Immerhin ist die Garantie damit erloschen, glaube nicht, dass da von Soft- und Hardware unterschieden wird. Letzten Endes geht es auf eine lange Zeit gesehen ja auch um viel Geld.

  2. noeler

    26. Januar 2012 at 14:50

    Na, passt doch perfekt zud en geplanten (und nun mal kurz auf Eis gelegten) Gesetzen, in den USA. Alle boesen Seiten, die sich mit Root beschaeftigen, ausfiltern… Wobei, CDU / CSU uterstuetzen den Gesetzentwurf der Amis ja auch. Nach dem Motto. Wer gegen Zensurfilter ist,d er ist automatisch fuer Kinderpornos und Raubkopien…

  3. Dom Mas

    26. Januar 2012 at 14:58

    ist das unter anderem der grund dass bei ebay keine android smartphones mehr angepriesen werden mit "ROOT" oder "OVERCLOCKED"?
    hatte kurz vor mein desire hd ROOT OVERCOCKED in ebay rein zu stellen

    informationellen Selbstbestimmung: da hast du vollkommen recht.. ich wäre fast wahnsinnig geworden als ich bei meinem nagelneuen desire hd sachen wie die aktien-aktualisierung, facebook for htc sense, htc hub, google bücher usw einfach nicht entfernt bekam.. ein hoch auf android :D

    • Denny Fischer

      26. Januar 2012 at 15:25

      Sollte man generell nicht tun, da die Geräte somit quasi als "manipuliert" angeboten werden.

  4. Knobifisch

    26. Januar 2012 at 15:08

    "Wobei ich glaube, dass die Hersteller bei Reparaturen an fehlerhafter Hardware trotzdem ran müssen – sofern dieser nicht durch gerootete Software ausgelöst wurde."
    Habe genau deshalb mal die Garantiebedingungen von Samsung studiert und wäre gespannt, wie sie die zu meinen Lasten auslegen wollten. Kennt jemand einen Fall, in dem die Software die Hardware (physikalisch) zerstört hat? Normalerweise werden Schutzfunktionen (Überspannung oder was uns jetzt so einfällt) hardwareseitig implementiert, das bekäme ich auch via Root und viel bösem Willen nicht kaputt.

    • Denny Fischer

      26. Januar 2012 at 15:27

      Durch Software zerstörte Hardware ist mir bislang unbekannt, wobei man wahrscheinlich nicht unterscheiden wird, wenn es um Garantie-Fälle geht.

    • hyaeneleipzig

      26. Januar 2012 at 18:38

      Für das Sony Ericsson Xperia X10 wird das so genannte "xLoud" (macht den Lautsprecher [Musik, Klingelton] lauter), welches vom neueren Xperia Arc bekannt ist und dort zum Standard gehört, in einige CustomROMs mit eingebaut. Dafür ist das X10 aber nicht ausgelegt und es könnte den Lautsprecher ganz zerstören. Bei einigen ist das wohl der Fall gewesen. Ich hab es mal testweise probiert. Es ist selbst auf niedrigster Stufe extrem laut und seit dem knarzt mein Lautsprecher auch etwas-was mich aber nicht weiter stört, da ich darüber nie Musik laufen habe.
      In dem Fall wüsste ich nicht, wie man seitens von Sony entscheidet? Würden die den Lautsprecher reparieren? Oder schickt man es wegen Garantieverlust zurück?

      • Knobifisch

        27. Januar 2012 at 00:40

        Mh, ok, dann gibt es bestimmt noch mehr Beispiele, vllt Übersteuerung der Displaybeleuchtung, Signalverstärkung beim WLAN (das geht ja zT bei WLAN-APs mit modifizierter FW auch) und noch mehr.
        Es ist ja nicht unmöglich, einen Hardwareschutz auch hardwareseitig zu implementieren, aber da wird dann wieder gespart. Denn 10€ mehr Produktionskosten münden ja unweigerlich in 100€ mehr Verkaufspreis. :-/

  5. Martin

    26. Januar 2012 at 17:51

    hmm, also meines Wissens nach ist es kein Gesetz der informationellen Selbstbestimmung, sondern ein Grundrecht, wobei das GR auf Integrität informationstechnischer Systeme daraus resultiert…

    • Denny Fischer

      Denny Fischer

      26. Januar 2012 at 18:05

      Uh, wollte eigentlich auch Grundrecht und nicht Gesetz schreiben.

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